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Das Menschenschlachthaus: Vorahnungen des Ersten Weltkrieges in Literatur, Kunst und Wissenschaft

03.11.2014 - (idw) Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg

Blinder Revanchismus, Dekadenz, Faszination und Angst vor dem, was die moderne Technik möglich macht, prägen die Stimmung von Künstlern und Wissenschaftlern im ausgehenden 19. Jahrhundert. Studierende der Helmut-Schmidt-Universität haben Zeugnisse dieser spannenden Epoche in der Ausstellung Das Menschenschlachthaus zusammengetragen. Sie wird am 11. November 2014 um 18:00 Uhr in der Hauptbibliothek der HSU eröffnet. Deutsche Publizisten erträumten ein Weltreich von Berlin bis Bagdad, französische Autoren sahen Deutschland von der Landkarte verschwinden und die Briten warnten vor einer Siegesparade Kaiser Wilhelms durch London. Ein wirres Stimmungsbild verunsicherte im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht nur die Bohème in Mitteleuropa.
Literaten wie der junge Georg Heym sehnten sich nach einem Krieg, weil sie sich langweilten. Mahner, wie der polnische Industrielle Johann von Bloch, warnten hingegen schon 1899, dass moderne Kriege nur Verlierer hervorbringen würden.

Jeder zukünftige Krieg, so Blochs Fazit, wird für alle Beteiligten, ganz gleich ob Gewinner oder Verlierer katastrophal enden. Jede Volkswirtschaft wird zerrüttet, jede Gesellschaft im Kern erschüttert, erläutert Prof. Dr. Bernd Wegner, Professor für Neuere Geschichte und Initiator der Ausstellung. Zwanzig Studierende haben unter seiner Leitung Zeugnisse dieser Zeit zusammengetragen und bewertet. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren sie in der Ausstellung Das Menschenschlachthaus: Vorahnungen des Ersten Weltkrieges in Literatur, Kunst und Wissenschaft.

In sieben Abteilungen dokumentieren Exponate, Bücher oder Kunstwerke Impressionen und Prognosen, strategische Visionen oder Zukunftsbilder rund 20 Jahre vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Kriegszweifler wie der Industrielle Johann Bloch, die Schriftstellerin Bertha von Suttner oder der Hamburger Volksschullehrer Wilhelm Lamszus kommen ebenso zu Wort, wie die Kriegsbefürworter Georg Heym, der Kavallerie-General Friedrich von Bernhardi oder der Regierungsrat Martin Rudolf. Breiten Raum nehmen zudem Publikationen aus Frankreich und Großbritannien ein.
Die Ausstellung gibt einen Eindruck von der Vielfalt der Meinungen und Stimmungen und zeigt, wie nahe Phantasterei, Utopie und Realität beieinander lagen.

Terminhinweis
Ausstellungseröffnung
Das Menschenschlachthaus: Vorahnungen des Ersten Weltkrieges in Literatur, Kunst und Wissenschaft
Dienstag, 11. November 2014, 18:00 Uhr Hauptbibliothek der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Hauptgebäude, Hauptbibliothek
Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg

Laufzeit der Ausstellung
11.11.2014 bis 27.02.2015

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag, 9 bis 16 Uhr. Freitag 9 bis 14 Uhr.

Der Eintritt ist frei.
Führungen nach Vereinbarung.
Der Zugang ist barrierefrei.

Begleitende Vortragsreihe
Alle Veranstaltungen finden in der Hauptbibliothek statt. Beginn ist um 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

18. November 2014
Literarische Bilder von kommenden Kriegen: Zu den prophetischen Qualitäten der Anti-Kriegsliteratur von Wilhelm Lamszus.
Prof. Dr. Andreas Pehnke (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)

2. Dezember 2014
Die Folgen des Krieges erkennen, um ihn zu vermeiden: Johann von Blochs Prognosen über den Ersten Weltkrieg.

Jörg Plass, M.A., (Oberkochen)

15. Januar 2015
Wie realistisch war das Kriegsbild des deutschen Generalstabes vor 1914?
Oberst Dr. Gerhard Groß (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften Potsdam)

29. Januar 2015
Kriegserwartungen, Kriegsromane, Kriegsphantasien vor 1914
Prof. Dr. Kurt Möser (Karlsruher Institut für Technologie)

Weitere Informationen
Dietmar Strey, Telefon 040 65412774, E-Mail: pressestelle@hsu-hh.de Anhang
Flyer zur Ausstellung "Das Menschenschlachthaus"
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