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Anthi Wiedenmayer ist neue Gastprofessorin für den Europaschwerpunkt

21.10.2014 - (idw) Universität des Saarlandes

Die deutsch-griechischen Beziehungen im Zeichen der Krise, griechisches Kino und Literatur und das kulturelle Erbe der Stadt Thessaloniki diese und weitere Themen sind in den kommenden beiden Semestern Gegenstand der Lehrveranstaltungen von Anthi Wiedenmayer. Die griechische Übersetzerin und Translationswissenschaftlerin von der Aristoteles-Universität Thessaloniki hat nun ein Jahr lang die Gastprofessur im Rahmen des Europa-Schwerpunktes der Universität des Saarlandes inne. Nach sechs Vorgängerinnen und Vorgängern hat sie die siebte Gastprofessur inne: Die Griechin Anthi Wiedenmayer lehrt nun ein Jahr lang an der Saar-Uni eine einmalige Herausforderung in einer Zeit, in der sich Deutsche und Griechen oft verständnislos, wenn nicht gar vorwurfsvoll, betrachten, sagt sie. In Saarbrücken möchte sie Geschichten aus Griechenland erzählen, in einer modernen Version der homerischen Tradition, die Griechen gerne immer wieder neu aufnehmen, wenn sie von ihrem Leben, ihren Familien und ihrem Land zu erzählen beginnen.

Anthi Wiedenmayer, Jahrgang 1963, erlebte in der Grundschule die Zeit der griechischen Militärdiktatur (1967-1974). Sie wuchs mit deutschen Kinderliedern auf, die ihre Großmutter singen konnte, da sie mit einem Deutschen verheiratet war, dessen deutschgriechische Familie Ende des 19. Jahrhunderts von Griechenland nach Istanbul zog. 1982, ein Jahr, nachdem Griechenland in die Europäische Gemeinschaft eingetreten war, begann Anthi Wiedenmayer ihr Studium der Angewandten Sprachwissenschaft an der Universität Mainz. Nach ihrem Diplomabschluss als Übersetzerin für Spanisch und Englisch mit Trägersprache Deutsch begann sie 1988 ein Aufbaustudium in München. Hier besuchte sie Kurse, die unter anderem die deutsch-griechischen Beziehungen und Frauenliteratur behandelten. Ein Jahr später kehrte sie nach Griechenland zurück und arbeitete in einem deutsch-griechischen Busunternehmen zuständig für Auslandsbeziehungen und Marketing.

In den 1990er Jahren sei Griechenland ein optimistisches Land gewesen, erzählt Anthi Wiedenmayer. Die Menschen atmeten nach Jahrzehnten der Armut und Marginalisierung auf, zum ersten Mal redeten sie über Umweltschutz und niedrige Bankzinsen, reisten gern nach Europa und brachten exotische Mitbringsel mit. Meine Freunde und ich arbeiteten viel, probierten gerne jedes neue Lokal in der Stadt aus, rauchten gelegentlich Zigarren aus Cuba und fuhren Ski in schicken Outfits in den gerade eröffneten Skizentren, beschreibt sie jene Zeit, in der sie als selbständige Übersetzerin und Dolmetscherin arbeitete.

Sich an ihre Jugendträume erinnernd, promovierte sie an der Athener Universität über die Übersetzung von Poesie speziell die politischen Gedichte und Liebesgedichte von Erich Fried. Schließlich folgte sie einem Ruf der deutschen Abteilung der Philosophischen Fakultät an der Aristoteles Universität in Thessaloniki. Hier ist sie als Assistenzprofessorin für Translationswissenschaft tätig und verbrachte zwei Semesteraufenthalte an der Freien Universität Berlin im Institut für Neogräzistik.

Bei der Auswahl der Gastprofessoren im Rahmen des Europa-Schwerpunktes werden vor allem Länder berücksichtigt, die im Lehrangebot der Universität kaum oder gar nicht vertreten sind. Die Gastprofessur will politische, historische, kulturelle und wirtschaftliche Themen des Gastlandes vermitteln. Parallel zur Gastprofessur bietet das Sprachenzentrum der Universität in diesem Jahr Sprachkurse in Neugriechisch auf verschiedenen Niveaus an.

Mit dem Zertifikat Europaicum haben Studenten aus allen Fachrichtungen die Möglichkeit, sich für den europäischen Arbeitsmarkt fit zu machen. Sie können die wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen Europas studieren, aber auch ihre geographischen, wissenschaftlichen und historischen Kenntnisse über die verschiedenen europäischen Kulturräume erweitern. Der Erwerb des Zertifikats ist in einem Zeitraum von ein bis sechs Semestern möglich. Auch ausländische Studenten, die nur wenige Semester an der Universität des Saarlandes bleiben, haben so die Möglichkeit, ein Europaicum zu erwerben.

Die Eröffnung des griechischen Jahres an der Universität findet am Montag, 24. November 2014, um 18 Uhr im Großen Sitzungssaal der Philosophischen Fakultäten (Gebäude B3 1, Raum 0.11) statt. Die Veranstaltung ist öffentlich.


Informationen zur Gastprofessorin finden Sie auf der Website
http://www.uni-saarland.de/europaprofessur

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Gabriela Vojvoda-Engstler, M.A.
Universität des Saarlandes, Fachrichtung Slavistik/Europaicum
Tel: 0681 302-70441
E-Mail: g.vojvoda@mx.uni-saarland.de
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