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Wie bleibe ich trotz Arbeitsstress gesund? Forschungsarbeit an der EHB prämiert

30.10.2014 - (idw) Evangelische Hochschule Berlin (EHB)

Bachelorarbeit zur Gesundheit Pflegender im Krankenhaus prämiert. Absolventinnen des Studiengangs Bachelor of Nursing gewinnen mit ihrer empirischen Untersuchung den Gräfin von der Schulenburg-Preis 2014 Erstmals geht der Gräfin von der Schulenburg-Preis der Evangelischen Hochschule Berlin in den Studiengang Bachelor of Nursing. Die Absolventinnen Susanne Röder und Jessica Korb erhielten heute bei der hochschulweiten Veranstaltung ehb.forscht den mit 1.000 Euro dotierten Preis für die gemeinsam erstellte Bachelorarbeit "Die Gesundheit Pflegender in der Institution Krankenhaus". In ihrem lebhaften und fundierten Vortrag stellten sie ihre empirische Untersuchung vor, die auf Interviews mit Pflegenden in einem Berliner Unfallkrankenhaus basiert. Dabei vollzogen sie in ihrer Fragestellung einen Perspektivwechsel im Sinne der Salutogenese, indem sie den Analysefokus auf die Bewahrung der Gesundheit setzten: Wie schätzen Pflegende ihre eigene Gesundheit ein? Welche Faktoren wirken auf die Gesundheit und was brauchen Pflegende, um gesund zu sein? Ihre Auswertung zeigte unter anderem, dass grundsätzlich eine Fürsorge für die Gesundheit bei den Pflegenden vorhanden sei und auch der Wunsch, diese zu erhalten und zu fördern, aber häufig die Fürsorge für andere im Vordergrund steht. In ihrem Fazit richteten die Referentinnen dann auch einen Appell an die Arbeitgeber_innen, ihrer Verantwortung als solche gerecht zu werden und die Mitarbeiter_innen in der Gesundheitsförderung zu unterstützen.

Auch die Vorträge der fünf anderen Referentinnen aus den Studiengängen Pflegemanagement, Soziale Arbeit, Kindheitspädagogik und Evangelische Religionspädagogik überzeugten das anwesende Publikum. Ich kann auf mittlerweile acht Jahre ehb.forscht zurückblicken, sagte die Rektorin der Evangelischen Hochschule Berlin, Prof. Dr. Angelika Thol-Hauke, in ihrer Ansprache kurz vor der Preisgabe der Gewinnerinnen. Aber selten überzeugten mich alle Vorträge gleichermaßen, sowohl inhaltlich als auch im Hinblick auf die Präsentation. Die Wahl fiel der Jury sicher nicht leicht.

Alle nominierten Arbeiten befassten sich mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen und zeichneten sich in diesem Jahr zudem durch einen Disziplinen übergreifenden Ansatz aus. So fragte die Absolventin der Sozialen Arbeit, Sinje Bolk, ob der "Umgang mit unbegleiteten Flüchtlingen in Deutschland, bezogen auf das Verfahren der Altersfestsetzung, im Widerspruch zu den völkerrechtlichen Bestimmungen der UN-Kinderrechtskonvention steht" und verband in ihrer Forschungsarbeit soziologische Theorien, gesetzgebende Vorschriften und die alltagspraktischen Felder der Sozialen Arbeit. Helene Nagel aus der Kindheitspädagogik untersuchte "Ausgrenzungsprozesse im Alltag von Kindern in der Freispielzeit", sowohl im Hinblick auf bildungs- und pädagogische Prozesse als auch unter inklusionsrelevantem Ansatz. Die Kandidatin aus dem Studiengang Evangelische Religionspädagogik, Ruth Eigmüller, befasste sich in ihrer Arbeit "Gemeinsam Gemeinde gestalten" mit der Zusammenarbeit von Berliner Kirchengemeinden und Kindertagesstätten in evangelischer Trägerschaft. Dabei ging es um die Kommunikationsstrukturen der beiden miteinander arbeitenden Institutionen und welche Schwerpunkte gesetzt werden müssten, um die Gemeinde als Ort der religiösen Erfahrungen für die verschiedenen Personengruppen erlebbar zu machen. Und auch die beiden Pflegemanagerinnen Julia Eing und Katrin Schollmeyer verbanden in ihrer Arbeit "Relevanz der Zertifizierung von Case Management für deutsche Unternehmen am Beispiel der Schweiz" die Berufsfelder Gesundheit/Pflege und Soziale Arbeit und plädierten für eine engere Zusammenarbeit der Disziplinen zum Wohl und im Sinne der Selbständigkeit der Patient_innen.

Jeweils zehn Minuten hatten die Kandidatinnen Zeit, um die fünfköpfige externe Jury von der Qualität ihrer Arbeit und auch durch ihre Präsentation zu überzeugen. Im Auswahlgremium saßen Kirchenrätin Barbara Eschen, Beauftragte für die Diakonie sowie Direktorin des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Peter Offermanns, Leiter der FobiDe Die Pflegeakademie, Prof. em. Dr. Hilde von Balluseck, Chefredakteurin des Internetportals erzieherin.de, Pfarrer Martin Spenn, Direktor des Amtes für kirchliche Dienste (AKD) in der EKBO sowie Diplom-Gesundheitsökonom Dieter Banken. Die Laudatio sprach im Anschluss Prof. Dr. Annerose Bohrer, Studiengangsbeauftragte und betreuende Professorin im Studiengang Bachelor of Nursing. In ihrer sehr persönlichen Rede auf die beiden Gewinnerinnen hob sie insbesondere deren wissenschaftliche Leidenschaft für ihr Fach, ihre Neugier und kritische Haltung im Studium und auch den umsichtigen Umgang mit den Ergebnissen ihrer empirischen Arbeit hervor. Alles Eigenschaften, die, laut Laudatorin, wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit in der Forschung darstellten.
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung von den beiden Schülern und Ensemblemitgliedern des Landesjugendorchesters Sebastian Mirow (Rheingau-Gymnasium Berlin) und Robert Rülke (Vicco von Bülow Gymnasium Falkensee), die mit Cello und Geige das Publikum begeisterten.
Die Veranstaltung ehb.forscht findet seit 2007 an der EHB statt. Hier setzt die Hochschule den Fokus auf ihre vielfältigen Forschungsprojekte und die Leistungen der Studierenden. Ziel ist es, diese Arbeiten vorzustellen und einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Teil des Preises ist auch die seit 2013 bestehende Möglichkeit für die Preisträger_innen, ihre Abschlussarbeit mit Unterstützung der Hochschule zu veröffentlichen.

Zeitlicher Orientierungspunkt von ehb.forscht ist der Reformationstag und damit auch Brückenschlag zur kirchlichen Trägerschaft der Hochschule. Der Preis ist Berta Gräfin von der Schulenburg gewidmet, die 1904 die Frauenschule der Inneren Mission in Berlin gründete, aus der im Wintersemester 1971/72 die staatlich anerkannte Evangelische Fachochschule Berlin, heute Evangelische Hochschule Berlin (EHB), wurde.
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