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Uniklinikum Würzburg: Kooperationsanbahnung mit der Ukraine

30.10.2014 - (idw) Universitätsklinikum Würzburg

Das Universitätsklinikum Würzburg lotet derzeit gemeinsam mit Medizinern aus der westukrainischen Universitätsstadt Lemberg Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit aus. Ein vielversprechendes Themenfeld ist die Pädiatrische Onkologie. Auf Initiative des Würzburger Universitätspräsidenten Prof. Alfred Forchel sondieren Natur-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaftler aus Würzburg und der ukrainischen Stadt Lemberg derzeit verstärkt Chancen zur Zusammenarbeit. Auch das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) ist in die Gespräche eingebunden. Um wechselseitig die Leistungsfähigkeit, Interessen und Bedürfnisse der Mediziner aus beiden Universitätsstädten kennenzulernen, fanden bislang zwei bilaterale Treffen statt: Im Juni dieses Jahres war eine Würzburger Delegation in Lemberg zu Gast, der Gegenbesuch der Ukrainer erfolgte im September.

Pädiatrische Onkologie in der Ukraine mit Nachholbedarf

Schon beim ersten Treffen kristallisierte sich ein hohes Interesse der ukrainischen Kollegen an unserem Know-how in der Pädiatrischen Onkologie heraus, berichtet Prof. Christoph Reiners, der Ärztliche Direktor des UKW. Krebskranke Kinder, die eine Stammzelltransplantation benötigen, werden in der Ukraine derzeit in aller Regel zusammen mit erwachsenen Tumorpatienten behandelt oder zur Therapie nach Israel gebracht. Eine unbefriedigende Situation, die die Ärzteschaft der Nationalen Medizinischen Danylo-Halytsky-Universität Lemberg gerne ändern will. Folgerichtig waren unter der Besuchergruppe am UKW drei pädiatrische Onkologinnen und ein Onkologe. Bei den Gesprächen zeigte sich, dass sich unsere Experten aus der Kinderklinik sowie der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie gut vorstellen könnten, in einem Weiterbildungsprogramm ukrainische Ärztinnen und Ärzte zu schulen, schildert Prof. Reiners. Hierzu böten sich vor allem Hospitationen am UKW an.

Aufwändiges Besuchsprogramm

Das Universitätsklinikum Würzburg stellte sich den Gästen neben den vier Krebsexperten ein Infektiologe, eine Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin, eine Dermatologin/Allgemeinärztin sowie zwei Vertreter der Universitätsspitze an drei Tagen in einem aufwändigen Besuchsprogramm vor. Im Mittelpunkt standen die diversen Zentren des mainfränkischen Krankenhauses der Maximalversorgung, allen voran das Doppelzentrum für Operative und Innere Medizin (ZOM/ZIM) sowie das Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken.

Forschungskooperation in der Galenik?

Außer dem angedachten Hilfsprogramm in der Pädiatrischen Onkologie zeigte sich auch eine wissenschaftliche Kontaktfläche zwischen Lemberg und Würzburg im Bereich der Pharmazie, hier im Speziellen in der Galenik. Die Galenik ist die Lehre der Arzneimittelherstellung; an der Uni Würzburg ist sie am Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie angesiedelt.
Sowohl die Kollegen aus Lemberg, wie auch wir hier in Würzburg werden in jedem Fall an diesen Kooperationsideen weiterfeilen. Ich bin optimistisch, dass es uns gelingt, aus den Optionen auch Realitäten werden zu lassen, resümierte Prof. Reiners den derzeitigen Status.
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