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Uni Osnabrück verabschiedet renommierte Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Heidi Keller

21.10.2014 - (idw) Universität Osnabrück

Sie ist eine der renommiertesten Entwicklungspsychologinnen Deutschlands und hat als eine der Ersten die kulturellen Besonderheiten bei der Kindesentwicklung in ihre Forschungen mit einfließen lassen. Am Freitag, 24. Oktober, wird Prof. Dr. Heidi Keller nach langjähriger Tätigkeit am Fachbereich Humanwissenschaften der Universität Osnabrück in den Ruhestand verabschiedet. Dass es sich bei Prof. Keller um eine herausragende Vertreterin ihres Faches handelt, zeigt eine besondere Ehrung: Für ihr wissenschaftliches Lebenswerk wurde die Wissenschaftlerin kürzlich mit einem Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) geehrt. Bereits im Sommer zuvor hatte Prof. Keller den Wissenschaftspreis der International Association for the Study of Behavioral Development erhalten.

Prof. Keller, geboren 1945 in Talling, Hunsrück, studierte Psychologie, Zoologie, Physiologie, Philosophie sowie Soziologie an der Universität Mainz. Von 1971 bis 1978 war sie wissenschaftliche Assistentin am dortigen Lehrstuhl von Prof. Dr. Albert Wellek in Mainz. 1975 promovierte sie am Fachbereich Biologie, 1978 war sie ein Jahr als Gast am Lehrstuhl Medizinische Psychologie der Universität Mainz. Von 1979 bis 1984 war Keller Hochschulassistentin an der TH Darmstadt wobei sie zusätzlich 1982 als Vertretung des Lehrstuhls Entwicklungspsychologie an der Universität Augsburg tätig war. Zwei Jahre später folgte ihre Habilitation.

Keller hatte seit 1984 an der Universität Osnabrück die Professur für Entwicklung und Kultur inne. 2008 übernahm die Wissenschaftlerin zudem die Leitung der Forschungsgruppe »Kultur, Lernen und Entwicklung« des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe).

Im Rahmen ihrer Arbeit untersuchte Keller unter anderem die unterschiedlichen kulturellen Kontexte, in denen Kinder heranwachsen und stellte deren Besonderheiten heraus. Dabei verglich sie unter anderem Familien der Nso-Bauern in Kamerun mit deutschen Familien und Familien in Costa Rica. Keller konnte dabei zahlreiche Unterschiede zwischen den kulturellen Wurzeln herausarbeiten. »Mit ihrer Forschung hat Heidi Keller nicht nur Brücken zu anderen Entwicklungswissenschaften, wie zum Beispiel der Verhaltensbiologie oder den Neurowissenschaften, geschlagen, sondern auch die Rezeption entwicklungspsychologischer Erkenntnisse in Öffentlichkeit und Gesellschaft gefördert«, heißt es in der Laudatio zur Auszeichnung der DGPs, die Prof. Dr. Bettina Hannover von der Freien Universität Berlin hielt.

Die Verabschiedung findet im Bohnenkamp-Haus im Botanischen Garten der Universität statt und wird von Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger, Dekan des Fachbereichs Humanwissenschaften, und der Leiterin des Instituts für Psychologie, Prof. Dr. Silja Vocks, eröffnet. Die Abschiedsvorlesung von Prof. Keller trägt den Titel »Biologie, Kultur und Entwicklung: eine untrennbare Allianz«.

Die Verabschiedung ist außerdem geprägt von Vorträgen der Weggefährtinnen und Weggefährten, die einen Einblick in das Leben Kellers gewähren, ihre vielen Facetten beschreiben, ihren wissenschaftlichen Ansatz zusammenfassen und vorstellen. Unter anderem wird der ehemalige Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger, sprechen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dekan Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger, Universität Osnabrück
Fachbereich Humanwissenschaften
Seminarstraße 20, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 3384
E-Mail: kai-uwe.kuehnberger@uni-osnabrueck.de
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