Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 17. Dezember 2017 

Empiric Research Map Besser forschen per Schaubild

14.11.2014 - (idw) Hochschule Macromedia, University of Applied Sciences

Gerade ist in der Schriftenreihe WIST Wirtschaftswissenschaftliches Studium 10/2014 der jüngste Beitrag zur Empiric Research Map von Prof. Dr. Guido Ellert, Prof. Dr. Guido Schafmeister, David Wawrzinek (alle Hochschule Macromedia) und Prof. Dr. Claas Christian Germelmann (Universität Bayreuth) erschienen. In der Forschungspraxis ist die Navigationshilfe für das effizientere Forschen schon länger angekommen. An Einrichtungen wie der TU München, der Universität Bayreuth oder dem Berliner Zentrum für Hochschullehre arbeiten Sozial-, Medien- und Kommunikationswissenschaftler bereits erfolgreich mit der Empiric Research Map. Weitere Informationen unter www.researchmap.info. Der empirische Forschungsprozess ist durch hohe Komplexität gekennzeichnet. Es ist ein System, in dem jeder Bestandteil Auswirkungen auf andere hat und jede veränderte Variable Fern- und Nebenwirkungen hervorruft. Nur solche Wissenschaftler, die diese Komplexität verstehen und systemimmanente Ungewissheiten angemessen managen, können den Erfolg von Forschungsprojekten zuverlässig gewährleisten, so das Grundverständnis der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Guido Ellert, Prof. Dr. Guido Schafmeister (Hochschule Macromedia) und Prof. Dr. Claas Christian Germelmann (Universität Bayreuth). Entsprechend definiert Guido Ellert, Leiter der Media School am Campus München, als Ziel des Modells: Die Empiric Research Map bildet den empirischen Forschungsprozess als Gesamtheit ab und strukturiert ihn. Wissenschaftler erhalten dadurch eine Navigations- und Orientierungshilfe, die Problemlösungsprozesse fördert und das Management von Ungewissheit im Forschungsprozess erleichtert.

Komplexität reduzieren, Fern- und Nebenwirkungen antizipieren

Mittels Visualisierung und Mapping-Technik zeigt die Empiric Research Map den empirischen Forschungsprozess als holistisches Modell. Sie bildet zwei Prozesse ab: die Forschungsstrategie, welche die Rolle des Forschers für den Prozess und die Art der Forschungsmethoden bestimmt, sowie den Forschungsprozess, der von der Identifikation und Formulierung von Forschungszielen bis hin zur Entwicklung von neuen Tools und Konzepten für die Wissenschaft und Praxis reicht. Linien, Striche und Pfeile visualisieren Verbindungen zwischen den Arbeitsschritten und Prozessen. Ein Farbsystem kennzeichnet die Vernetzung innerhalb des Systems und ermöglicht dadurch, Fern- und Nebenwirkungen besser zu antizipieren.

Projektmanagement als Voraussetzung für Forschungserfolg

Größere inhaltliche Cluster innerhalb der Empiric Research Map bilden die Bereiche Change of Context, Project Management and Ethical Research Guidelines, Research Goals and Research Strategy, Existing Information sowie Empiric Research and Development. Neben Verbindungspfeilen oder Klammern sind in dem Modell vielfach Rückkoppelungsschleifen integriert, die die Wissenschaftler immer wieder zur kritischen Überprüfung von Zwischenergebnissen und Methodik anhalten. Großen Wert legen die Entwickler der Empiric Research Map aus München und Bayreuth auch auf die Implementierung eines professionellen Projektmanagements. Dazu Guido Schafmeister: Unabdingbar für die erfolgreiche Durchführung von empirischen Forschungsprojekten ist eine genaue Planung des zur Verfügung stehenden Budgets, eine Definition von Meilensteinen, zu erledigenden Arbeitspaketen, Unterstützungsmöglichkeiten durch Projektpartner sowie eine ausführliche Dokumentation durch Projektprotokolle. Und auch das Auftreten von unvorhergesehenen Problemen, so genannten Murphies, muss in der Projektplanung berücksichtigt werden.

Umkehren erlaubt: Handlungsoptionen auch jenseits des Idealverlaufs

Die Empiric Research Map visualisiert nicht nur den idealen, störungsfreien Forschungsverlauf. Für jede Projektphase geht aus der Empiric Research Map klar hervor, welche Kriterien im Forschungsverlauf erfüllt sein müssen, um fortzufahren, und zeigt mögliche Optionen auf, wenn gewünschte Ergebnisse sich nicht eingestellt haben. Dazu David Wawrzinek: Die Empiric Research ist detailliert genug, um Forschern konkrete Entscheidungshilfen bei unsicheren Ergebnislagen zu geben. Gleichzeitig hilft sie dem Wissenschaftler, den Überblick für die Projektzusammenhänge und die Orientierung auf das Forschungsziel hin zu behalten.

Methodik der Untersuchung

Die Empiric Research Map wurde von den Professoren Germelmann (Universität Bayreuth), Ellert (Hochschule Macromedia) und Schafmeister (Hochschule Macromedia) durch Co-Kreation modelliert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Über die Website www.researchmap.info besteht die Möglichkeit Anregungen und Ergänzungen der Reference List direkt an die Autoren zu richten und mit diesen zusammenzuarbeiten.


Literatur

Ellert, Guido & Schafmeister, Guido & Germelmann, Claas Christian & Wawrzinek, David, Die Empiric Research Map als Navigationshilfe im Forschungsprozess, in WiSt-Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 43 Jg. (2014). Weitere Informationen:http://www.researchmap.info
uniprotokolle > Nachrichten > Empiric Research Map Besser forschen per Schaubild
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/288258/">Empiric Research Map Besser forschen per Schaubild </a>