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Training für den Denkapparat: Teilnehmende für Studie gesucht

20.11.2014 - (idw) FernUniversität in Hagen

Aufmerksamer werden, sich besser konzentrieren und erinnern: Als eine interessante Möglichkeit zur Veränderung des kognitiven Systems werden Computer-basierte Gehirntrainings gesehen. Der Psychologe Dr. Tilo Strobach, FernUniversität in Hagen, sucht Teilnehmende für eine Studie. Aufmerksamer werden, sich besser konzentrieren und erinnern: Ist der Denkapparat des Menschen flexibel genug, um seine kognitiven Fähigkeiten gezielt verändern zu können? Eine Frage, mit der sich PD Dr. Tilo Strobach schon seit Jahren befasst. Für eine Studie, die er nun durchführen möchte, sucht der Lehrgebietsvertreter Allgemeinen Psychologie: Urteilen, Entscheiden, Handeln an der FernUniversität in Hagen jetzt Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Als eine interessante Möglichkeit zur Veränderung des kognitiven Systems werden zunehmende strukturierte Computer-basierte Gehirntrainings gesehen. In den USA ist dieses Brain Training bereits ein Milliarden-Dollar-Markt. Dabei führen die Teilnehmenden in regelmäßigen Abständen z.B. einmal täglich oder zweimal wöchentlich eine bestimmte Aufgabe aus, um grundlegende kognitive Prozesse zu verbessern, z. B. ihre Aufmerksamkeit, ihre Konzentrationsfähigkeit, ihre Wahrnehmung oder vor allem ihr Gedächtnis.

Dr. Strobach möchte nun diese Thematik systematisch und wissenschaftlich untersuchen: Wie wirken Gehirntrainings? Wie effizient sind sie? Sind grundlegende kognitive Prozesse situationsunabhängig und lassen sich die Effekte auf andere Situationen übertragen? Lassen sie sich von den trainierten Aufgaben auf unbekannte Situationen transferieren? Haben sie also Alltagsrelevanz? Strobachs Grundlagenforschung zielt auch auf die Bedingungen wie Alter der Teilnehmenden, Trainingszeiten oder Aufgabenkombinationen, die für eine Optimierung der Gehirnleistungen notwendig sind.

Technisch organisiert wird die Studie von der Firma NeuroNations. Die Teilnehmenden erhalten als Dank nach Beendigung der Studie eine sechsmonatige Mitgliedschaft bei dem Start-Up-Unternehmen. Zudem sind wir optimistisch, dass die Teilnehmenden von den Trainings der Studie profitieren können, so Strobach. An der Teilnahme Interessierte müssen mindestens 18 Jahre alt sein und einen Internetzugang haben, weil die Aufgaben online gestellt werden. Sie sollten bereit sein, täglich oder alle zwei Tage an 22 Sitzungen zu je ca. 30 Minuten teilzunehmen nicht im Labor in der FernUniversität, sondern in einer vertrauten Umgebung, vor allem zuhause: Im Mittelpunkt steht ja die Alltagsrelevanz, betont Strobach.

Erfahrungen für dieses neue Vorhaben, mit dem er bestimmte Merk- und Aufmerksamkeitskompetenzen trainieren will, bringt der Wissenschaftler mit: Er hat sich bereits mit dem Training von Arbeitsgedächtnissen von Kindern in 2. und 3. Grundschulklassen befasst. Sie sollten sich Tiere merken. Hatte dieses Training Effekte für ihre Lesekompetenz? Und auf ihre mathematischen Leistungen? Auch beim Rechnen muss man sich etwas merken. Strobach: Zumindest für die Lesekompetenz konnten wir eine Steigerung und damit einen Transfereffekt nachweisen.


Auch mit einer anderen Untersuchung konnte er positive Effekte nachweisen: bei kommerziellen Videospielen mit komplexen Situationen wie Ego Shooter-Spielen. Die Teilnehmenden mussten beim Spielen mehrere Aufgaben gleichzeitig ausführen: etwa ferne Welten Laufen, Schießen und Kommunizieren. Dabei haben sie ihre Multi-Tasking-Fähigkeiten verbessert, berichtet der Wissenschaftler. Auch solche Spiele haben also positive Aspekte.

Interessierte sollten sich baldmöglichst unter http://www.neuronation.de/fernunihagen informieren.
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