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HochschulAllianz für Angewandte Wissenschaften plädiert für eigenständiges Promotionsrecht

03.11.2014 - (idw) Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Die HochschulAllianz für Angewandte Wissenschaften (HAWtech) plädiert für ein eigenständiges Promotionsrecht in forschungsstarken Bereichen an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Ein entsprechendes Papier die Berliner Erklärung - wollen die in der HAWtech verbundenen Hochschulen in Berlin erörtern. Nur mit einem eigenständigen Promotionsrecht können wir adäquat auf den wachsenden Bedarf der Wirtschaft an wissenschaftlich ausgebildeten Nachwuchskräften mit ausgeprägter Praxisorientierung reagieren, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, Rektor der Hochschule Karlsruhe, derzeit Sprecher der HAWtech.

Tagung Fachhochschulen forschen: Nachwuchs der HAWtech im Fokus am 7.11.2014. Über die Berliner Erklärung und die Potenziale der Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften soll am Freitag, 7. November 2014, mit Vertreter/-innen aus Wissenschaft und Politik sowie mit Promovierenden diskutiert werden. Die Tagung findet an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) statt.

Die HAWtech vertritt seit 2009 sechs der im Bereich der Ingenieurwissenschaften führenden Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen). Es sind dies die Fachhochschule Aachen, die Hochschule Darmstadt, die Hochschule Esslingen, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Hochschule Karlsruhe sowie die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

In der von den HAWtech-Hochschulen verfassten Berliner Erklärung heißt es wörtlich: In vielen Themenbereichen haben die deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWen) in den vergangenen Jahren hohe Forschungskompetenz und Forschungsstärke entwickelt. Der wissenschaftliche Nachwuchs wird direkt in die Forschungstätigkeiten eingebunden, die in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft und insbesondere mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durchgeführt werden, um so die Fähigkeit zu eigenständigem praxisorientierten wissenschaftlichen Arbeiten zu erwerben. Um die anwendungsorientierte Forschung sowie den Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft zu gewährleisten, seien neben kooperativen Promotionen zusammen mit Universitäten weitere qualitätsgesicherte Möglichkeiten zur Ausübung des Promotionsrechts von HAWen notwendig.

Dies bedeute jedoch nicht, dass jede HAW das Promotionsrecht erhalten müsse, heißt es in der Berliner Erklärung weiter. Denkbar sei ein eigenständiges Promotionsrecht für forschungsstarke Bereiche von HAWen oder für HAW-übergreifende Forschungsverbünde, die spezifische und anerkannte Qualitätskriterien erfüllen. Dies könne gegebenenfalls zunächst auch zeitlich befristet sein, und ließe sich an konkrete wissenschaftliche Leistungen der Forschenden knüpfen. Des Weiteren könne im Rahmen befristeter Modellversuche nachgewiesen werden, dass anwendungsnahe Promotionen eine wesentliche Ergänzung zum universitären Promotionsrecht darstellen würden. Ein derart ausgestaltetes Promotionsrecht würdige nicht nur die hohen Forschungsleistungen der HAWen, sondern erhöhe die Qualität und die nationale und internationale Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Deutschland für Studierende, Lehrende und Forschende. Ähnliche Modellversuche haben bislang die Länder Baden Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein und Brandenburg gestartet bzw. angekündigt.

Der Weg zu einer Promotion ist für Absolventen/-innen von HAWen in Deutschland derzeit noch recht steinig. Zwar sind Masterabschlüsse von HAWen und Universitäten formal gleichwertig, doch da HAWen über kein eigenes Promotionsrecht verfügen, müssen HAW-Absolventen/-innen erst einmal eine/n Professor/-in an einer Universität ausfindig machen, der/die bereit ist, sie als Promovend/-in zu betreuen. Wer an der eigenen Hochschule bleiben möchte, muss zusätzlich zum/zur Professor/in der HAW eine/n Universitäts-Professor/-in für eine kooperative Promotion finden. Doch diese Suche gestaltet sich oft schwierig. Manche HAW-Fächer existieren nicht an Universitäten, Promotionssordnungen unterscheiden sich von Fakultät zu Fakultät, einheitliche Regeln für den Umgang mit HAW-Absolventen/-innen gibt es nicht. Oft sind HAW-Absolventen/-innen aufgrund der Praxisausrichtung von Fachhochschulen auch mit Vorurteilen konfrontiert. Und sie müssen nicht selten Auflagen für die Zulassung erfüllen, beispielsweise vorab Lehrveranstaltungen an der Universität belegen und die dazugehörigen Prüfungen bestehen.

