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Ehemaliger Vorstand des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung wird mit DAG-Medaille geehrt

20.11.2014 - (idw) Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Potsdam-Rehbrücke - Am Freitag, dem 21. November 2014, wird Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost im Rahmen der 30. Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) mit der DAG-Medaille ausgezeichnet werden. Der Mediziner und Pharmakologe erhält die Medaille für seine herausragende wissenschaftliche Lebensleistung. Seit 2002 leitete Joost bis zu seiner Pensionierung im Mai 2014 als wissenschaftlicher Vorstand das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Sein Amt führt heute der Ernährungstoxikologe und Mediziner Prof. Dr. Tilman Grune fort. Die DAG-Medaille löst den von der DAG seit 1998 an langjährig aktive und fachlich ausgewiesene Mitglieder verliehenen Therapiepreis ab. Die DAG ehrt mit dieser Medaille Wissenschaftler, die besondere Leistungen in der Adipositasforschung erbracht haben.

Ich gratuliere Herrn Joost ganz herzlich zu dieser Auszeichnung, die sein wissenschaftliches Lebenswerk würdigt. Unter seiner Führung hat sich das DIfE über die Grenzen der Ernährungsforschung hinaus zu einem angesehenen Institut der Gesundheitsforschung weiterentwickelt, sagt Tilman Grune, neuer wissenschaftlicher Vorstand des DIfE. Auch in Zukunft wird das Institut nicht zuletzt durch seine Beteiligung an großen Verbundprojekten wie der Nationalen Kohorte und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsforschung der Bundesrepublik Deutschland leisten, so Grune weiter.

Joosts Forschungsschwerpunkt war während seiner zwölfjährigen Amtszeit am DIfE auf die Ursachen des metabolischen Syndroms ausgerichtet. Das Syndrom ist durch Adipositas (krankhaftes Übergewicht), Bluthochdruck sowie durch eine Unempfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Botenstoff Insulin und einen gestörten Fettstoffwechsel charakterisiert. Zu seinen bedeutsamsten Folgeerkrankungen zählt der Typ-2-Diabetes, der landläufig auch als Alterszucker bekannt ist. Unter Joosts Führung haben DIfE-Wissenschaftler verschiedene Gene am Modellsystem der Maus identifiziert sowie funktionell charakterisiert, die für die Adipositas- und Diabetesentstehung eine Rolle spielen. Die Forschungsergebnisse haben einen tiefen Einblick in die Entstehungsmechanismen beider Erkrankungen ermöglicht und so eine wissenschaftliche Basis geschaffen, um neue Therapie- und Präventionsansätze zu entwickeln. Darüber hinaus haben Wissenschaftler der DIfE-Abteilungen Epidemiologie und Molekulare Epidemiologie auf Joosts Initiative und in Zusammenarbeit mit ihm einen Diabetes-Test (DIfE DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST®) entwickelt, mit dem jeder Erwachsene sein persönliches Diabetes-Risiko ermitteln kann. Die Ergebnisse von Joosts Forschungsarbeit sind durch über 230 wissenschaftliche Publikationen dokumentiert.

Prof. Joost wurde 1948 in Duderstadt/Eichsfeld geboren. Er studierte Chemie und Medizin an der Georg-August-Universität in Göttingen und wurde 1972 mit einer Arbeit über antibiotisch wirksame Aktinomycetenfarbstoffe in organischer Chemie (Prof. Hans Brockmann) bzw. 1979 mit einer Arbeit über blutzuckersenkende Sulfonylharnstoffe in Medizin (Prof. Arnold Hasselblatt) promoviert.

Nach der Assistentenzeit am Pharmakologischen Institut in Göttingen habilitierte er sich 1981 für das Fachgebiet Pharmakologie und Toxikologie. Die folgende Dozententätigkeit an der Universität Göttingen wurde durch einen Forschungsaufenthalt in den USA am National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, National Institutes of Health in Bethesda, MD unterbrochen. 1991 folgte er dem Ruf auf die C4-Professur Pharmakologie und Toxikologie an der Medizinischen Fakultät der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und leitete bis 2001 das dortige Institut für Pharmakologie und Toxikologie. 2002 wurde Prof. Joost als Vorstandsmitglied für den Bereich Wissenschaft ans DIfE berufen und erhielt gleichzeitig den Lehrstuhl für Pharmakologie der Universität Potsdam.

Seit Juni 2012 ist Joost gewählter Sprecher des DFG-Fachkollegiums Medizin, Sektion 4 (Genetische, metabolische und regulatorische Basis von Krankheiten und Public Health) - ein Amt, das er nach seinem Ausscheiden aus dem DIfE weiterführt. Zudem wurde er kürzlich zum Ombudsmann der Leibniz-Gemeinschaft ernannt. Auch dieses Amt wird er fortführen.

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung http://www.dzd-ev.de.

Die Leibniz-Gemeinschaft vereint 89 Einrichtungen, die anwendungsbezogene Grundlagenforschung betreiben und wissenschaftliche Infrastruktur bereitstellen. Insgesamt beschäftigen die Leibniz-Einrichtungen rund 17.200 Menschen darunter 8.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei einem Jahresetat von insgesamt knapp 1,5 Milliarden Euro. Die Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich durch die Vielfalt der in den Einrichtungen bearbeiteten Themen und Disziplinen aus. Die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft bewahren und erforschen das natürliche und kulturelle Erbe. Darüber hinaus sind sie Schaufenster der Forschung, Orte des Lernens und der Faszination für die Wissenschaft. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.


Pressekontakt:

Dr. Gisela Olias
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland

Tel.: +49 (0)33200 88-2335

E-Mail: olias@dife.de

oder: presse@dife.de Weitere Informationen:http://www.dife.de/ Informationen zum Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
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