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Fraunhofer und Stef Wertheimer fördern angewandte Forschung in Israel

14.11.2014 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft vernetzt sich stärker mit Israel, einer der führenden Technologienationen der Welt. Europas größte Organisation für angewandte Forschung kooperiert dazu mit dem israelischen Industriellen Stef Wertheimer. Ziel der Partnerschaft ist es, Fraunhofer-Institute mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie dem öffentlichen Sektor in Israel zusammenzubringen. Fraunhofer und der Technologiepark »Zur Lavon« unterzeichneten dazu eine gemeinsame Absichtserklärung, die den Aufbau einer gemeinsamen Kommunikationsplattform vorsieht. Das nördlich von Haifa gelegene Industriegelände ist im Besitz von Wertheimer. Fraunhofer soll durch die Partnerschaft den Zugang zu Exzellenznetzwerken in Israel erhalten und die Möglichkeit bekommen, mit Unternehmen, Universitäten oder Forschungseinrichtungen aus Israel zu kooperieren. Umgekehrt erhält die israelische Seite die Chance, sich mit Fraunhofer-Instituten und -Wissenschaftlern zu vernetzen. Weitere Ziele sind unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte zu initiieren, Wissenschaftler auszutauschen und den Bildungstransfer zu intensivieren. Im Fokus der Aktivitäten steht zunächst die produktionsorientierte Industrie im Norden Israels.

Die strategische Fortentwicklung übernimmt eine Expertengruppe unter der Leitung von Wertheimer und Raoul Klingner, Abteilungsleiter »Internationale Geschäftsentwicklung« bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Weitere Unterstützer sind zum Beispiel Emanuel Liban, Vorsitzender des israelischen Ingenieursverbands, und Prof. Rafael Wertheim, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz und enger Vertrauter von Wertheimer.

»Beziehungen auf eine neue Stufe gestellt«

»Israel ist eine der innovativsten Nationen weltweit. Als Standort technologieorientierter Unternehmen ist das Land insbesondere bekannt für seine zahlreichen erfolgreichen Start-ups. Fraunhofer ist schon länger mit dem Land vernetzt: Beispielsweise optimieren wir gemeinsam mit der Hebräischen Universität Jerusalem die Wirkung von Medikamenten und machten die Produktionsprozesse eines Industrieunternehmens effizienter, das in Zur Lavon angesiedelt ist. Die Partnerschaft mit einem in Israel und Deutschland gleichsam hoch angesehenen Industriellen wie Stef Wertheimer wird diesen Austausch auf eine neue Stufe stellen. Sie folgt den klaren Grundsätzen unserer Internationalisierungsstrategie: wissenschaftliche Wertschöpfung für Fraunhofer und positive Effekte für Deutschland und das jeweilige Partnerland. Im nächsten Jahr feiern wir 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen. Es freut mich sehr, dass wir mit der Zusammenarbeit zum guten Verhältnis zwischen beiden Ländern beitragen können«, so Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

»Fraunhofer ist eine der führenden Forschungseinrichtungen der Welt. Gemeinsam wollen wir inbesondere die angewandte Forschung in Israel vorantreiben. Beide Seiten werden vom Wissen und der Expertise der jeweils anderen profitieren. Ich verspreche mir durch die Kooperation jedoch nicht nur den Austausch von Forschungs-Know-how. Ein weiterer positiver Effekt soll sein, Bildung zu transportieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Gute Ausbildung und gute Jobs sind wesentliche Faktoren für die Stabilität in unserer Region. Dadurch erhoffe ich mir auch wieder positive Impulse für den Friedensprozess zwischen Palästinensern und Israelis«, sagt Stef Wertheimer.

Erfolgreicher Unternehmer und Förderer

Stef Wertheimer ist ein erfolgreicher israelischer Industrieller. Geboren wurde er 1926 im baden-württembergischen Kippenheim. 1952 gründete Wertheimer nördlich von Haifa die Metallverarbeitungsfirma »ISCAR«. 2006 verkaufte er das Unternehmen an den US-Amerikanischen Investor Warren Buffet. Heute ist ISCAR Metalworking Company einer der größten Werkzeughersteller der Welt und beschäftigt etwa 6000 Mitarbeiter. Seit mehreren Jahrzehnten gründet Wertheimer Technologieparks in weniger entwickelten Regionen Israels. Er schafft Technologiearbeitsplätze sowie passende Bildungsangebote. Wertheimer hofft dadurch, den Friedenprozess im Nahen Osten zu unterstützen. Er hält enge Kontakte nach Deutschland. Zum Beispiel arbeitet Wertheimer mit dem Land Baden-Württemberg bei der beruflichen Bildung (Meisterausbildung) zusammen. 2012 erhielt er von der Bundesregierung das Große Verdienstkreuz.


Zum Start der Kooperation findet am 2. Dezember ein Seminar zu neuen Technologien für die produktionsorientierte Industrie im Technologiepark in Nazareth statt. Daran nehmen Vertreter von Fraunhofer-Instituten sowie israelische Unternehmer und Wissenschaftler teil. Weitere Informationen:http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2014/November/fraunhofer-... Per Klick auf den Link gelangen Sie zum Ansprechpartner
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