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Mikroskopische Kolitis: Die unentdeckte Darmkrankheit

17.10.2014 - (idw) Kompetenznetz chronisch entzündliche Darmerkrankungen e.V.

Kiel / Berlin, 17. Oktober 2014 Wer mit Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen kämpft, erklärt sich dies häufig mit einer Unverträglichkeit, Stress oder dem populären Reizdarmsyndrom. Dabei kann Durchfall organische Ursachen haben, warnt die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) im Rahmen des Crohn & Colitis-Tages 2014. Eine noch wenig bekannte Krankheit, bei der Durchfall als Leitsymptom auftritt, ist die mikroskopische Kolitis, eine chronische Entzündung des Dickdarms. Darmexperte Prof. Ahmed Madisch behandelt in Hannover zunehmend Patienten mit dieser Erkrankung. Im Interview erläutert er, was Patienten über die Krankheit wissen sollten. Aufgrund der Aktualität des Themas findet am 25. Oktober 2014 von 9.30 bis 13.30 Uhr ein Arzt-Patienten-Seminar in Essen statt zum Thema Durchfall Eine Volkskrankheit?.

Frage: Welche Symptome sind typisch bei mikroskopischer Kolitis?
Antwort Prof. Madisch: Leitsymptom bei der mikroskopischen Kolitis ist chronischer, wässriger Durchfall. In der Regel suchen Betroffene vier, fünf Mal täglich die Toilette auf, manchmal auch nachts. Einige Patienten leiden dazu unter Bauchschmerzen. Die Lebensqualität ist enorm eingeschränkt.

Frage: Wen trifft die mikroskopische Kolitis?
Antwort Prof. Madisch: 75 bis 80 Prozent der Patienten sind Frauen. Betroffen sind vor allem Frauen ab 50 Jahre. Allerdings trifft die Erkrankung auch Männer und in seltenen Fällen sogar Kinder. Zweifelsfrei belegen Studien, dass Raucher überproportional stärker betroffen sind als Nichtraucher.

Frage: Wie häufig kommt die Erkrankung vor?
Antwort Prof. Madisch: Wir gehen davon aus, dass die mikroskopische Kolitis innerhalb der Gruppe Frauen 50 plus in zehn Prozent der Fälle die Ursache für chronischen Durchfall ist. Damit tritt die mikroskopische Kolitis genauso häufig auf wie die weit verbreiteten chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die allerdings meist jüngere Menschen treffen. Die Zahl der Neuerkrankungen ist ansteigend.

Frage: Wie wird die Krankheit diagnostiziert?
Antwort Prof. Madisch: Um die Krankheit zu erkennen, ist eine Darmspiegelung erforderlich. Dabei ist es zwingend notwendig, Gewebeproben aus der Darmschleimhaut zu entnehmen, denn die mikroskopische Kolitis ist nur unter dem Mikroskop zweifelsfrei diagnostizierbar.

Weitere Informationen zur mikroskopischen Kolitis (inklusive Bild- und Videomaterial) stehen auf der Homepage der DCCV zur Verfügung: http://www.dccv.de/service/presse/

Für Interviewwünsche stehen Ihnen Prof. Madisch sowie betroffene Patienten zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die Pressestelle des DCCV unter der E-Mail presse@dccv.de oder der Telefonnummer +40.30.2000 392-0

Hinweis: Eine Teilnahme am Arzt-Patienten-Seminar am 25. Oktober 2014 in Essen zum Thema Durchfall Eine Volkskrankheit? ist möglich, weitere Informationen finden Sie auf der Website der DCCV https://www.dccv.de/aktuelles/veranstaltungen/detail/news/detail/News/arzt-patie...

Informationen zu den Veranstaltern des Crohn & Colitis-Tag 2014:

DCCV, Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung, e.V.
Die Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V. ist der Selbsthilfeverband für die mehr als 350.000 Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) in Deutschland. Neben der persönlichen Beratung und Unterstützung von Betroffenen und ihren Angehörigen vermittelt die DCCV Kontakte zu Selbsthilfegruppen, Ärzten, Pflegepersonal, Krankenhäusern und Kurkliniken. Bei Fragen oder Problemen mit Krankenkassen, Sozial- und Versorgungsämtern, Rentenversicherungsträgern oder Arbeitgebern steht den DCCV-Mitgliedern der Arbeitskreis Sozialrecht zur Seite. Mitglieder erhalten darüber hinaus auch Rechtsschutz vor deutschen Sozialgerichten.
Im Internet: http://www.dccv.de

Kompetenznetz Darmerkrankungen e.V.
Das Kompetenznetz Darmerkrankungen ist ein Verbund von WissenschaftlerInnen, niedergelassenen ÄrztInnen, Fachkliniken, universitären Instituten und der Wirtschaft, das sich mit den beiden am häufigsten auftretenden chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa beschäftigt. Gemeinsam konzentrieren sich die Mitglieder darauf, das Wissen um die Krankheiten zu erhöhen, die Wege von Forschungserkenntnissen zu den PatientInnen zu verkürzen und die Versorgung der PatientInnen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu verbessern.

Im Internet: http://www.kompetenznetz-ced.de
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