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Bund-Länder-Streit gefährdet Hochschulforschung - HRK-Senat fordert Finanzierung der realen Kosten

16.10.2014 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat Bund und Länder nachdrücklich aufgefordert, den Streit um die Finanzierung der so genannten Programmpauschale beizulegen.

Wenn die Programmpauschale über den Bund-Länder-Streit tatsächlich wegfiele, wäre das die Bankrotterklärung der Hochschulpolitik und der Todesstoß für viele wichtige Forschungsvorhaben, sagte HRK-Präsident Professor Dr. Horst Hippler. Der HRK-Senat drängte deshalb heute in Bonn darauf, dass die staatliche Finanzierung der Pauschale gesichert wird.

Den Hochschulen fehlen schon jetzt Mittel, um für eingeworbene Forschungsprojekte die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen von geeigneten Räumen bis zum Verwaltungspersonal. Derzeit werden etwa für über die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekte 20 Prozent als Programmpauschale für solche Zwecke gewährt. Die tatsächlichen indirekten Kosten liegen aber je nach Fachdisziplin bei 40 bis 70 Prozent.

Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Hochschulen für ihren stetig gewachsenen Erfolg bei der Einwerbung von Forschungsprojekten indirekt bestraft werden, so HRK-Präsident Hippler. Jedes neue Projekt belastet den regulären Hochschulhaushalt zusätzlich, weil die Folgekosten daraus finanziert werden müssen.

Niemand begreift, warum die Forschung an außeruniversitären Einrichtungen vollkostenfinanziert wird, die Forschung an Hochschulen aber seit langem benachteiligt und nun sogar grundlegend gefährdet wird.

Um diese Benachteiligung zu beseitigen und die Hochschulforschung nachhaltig zu sichern, forderte der HRK-Senat erneut eine schrittweise Anhebung der Programmpauschale. Für alle neuen Projekte müsse zunächst mindestens das Niveau der EU-Forschungsförderung in Höhe von 25 Prozent erreicht werden. Ziel müsse es sein, bis zum Jahr 2020 zu einer Vollkostenfinanzierung zu kommen.

Durch den stetigen Aufwuchs der Drittmittel bei gemessen an der stark wachsenden Nachfrage nach einem Hochschulstudium gleichzeitiger Stagnation bzw. Schrumpfung der Grundmittel hat sich die Finanzierungsstruktur der Hochschulen in den letzten Jahren grundlegend verändert. Der Anteil der Drittmittel ist von elf auf über 20 Prozent der Hochschulmittel gestiegen. An einigen Hochschulen machen Drittmittel sogar mehr als ein Drittel des Finanzvolumens insgesamt aus. Weitere Informationen:http://www.hrk.de/positionen/gesamtliste-beschluesse/position/convention/entwick... Resolution des HRK-Senatshttp://www.hrk.de
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