So verwundert es nicht, dass laut einer Statistik der Hochschulrektorenkonferenz 2011 nur eine von 100 Promotionen in Deutschland von einem/r HAW-Absolventen/-in abgeschlossen wurde. Doch die Schar derer, die promovieren möchten, wird in dem Maße größer, in dem die Forschungsstärke von HAWen wächst. Allein die HAWtech zählt derzeit 300 Promotionsverfahren zum Teil mit internationalen Universitäten an ihren sechs Mitgliedshochschulen. Grund genug, das Thema auf die Agenda zu setzen.

Einladung zur Veranstaltung Fachhochschulen forschen:
der wissenschaftliche Nachwuchs der HAWtech im Fokus
Freitag, 7. November 2014, 10.00 bis 17.00 Uhr
HTW Berlin | Campus Wilhelminenhof | Gebäude G | Hörsaal G001 und G002 | Wilhelminenhofstraße 75A | 12459 Berlin
Das Veranstaltungsprogramm finden Sie unter:
http://www.htw-berlin.de/forschung/promotionstagung-der-hawtech/

Ansprechpartner für die Presse in Berlin:
Prof. Dr. Matthias Knaut, HTW Berlin, Vizepräsident für Forschung
Tel.: 030 / 0170 333 21 50
Die Hochschulen der HAWtech im Kurzprofil

FH Aachen
Die 1971 gegründete FH Aachen bietet ihren rund 12.800 Studierenden eine erstklassige Ausbildung in modernen und zukunftsweisenden Berufen. Durch den engen Bezug zur Berufspraxis der rund 230 Professorinnen und Professoren und weiteren 700 Beschäftigten in Lehre und Forschung ist eine berufsqualifizierende, wissenschaftlich fundierte Ausbildung gewährleistet. Kooperationen mit regionalen und internationalen Unternehmen sowie renommierten Forschungseinrichtungen bürgen für eine hohe Qualität des Lehrangebotes. Derzeit können Studieninteressierte aus 53 Bachelor- und 22 Masterstudiengängen in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Gestaltung auswählen. Zudem kann die FH auf eine wachsende Zahl an kooperativen Promotionen verweisen.
www.fh-aachen.de

Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin)
Vielfältig und innovativ diese beiden Merkmale charakterisieren die Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin). Mit beinahe 13.000 Studierenden, 270 Professorinnen und Professoren, 700 Lehrbeauftragten und 27 Bachelor- und Masterstudiengängen in den Bereichen Technik, Informatik, Wirtschaft, Kultur und Gestaltung zählt sie zu den mittelgroßen Hochschulen in Deutschland. Im Bereich der Technik reicht das Fächerspektrum von Bauingenieurwesen über Maschinenbau und Elektrotechnik bis hin zu Umwelttechnik/Regenerative Energien. Als besonders innovative Hochschule wurde die HTW Berlin mehrfach ausgezeichnet.
www.htw-berlin.de

Hochschule Darmstadt
Die Hochschule Darmstadt (h_da) gehört mit ihren mehr als 15.000 Studierenden und gut 60 Studiengängen zu den größten Fachhochschulen in Deutschland. Ihr Lehrangebot und ihre Forschungskapazität erstrecken sich von den Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaft und Mathematik, Informationswissenschaft und Informatik über Wirtschaft und Gesellschaft bis zu Architektur, Medien und Design. Qualitätsmerkmale der Hochschule sind eine gute Betreuung und die deutliche Praxisorientierung während des Studiums. Verschiedene unabhängige Studien bestätigen regelmäßig den guten Ruf ihrer Absolventinnen und Absolventen.

www.h-da.de

Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
Die HTW Dresden wurde im Jahr 1992 gegründet. Sie ist die zweitgrößte Hochschule der sächsischen Landeshauptstadt. Technik, Wirtschaft, Gestaltung und grüne Studien sind die vier Säulen, auf die sich das Angebot von mehr al
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