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Popmusik mit Gänsehauteffekt

20.10.2014 - (idw) Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

Wenn am 23. Oktober das Berliner SAE Institute seine Türen für die zehnte internationale Netzwerkveranstaltung »SAE Alumni Convention« öffnet, gibt es eine Premiere. Erstmals werden die Besucher die Möglichkeit haben, drei Popmusikstücke zu erleben, die professionell auf einem objektbasierten Tonwiedergabesystem abgemischt wurden. Im Sommer dieses Jahres trafen sich Toningenieure und Studenten des Kölner SAE Institute mit den Akustikspezialisten des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT, um in einem gemeinsamen Projekt zu demonstrieren, wie Popmusik zukünftig klingen wird. Im Gepäck der Kölner: drei Musikstücke von Bruno Mars, Pink und No Doubt, die von professionellen Musikern, speziell für dieses Kooperationsprojekt, neu aufgenommen wurden. Der Initiator und Leiter des Projekts ist Florian Richter (SAE Institute), der seit über zehn Jahren in der professionellen Musikproduktion tätig ist und dementsprechend viel Erfahrung, aber auch viele Erwartungen, in das Projekt einbrachte: »Für mich bestand die Hauptmotivation in der Herausforderung, bekannte Musiktitel komplett neu inszenieren zu können und dadurch ein völlig neues Klangerlebnis mit bestehendem Content zu erschaffen«.

In einem ersten Schritt wurden die Songs auf einem dafür installierten Multikanal-Lautsprechersystem unter Einsatz der Fraunhofer-3D-Klangtechnologie SpatialSound Wave in Köln gemischt. Ziel war es, herauszufinden, wie man eine Musikproduktion realisiert, wenn man die Möglichkeit hat, alle Musiker und Klangquellen vollkommen frei im Raum zu positionieren. »Beim Abmischen der Musikstücke haben wir sehr schnell herausgefunden, dass die Hörgewohnheiten eine ganz entscheidende Rolle spielen, wenn es um die Plausibilität eines dargebotenen Songs geht. Darf man beispielsweise einen Sänger oberhalb des Hörers positionieren oder empfindet dieser es als unwirklich, weil er den Sänger akustisch eher vor sich auf einer Bühne erwartet? Hier mussten wir großes Fingerspitzengefühl bei der Auswahl der Effekte und Positionen für die einzelnen Klangobjekte beweisen, um einerseits die kreativen Möglichkeiten des 3D-Soundsystems auszunutzen aber andererseits auch dafür zu sorgen, dass man die Band immer noch als geschlossene Einheit wahrnimmt«, erklärt Florian Richter.

Nachdem die Studioarbeiten in Köln abgeschlossen waren, wurden die Songs »Locked out from heaven«, »Don´t speak« und »Just like a pill« am Fraunhofer IDMT über ein komplett anderes Lautsprecher-Setup abgespielt, um die akustische Qualität und die Stimmigkeit der Effekte zu überprüfen. Dies ist möglich, da im Unterschied zu einer kanalbasierten Musikproduktion die objektbasierten Musikstücke ganz flexibel über unterschiedliche Lautsprecherinstallationen wiedergegeben werden können ohne Klang- oder Effekteinbußen.

Christoph Sladeczek, Leiter der Gruppe Virtuelle Akustik am Fraunhofer IDMT, betreute das Projekt und ist vom Klangergebnis absolut beeindruckt. »Jeder, der diese Produktionen bisher gehört hat, bekommt dieses Leuchten in den Augen und ein Lächeln, das nicht mehr weggeht. Ein besseres Lob kann man für seine Arbeit doch gar nicht bekommen«.

Wie Popmusik mit Gänsehauteffekt klingt, das können alle Besucher der Convention selber herausfinden. Hierfür wird es im Außenbereich des Berliner SAE Geländes einen mobilen Demoraum mit einem Multikanal-Lautsprechersystem geben. Kommen Sie vorbei, hören und lächeln Sie!
Der Eintritt für die Convention und die SpatialSound Wave Demo ist kostenfrei.

Über die Realisierung des gemeinsamen Projekts sprechen Christoph Sladeczek (Fraunhofer IDMT) und Florian Richter (Career Coach & Senior Industry Relations SAE Institute Köln) außerdem am 24. Oktober im Rahmen der SAE Alumni Convention in ihrem Vortrag »Music Production for SpatialSound Wave« (Raum Gamma, 13 Uhr). Weitere Informationen:https://www.youtube.com/watch?v=QAPjcWRUP2k&feature=youtu.be Stimmen zum gemeinsamen Projekthttp://www.sae-alumni-convention.org/ Informationen zur SAE Alumni Convention

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