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Kommune setzt Projekt mit Fachbereich Verwaltungswissenschaften fort

13.11.2014 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Die Gemeindeverwaltung Lehre lädt am Mittwoch, dem 19. November 2014, um 18 Uhr zu einer Bürgerbeteiligungsveranstaltung ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich in der Gemeinde Lehre bei Uljana Klein unter E-Mail: u.klein@gemeinde-lehre.de oder Tel.: 05308/ 699-34 anmelden.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Sabine Elfring vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz statt. Bereits im Sommersemester hatte die Gemeinde Lehre mit Hochschullehrerin Elfring und 16 Studierenden der Studiengänge Öffentliche Verwaltung sowie Verwaltungsökonomie ein gemeinsames Projekt zur Zufriedenheit der Menschen in der Gemeinde gestartet. In der Bürgerbeteiligungsveranstaltung sollen nun die Punkte, mit denen die Befragten in der Kommune unzufrieden waren, weiter thematisiert werden. Zusammen mit unseren Bürgerinnen und Bürgern möchten wir nach Lösungen suchen. Mit Sicherheit haben auch die Menschen in der Gemeinde Lehre eigene Vorstellungen, die in das Handeln von Politik und Verwaltung einfließen sollten, erklärt Klaus Westphal, Bürgermeister der Gemeinde Lehre, den Hintergrund. Vor allem zu den Themenbereichen Wohnen, Landschaftspflege und Freizeit und Kultur gab es bei der Befragungsaktion im Mai dieses Jahres kritische Stimmen. Das Votum der Bürgerinnen und Bürger ist uns wichtig und wir wollen dem weiter Gehör verschaffen, um das Leben in der Gemeinde an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen, so Westphal.

Erstmals wird es mit der Bürgerbeteiligungsveranstaltung in der Gemeinde Lehre ein Beteiligungsverfahren geben, was außerhalb der Vorschriften aus dem Baugesetzbuch liegt. Bürgermeister Westphal: Verwaltungen entwickeln zunehmend zusätzliche Beteiligungsverfahren für Bürgerinnen und Bürger, um die Menschen vor Ort noch besser zu erreichen. Solche besonderen demokratischen Prozesse sind wichtig, um bei der verwaltungsseitigen Arbeit den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Nur, so Westphal weiter, wenn die genauen Bedürfnisse klar benannt sind, können Verwaltung und Politik adäquat agieren und reagieren. Auch für die Studierenden sind solche echten Praxisfelder von großer Bedeutung. Für Hochschulen ist es wichtig, mit den Studierenden auch in die Praxis einzutauchen, um eine bestmögliche Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt zu gewährleisten, betont Professorin Sabine Elfring.

Die Studierenden werden die Moderation der Veranstaltung übernehmen und sie gemeinsam mit ihrer Professorin wissenschaftlich begleiten und auswerten, erläutert Klaus Westphal weiter. Derzeit bereitet der Verwaltungsnachwuchs die Bürgerbeteiligungsaktion bereits vor. In Kleingruppen widmen sich die Studierenden den drei Themenfeldern; teilweise sind die jungen Leute auch in der Gemeinde vor Ort, um sich ein Bild von den Gegebenheiten zu machen.

Hintergrundinformationen:
Im Sommersemester 2014 befragten die Studierenden des Fachbereichs Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz rund 300 Einwohnerinnen und Einwohner zu ihrer Zufriedenheit in der Gemeinde Lehre. Neben vielen positiven Dingen teilten die Befragten aber auch mit, was aus ihrer Sicht verbessert werden könnte. Mit Hilfe der Erhebung sollen Ziele und Handlungsfelder für die weitere Verwaltungsarbeit erschlossen werden. Das Bürgerbeteiligungsverfahren ist eine erste Aktion, die mit konkreten Schritten den weiteren Prozess untermauern soll. Zum ersten Mal wurde in der Gemeinde Lehre in wissenschaftlicher Zusammenarbeit die Zufriedenheit der Einwohnerinnen und Einwohner ermittelt.


Mit der Bürgerbeteiligungsveranstaltung will die Gemeindeverwaltung bewusst in einen weiteren Öffnungsprozess eintreten, heißt es aus dem Rathaus. Die Einbeziehung der Menschen vor Ort gewinnt auch in ländlichen Gebieten zunehmend an Bedeutung. Kommunen stehen stärker denn je in einem Wettbewerb. Mit der Bürgerbeteiligung möchte die Gemeinde Lehre Neuland beschreiten und in eine zusätzliche Ebene der Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern eintreten, betont Bürgermeister Westphal abschließend.
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