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Zwischen Humboldt und Humanressourcen

29.10.2014 - (idw) Goethe-Universität Frankfurt am Main

FRANKFURT. Bolognareformen, Juniorprofessuren, Exzellenzcluster: Die jüngere Vergangenheit hat den deutschen Universitäten so manche Neuerung gebracht. Doch wohin steuert die deutsche Universität langfristig? Welche Probleme und Fragestellungen sind den unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam, welche fachspezifisch? Dem will die Wissenschaftliche Gesellschaft an der Goethe-Universität Frankfurt zum Ende des Jubiläumsjahres mit einer Vortrags- und Diskussionsreihe auf den Grund gehen. Der Titel der Reihe, die am Donnerstag, 30. Oktober, startet: Zwischen Humboldt und Humanressourcen. Universitäten verändern sich, sie folgen dem Rhythmus der Zeiten und der sie tragenden Gesellschaften. Gerade die vergangenen Jahrzehnte haben den deutschen Universitäten zahlreiche Reformen gebracht, deren zum Teil sehr rasche Einführung von vielen kritisiert wurde. Diplom, Magister und Staatsexamen wurden größtenteils durch Bachelorstudiengänge ersetzt, an die sich ein Masterstudium anschließen lässt. Auch die administrativen Strukturen haben sich verändert; heutzutage bestimmen Hochschulräte, die auch mit Persönlichkeiten aus der Wirtschaft besetzt sind, mit über die Geschicke der Universität. Zugleich sehen sich die Universitäten neuen Herausforderungen gegenüber wie wachsenden Studierendenzahlen, Internationalisierung, Geschlechtergerechtigkeit, globaler Wettbewerb. Die finanziellen Bedingungen werden dabei nicht unbedingt besser.
Welche Perspektiven für die Zukunft ergeben sich aus alledem? Welche Antworten sind aus unterschiedlichen Blickwinkeln denkbar? Und wie stehen die deutschen Universitäten im internationalen Vergleich da? Darum geht es an sechs Abenden, zu denen die Wissenschaftliche Gesellschaft in 14-tägigem Rhythmus immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr in den Eisenhower-Raum im IG-Farben-Haus am Campus Westend der Goethe-Universität einlädt. Nach kurzen Impulsreferaten der jeweils zwei Referenten wird die Diskussion im Plenum eröffnet. Wir wollen zum Abschluss der Jubiläumsfeiern Impulse für die Zukunft der Universität sammeln und ein Forum bietet, auf dem sich Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften begegnen können, erklärt Michael Stolleis, Mitglied im Vorstand der Wissenschaftlichen Gesellschaft. Die Wissenschaftliche Gesellschaft sei einer der wenigen Orte, wo die unterschiedlichen Disziplinen sich austauschen könnten, so der frühere Direktor des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte.
Die Auftaktveranstaltung am 30. Oktober trägt den Titel Welche Ziele verfolgt die Universität in der Zukunft. Als Referenten treten Geschichtsprofessor Werner Plumpe und sein Kollege aus der Biologie Enrico Schleiff auf, moderiert wird der Abend vom Frankfurter Historiker Harmut Leppin. An anderen Nachmittagen geht es zum Beispiel um Deutsch als Wissenschaftssprache, um Karrierewege für Frauen oder um neue Formen des Forschens und Lehrens.

Die weiteren Termine:

13. November 2014
Welche Organisationsformen und welche Finanzierung sind zu empfehlen?
Werden dabei zentrale oder dezentrale Strukturen bevorzugt?
Referenten: Holger Gottschalk (Kanzler der GU), Prof. Dr. Josef Pfeilschifter (Medizin)
Moderation: Prof. Dr. Andreas Junge (Geophysik)

27. November 2014
Welche Karrierewege wird es geben, insbesondere für Frauen?
Referenten: Dr. Nadine Grotkamp (Rechtsgeschichte), Prof. Dr. Nina Janich (Linguistik)
Moderation: Prof. Dr. Roser Valenti (Theoretische Physik)

11. Dezember 2014
Sprachen und Publikationsformen der Zukunft
Referenten: Prof. Dr. Peter Janich (Wissenschaftstheorie); Prof. Dr. Dirk Rischke (Theoretische Physik)
Moderation: Prof. Dr. Julika Griem (Anglistik)

15. Januar 2015
Wo sind Vorstöße in Neuland zu erwarten?
Referenten: Prof. Dr. Harald Schwalbe (Biochemie); Prof. Dr. Rainer Forst (Philosophie)
Moderation: Prof. Dr. Michael Stolleis (Rechtsgeschichte)

29. Januar 2015
Welche Formen Forschung und Lehre sind zukunftsträchtig?
Referenten: Prof. Dr. Volker Mosbrugger (Paläontologie); Prof. Dr. Thomas Duve (Rechtsgeschichte)
Moderation Prof. Dr. Joachim Engels (Biochemie)
Alle Veranstaltungen finden von 16 bis 18 Uhr am Campus Westend, IG-Farben-Haus, Eisenhower-Raum, statt, der Eintritt ist frei.

Informationen: Näheres zur Wissenschaftlichen Gesellschaft unter http://www.wissenschaftliche-gesellschaft.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto Wissenschaft für die Gesellschaft in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100


Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Dr. Anke Sauter, Wissenschaftsredakteurin, Abteilung Marketing und Kommunikation, Grüneburgplatz1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-12498, Fax: (069) 798-761 12531, sauter@pvw.uni-frankfurt. Weitere Informationen:http://www.wissenschaftliche-gesellschaft.uni-frankfurt.de
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