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Magnus-Haus Berlin Traditionsreicher Ort der Begegnung und des Austausches

03.11.2014 - (idw) Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Helmholtz, Siemens, Kirchhoff in der heutigen Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) dem Magnus-Haus Berlin gingen bekannte Namen aus Wissenschaft, Technik und Wirtschaft ein und aus. Die Geschichte reicht zurück bis Friedrich II. dem Alten Fritz. Seit zwanzig Jahren ist das Magnus-Haus gefragtes wissenschaftliches Begegnungszentrum der wiedervereinigten Deutschen Physikalische Gesellschaft sowie Sitz der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin. Eine Festveranstaltung würdigt die Bedeutung des Hauses. Seit der Wiedervereinigung unserer Gesellschaften ist das Magnus-Haus geistiges und historisches Zentrum der DPG, sagt DPG-Präsident Edward Krubasik. Im 18. Jahrhundert wohnte und arbeitete dort beispielsweise Joseph-Louis Lagrange, einer der Begründer der analytischen Mechanik. Den Geist des Hauses am Kupfergraben 7 hat aber zweifelsohne der Berliner Physiker und Chemiker Heinrich Gustav Magnus (1802 1870) geprägt, der das Haus 1840 erwarb. Magnus war ein aufs Experimentelle ausgerichteter Wissenschaftler. Der nach ihm benannte Magnus-Effekt erklärt beispielsweise, warum beim Fußball sogenannte Bananen-Flanken auf merkwürdig gekrümmten Flugbahnen den Torschützen erreichen oder wie ein sogenannter Flettner-Rotor Schiffe antreibt. In diesem Hause ganz in der Nähe des berühmten Pergamon-Museums gründete Magnus das erste physikalische Institut und leitete es nahezu dreißig Jahre lang. In dieser Zeit begründete der Berliner Wissenschaftler eine neuartige Lehrveranstaltung: das Physikalische Colloquium. Bei Tee und Gebäck diskutierten die Teilnehmer aktuelle Veröffentlichungen und den Stand der Forschung. Hier lernten sich die Physiker kennen, die am 14. Januar 1845 die Physikalische Gesellschaft zu Berlin gründeten, aus der später die DPG hervorging. Diesem Kreis gehörten auch Werner von Siemens und Georg Halske an, die sich später zur Telegraphenbauanstalt Siemens & Halske zusammenfanden, aus der später der deutsche Weltkonzern Siemens entstand.

Zum 100. Geburtstag von Max Planck im Jahr 1958 wurde das Haus von Oberbürgermeister Friedrich Ebert dann der Physikalischen Gesellschaft in der DDR in dauernde Obhut und Pflege übergeben mit der Befugnis, es wie ein Eigentümer zu benutzen und zu gestalten. Anschließend bezog die Physikalische Gesellschaft der DDR bis zur deutschen Vereinigung ihren Sitz im Magnus-Haus, das damit zu einem wichtigen Zentrum der Physiker in der DDR wurde. Mit dem Zusammenschluss beider Gesellschaften ging das Magnus-Haus als gemeinsames Erbe an die DPG-Mitglieder aus Ost- und Westdeutschland mit der Verpflichtung, es als Stätte der Physik zu nutzen und zu bewahren.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Eröffnung des Magnus-Hauses als wissenschaftliches Begegnungszentrum der Deutschen Physikalischen Gesellschaft findet am Montag, den 10. November 2014 um 18:00 Uhr im Magnus-Haus am Kupfergraben 7 eine Festveranstaltung statt. Nach Grußworten des Wissenschaftlichen Leiters des Magnus-Hauses, Wolfgang Eberhardt, sowie des Präsidenten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Edward G. Krubasik, gibt der Vorsitzende des Kuratoriums des Magnus-Hauses, Ingolf V. Hertel, einen Rückblick über die Geschichte des Hauses. Nach vorne blickt das Ehrenmitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und Ehrenmitglied des Vorstands der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, Dieter Röß, in seinem Festvortrag Bildung, Forschung, Innovation, Wohlstand.

Für die Berichterstattung sind Medienvertreter herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Bitte melden Sie sich dazu per E-Mail an magnus@dpg-physik.de an.
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