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MHH ehrt 144 Doktoranden

14.11.2014 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

Urkunden- und Preisverleihung am heutigen Freitag in der Medizinischen Hochschule

ACHTUNG SPERRFRIST:
Freitag, 14. November 2014, 15.15 Uhr Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) begeht heute zum 29. Mal ihre Promotionsfeier und lädt dazu Preisträger und Doktoranden, Verwandte und Freunde ab 15.15 Uhr in den Hörsaal F, Gebäude J1 der Hochschule, ein. MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum verleiht die Urkunden für die erfolgreich beendeten Doktorarbeiten an 144 Doktoranden, darunter sind 62 junge Humanmedizinerinnen und 39 Humanmediziner, 15 Zahnmedizinerinnen und acht Zahnmediziner, zwölf Doktorinnen und vier Doktoren der Naturwissenschaften, eine Humanbiologin und zwei Humanbiologen, sowie eine Doktorandin der Bevölkerungsmedizin. 19 von ihnen haben ihre Promotion mit Auszeichnung abgeschlossen. Die beiden mit jeweils 2.500 Euro dotierten Promotionspreise überreicht Professorin Dr. phil. Denise Hilfiker-Kleiner, MHH-Forschungsdekanin, gemeinsam mit Manfred Seidel von der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. an Dr. rer. nat. Juliane Dörrbecker (29) und Dr. med. Jörg Langemeier (37).

Die Promotionspreise

Neue Erkenntnisse über das Hepatitis C Virus

Weltweit sind etwa 160 Millionen Menschen mit dem Hepatitis C Virus (HCV) infiziert und tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Lebererkrankungen. Das Virus ist sehr flexibel und weicht dem Immunsystem geschickt aus. Eine besondere Rolle spielt dabei die Virushülle. Die Naturwissenschaftlerin Juliane Dörrbecker untersuchte in ihrer Doktorarbeit am Twincore-Institut für Experimentelle Virologie die Hauptkomponenten der Virushülle, die Proteine E1 und E2. Sie entwickelte ein Zellkulturmodell, mit dem sie die Eigenschaften dieser Hüllproteine studieren konnte, und zwar mit HCV Hüllproteinen, die direkt aus Patienten stammen. Das Modell ermöglicht, besser zu verstehen, wie Antikörper das Virus ausschalten. Juliane Dörrbecker untersuchte mit Kollegen die Stabilität des Virus unter Umwelteinflüssen. Dabei konnten sie nachweisen, dass alle HCV Genotypen in Flüssigkeiten recht stabil sind und auch angetrocknete Viren infektiös sein können. Daher ist die gemeinsame Nutzung von Wasser, Flasche und Filter beim Drogenkonsum ein potentieller Übertragungsweg für HCV. Diese Ergebnisse liefern wichtige Hinweise für den praktischen Schutz vor HCV im Drogenmilieu.

Mechanismus einer komplexen Immunschwäche entschlüsselt

Für seine Doktorarbeit untersuchte Jörg Langemeier im MHH-Institut für Virologie das Erbgut von vier Geschwistern, bei denen eine genetisch bedingte Immunschwäche beschrieben wurde. Aufgrund einer Genmutation war die Menge eines bestimmten Signalproteins vermindert, die Immunzellen konnten bakterielle Infektionen nicht ausreichend bekämpfen. Der molekularbiologische Wirkungsmechanismus blieb zunächst ungeklärt und wurde Gegenstand dieser Arbeit. Jörg Langemeier konnte zeigen, dass aufgrund der Mutation, die sich im nicht-codierenden Bereich des Gens befindet, der erste Schritt in der Signalprotein-Entstehung gestört ist: die Reifung der Boten-RNA. Diese Erkenntnisse erweitern das Verständnis von der Reifung der Boten-RNA und können helfen, neue Gentherapieverfahren zu entwickeln.
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