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Startschuss für RRI-Projekt in Oberhausen: Verantwortungsbewusste Forschung in der Praxis

07.11.2014 - (idw) Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Was ist der Schlüssel zu verantwortungsbewusster Forschung und Innovation? Wie kann diese in der Praxis realisiert werden? Und was muss bei der Kommunikation zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft beachtet werden? Um diese Fragen zu diskutieren, trafen sich verschiedene Stakeholder zu einem Workshop am Oberhausener Forschungsinstitut Fraunhofer UMSICHT der Startschuss für das Projekt »RRI Tools«. Auch wenn die Ergebnisse und Produkte bekannt sind und häufig verwendet werden, finden Forschung und Innovation meistens hinter verschlossenen Türen statt. Die oft zitierte »Wissenschaft im Elfenbeinturm« ist häufig noch Realität. Die Gesellschaft ist nur selten in Entscheidungen eingebunden, in welcher Form und Richtung geforscht werden soll. Forderungen dies zu ändern, werden zunehmend laut. In der europäischen Forschungspolitik und -förderung wurde daher das Thema RRI (Responsible Research and Innovation) verankert. Die Europäische Kommission förderte noch innerhalb des siebten Forschungsrahmenprogramms verschiedene Projekte rund um RRI. Eines dieser Projekte, RRI-Tools, koordiniert von der spanischen La Caixa Stiftung, soll in den kommenden drei Jahren ein europaweit akzeptiertes Verständnis erarbeiten, was verantwortungsbewusste Forschung und Innovation ausmacht. Der Startschuss fiel im Januar dieses Jahres.

Im Rahmen des Projekts RRI Tools fand am 23. Oktober 2014 bei Fraunhofer UMSICHT, in Kooperation mit dem Wissenschaftsladen Bonn, nationaler Koordinator von RRI Tools, der erste Stakeholder Workshop statt. Die 18 Teilnehmer aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Industrie, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik tauschten sich unter dem Motto »Tools for Responsible Reasearch and Innovation Praxis und Anforderungen« aus. Seitens Fraunhofer UMSICHT nahm Charlotte Knips, Ideenfabrik zukünftige Produkte, an der Veranstaltung teil. Sie arbeitet u. a. im Bereich der alternativen Innovations- und Produktionsmodelle sowie nachhaltigen Forschung.

RRI Toolkit

Kernpunkt von RRI Tools ist die Erstellung eines Toolkits, das in den 30 Ländern des europäischen Forschungsraums verbreitet werden soll. Eine offene »Community of Practice« wird im Sinne des Toolkits handeln und es stetig weiterentwickeln. Das Toolkit wird praktische digitale Ressourcen ebenso beinhalten wie Aktionen zur Sensibilisierung, Ausbildung, Verbreitung und Umsetzung der RRI. Die einzelnen Akteure in den 30 Ländern werden von nationalen hubs (Anlaufstellen) wie dem Wissenschaftsladen Bonn zusammengebracht.

Das erste deutschlandweite Treffen bei Fraunhofer UMSICHT bildete den Rahmen für einen ersten Erfahrungsaustausch und die Bedarfsermittlung. Norbert Steinhaus vom Wissenschaftsladen Bonn: »Das RRI-Projekt soll als Startschuss für eine gezieltere Auseinandersetzung mit der Thematik verantwortungsvolle Forschung genutzt werden. Es geht uns insbesondere um Fragestellungen, die speziell auf Deutschland bezogen sind hier besteht Handlungsbedarf. Die Akteure müssen zusammengebracht werden, damit Projekterfahrungen ausgetauscht und nutzbar für alle Beteiligten gemacht werden können.« In weiteren nationalen und internationalen Workshops werden nun Handlungsempfehlungen entstehen, die in das RRI-Toolkit einfließen. Im Anschluss an die Workshops soll das Toolkit durch Aktionen des nationalen Koordinators ¬wie z. B. Trainings umgesetzt werden.

Einbindung der Zivilgesellschaft gefordert

Die Teilnehmer des Workshops in Oberhausen zeigten sich durchweg zufrieden mit den Ergebnissen. Der künftige Anwendungsbereich wurde ebenso diskutiert wie die Verständigung zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. »An der Universität beschäftige ich mich mit genau diesem Thema. Ich erhoffe mir für die Zukunft, dass die Wissenschaft die Zivilgesellschaft mehr einbindet, sowohl im Entwicklungsprozess als auch in der Forschung selbst. Es wird sehr spannend das RRI Toolkit umzusetzen«, so Jörg Miller, Institut für Psychologie Universität Duisburg-Essen. Weitere Informationen:http://www.rri-tools.eu Projektseitehttp://www.wilabonn.de Wissenschaftsladen Bonn

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