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32. Vortrag der Erich-Regener-Vortragsreihe: Die Geschichte des Eichsfelddorfes Lindau

04.02.2004 - (idw) Max-Planck-Institut für Aeronomie

Zum 32. "Erich-Regener-Vortrag" lädt das Max-Planck-Institut für Aeronomie (MPAE) in Katlenburg-Lindau alle interessierten Hörer in seinen Hörsaal ein (Ortsteil Lindau, Max-Planck-Strasse 2). Am Donnerstag, dem 12. Februar 2004, um 19.00 Uhr, wird Herr Dieter Wagner vom Kreisarchiv Göttingen einen ca. einstündigen Vortrag über das Thema "Lindau - Geschichte eines Eichsfelddorfes" halten. Dieter Wagner ist in Duderstadt geboren und aufgewachsen. Er studierte in Göttingen und Hannover Geschichte und Politik und schloß in Marburg, Osnabrück und Hannover eine Ausbildung zum Diplom-Archivar an.

Das Eichsfeld ist eine historisch gewachsene Landschaft im Zentrum Deutschlands, die sich aus einem 897 erstmals urkundlich erwähnten Gau im Gebiet von Mühlhausen/Thüringen entwickelt hat. In der Nähe dieses Gebietes erwarben die Mainzer Erzbischöfe vom 10. bis 16. Jahrhundert ein zusammenhängendes Territorium, auf das der Name Eichsfeld übertragen wurde. Dieses Mainzer Territorium, das durch den konfessionellen Gegensatz zu den umliegenden Gebieten ein kulturelles Selbstbewußtsein entwickelte, wurde 1815 zwischen den Königreichen Preußen (Obereichsfeld um Heiligenstadt, heute zu Thüringen) und Hannover (Untereichsfeld um Duderstadt, heute zu Niedersachsen) geteilt. 1866 kam das Untereichsfeld mit dem Königreich Hannover ebenfalls zu Preußen.

Lindau ist der nördlichste Ort des Eichsfeldes. Es wurde zum ersten Mal 1184 urkundlich erwähnt und war damals vermutlich ein Adelssitz. Eine Hälfte Lindaus kam 1434, die andere Hälfte 1521 als Pfand an das Erzbistum Mainz. Lindau war danach im "Amt Lindau" Verwaltungszentrum für mehrere Dörfer. Von 1832 bis 1859 war es Sitz des Amtes Catlenburg-Lindau. Zum Kreis Duderstadt gehörte es von 1885 bis 1972. Durch die Verwaltungsreform wurde der Kreis Duderstadt 1973 dem neuen Landkreis Göttingen zugeschlagen, allein Lindau kam zum Kreis Northeim und 1974 zu der neuen Großgemeinde Katlenburg-Lindau.

Erich Regener (http://www.physik.uni-stuttgart.de/Allgemein/geschichte/regener.html) (1881 - 1955), dessen Namen die Vortragsreihe trägt, war Physikprofessor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seit 1938 leitete er in Friedrichshafen am Bodensee die "Forschungsstelle für Physik der Stratosphäre in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft". Aus der Forschungsstelle entstand 1952 in Weissenau bei Ravensburg ein Max-Planck-Institut, das nach Regeners Tod nach Südniedersachsen verlagert wurde und eine der beiden Wurzeln des heutigen MPAE bildet. Regeners Interessen galten insbesondere der Kosmischen Strahlung und dem Ozon der Stratosphäre. Seit 1942 entwickelte er zur Erforschung der hohen Atmosphäre erstmals eine wissenschaftliche Nutzlast für eine Rakete, die zwar noch in Peenemünde in die Spitze einer A4-(V2-)Rakete eingebaut, in den Wirren des endenden Krieges aber nicht mehr gestartet wurde.
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