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Polen wird der Europäischen Südsternwarte beitreten

29.10.2014 - (idw) Max-Planck-Institut für Astronomie

Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Heute hat Professor Lena Kolarska-Bobiska, die polnische Ministerin für Wissenschaft und höhere Bildung, eine Erklärung unterzeichnet, die Polens Beitritt zur Europäischen Südsternwarte (ESO) einleitet dem wissenschaftlich produktivsten Observatorium der Welt. Die ESO freut sich darauf, Polen nach der anstehenden Ratifizierung der Beitrittserklärung als Mitgliedsstaat begrüßen zu können. Polens Beitrittserklärung wurde heute im polnischen Warschau von Ministerin Kolarska-Bobiska und Tim de Zeeuw, dem Generaldirektor der ESO, im Beisein weiterer wichtiger Vertreter Polens und der ESO unterzeichnet. Da diese Erklärung den Beitritt zu einem internationalen Abkommen bedeutet, muss er beim polnischen Parlament zur Ratifizierung eingereicht werden [1]. Die Unterzeichnung der Erklärung folgte der einstimmigen Zustimmung des ESO-Councils zum Abkommen in einer außerordentlichen Sitzung am 8. Oktober 2014.

Wir freuen uns sehr auf unsere baldige Mitgliedschaft bei der ESO, sagt Ministerin Kolarska-Bobiska. Dies wird für uns viele weitere Möglichkeiten eröffnen und die polnische Industrie ebenso wie unsere Wissenschaft und Technologie vorantreiben. Es wird der Anfang einer wundervollen Partnerschaft für die europäische Astronomie sein und auch unsere Beziehungen zu Chile stärken, ein Land mit dem wir bereits intensiv zusammenarbeiten, zum Beispiel in der Kohleindustrie einem weiteren Gebiet, auf dem Chiles natürliche Bedingungen überragend sind.

Die Beziehung zwischen der ESO und Polen geht über ihre jeweiligen astronomischen Gemeinschaften hinaus. So fand zum Beispiel im Januar 2013 der ESO-Industrietag in Warschau statt. Dieses Ereignis gab der ESO die Möglichkeit die polnische Industrie über ihre aktuellen und zukünftigen Pläne zu informieren, was auch den Bau des European Extremely Large Telescope (E-ELT) miteinschließt.

Wir freuen uns darauf, Polen als Mitglied in unserer Organisation willkommen zu heißen, sagt der Generaldirektor der ESO Tim de Zeeuw. Polen wird eine starke astronomische Gemeinschaft mitbringen, die die Expertise der ESO-Mitgliedsländer stärken wird, zum Beispiel auf dem Gebiet der Zeitserienastronomie. Polen wird Zugang zu einigen der besten Teleskope und Observatorien der Welt erhalten, einschließlich dem Very Large Telescope am Paranal, ALMA auf Chajnantor und im kommenden Jahrzehnt auch zum Extremely Large Telescope auf dem Armazones, was ein riesiger Schritt nach vorne ist. Polen kann sich nun auch am Bau des E-ELT beteiligen.

Polen ist die Heimat von Nikolaus Kopernikus, dem Astronomen, der vorschlug, dass die Sonne und nicht die Erde sich im Mittelpunkt des Sonnensystems befindet, und hat eine lange Tradition auf dem Gebiet der Astronomie, die bis heute reicht. Polnische Astronomen haben in den letzten Jahren viel zur astronomischen Forschung beigetragen und werden mit unserem Beitritt zur ESO weiterhin wachsen, sagt Ministerin Kolarska-Bobiska.

Endnoten

[1] Nach der Ratifizierung der Mitgliedschaft Polens in der ESO, werden Belgien, Brasilien (Ratifizierungsprozess läuft), Dänemark, Deutschland, Frankreich, Finnland, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und die Tschechische Republik zur ESO gehören.

Zusatzinformationen

Die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch 15 Länder: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist der europäische Partner bei den neuartigen Teleskopverbund ALMA, dem größten astronomischen Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO ein Großteleskop mit 39 Metern Durchmesser für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird: das European Extremely Large Telescope (E-ELT).

Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsländern (und einigen weiteren Staaten) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.


Kontaktinformationen

Carolin Liefke
ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie
Heidelberg, Deutschland
Tel: 06221 528 226
E-Mail: eson-germany@eso.org

Richard Hook
ESO Public Information Officer
Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6655
Mobil: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org Weitere Informationen:http://www.eso.org/public/germany/news/eso1433/ - Webversion der Pressemitteilung mit weiteren Bildern
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