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Zwischen Wortgefecht und Kompromiss: Wie gelingt der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis?

11.11.2014 - (idw) Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Im Auftrag des Climate Service Center 2.0 (CS2.0) entstand der erste umfassende Literaturbericht zum Thema Transdisziplinarität. Der Forschungsbedarf liegt auf der Hand: Bei Dialogen zu Themen wie Energiewende, Elbvertiefung oder Anpassung an den Klimawandel treffen Akteure aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppen aufeinander. Die Kernfrage des Literaturberichts lautet: Was weiß die Forschung über gelingende Kommunikation zwischen Wissenschaft und Praxis? Uns war klar, dass zu diesem Thema viele verschiedene Ansätze existieren, sagt Hauptautorin Carina Brinkmann, die für das CS2.0 tätig ist. Überrascht hat uns jedoch, dass zwischen diesen ,Schulen bislang so gut wie kein Austausch stattfindet.

Fallbeispiele zu den vorhandenen Ansätzen stammen aus so unterschiedlichen Bereichen wie der Regionalentwicklung, der Gesundheitswissenschaft, der Psychologie oder der Umweltforschung. Hier liegt der Grundgedanke unseres Projekts, erklärt Projektleiterin Susanne Schuck-Zöller vom CS2.0. Wir wollen die verschiedenen wissenschaftlichen Fächer zusammenbringen, die eng mit der Praxis kooperieren, und erfahren, was alle voneinander lernen können."

Welche Faktoren den Dialog mit Experten aus der Praxis erfolgreich machen, darauf geben wichtige transdisziplinäre Ansätze etwa von der ETH Zürich oder dem Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) durchaus Antworten: Man gibt allen Parteien einen sichtbaren Einfluss auf den Dialog, klärt frühzeitig die Ziele aller Gesprächspartner, hat einen neutralen Moderator mit an Bord und bedient sich einer allgemeinverständlichen Sprache.

Jedoch fehlt es bislang an unabhängigen Bewertungen der vorhandenen Modelle. Hier sehen die Autoren und Autorinnen den größten Forschungsbedarf. Es existiert bislang keine Meta-Evaluation, die mehrere Ansätze miteinander vergleichen würde, sagt Dr. Simone Rödder vom Exzellenzcluster CliSAP der Universität Hamburg. Neben den Wissenschaftlerinnen aus Hamburg hat auch Dr. Matthias Bergmann vom Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) und der Uni Lüneburg an dem Bericht mitgewirkt.

Die Autoren und Autorinnen präsentieren ihre Ergebnisse am 25. November 2014 zum Auftakt des zweitägigen Workshops Dialoge zwischen Wissenschaft und Praxis in Hamburg. Zu diesem Workshop erwartet das CS2.0 Wissenschaftler und Praxisakteure, die Erfahrung mit Dialogen zwischen Wissenschaftlern und Praxisakteuren haben. Der kostenlose Workshop soll in kleinen Arbeitsgruppen Prinzipien des guten Praxispartner-Engagements ermitteln, Methoden und Good-Practice-Beispiele diskutieren und weiteren Forschungsbedarf identifizieren. Weitere Informationen:http://www.hzg.de/public_relations_media/news/057068/index.php.de - Link zum Interview mit den Autorinnen
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