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Sonderforschungsbereich für weitere vier Jahre mit knapp zehn Millionen Euro gefördert

21.11.2014 - (idw) Universität des Saarlandes

Calcium-Ionen gehören zu den wichtigsten Signalmolekülen im menschlichen Körper. Sie sind von zentraler Bedeutung für den Empfang, die Umwandlung und die Weitergabe von Informationen innerhalb einer Zelle und für die Funktion ganzer Organe. Seit 2011 untersuchen Wissenschaftler verschiedener Homburger Institute die Wirkung und die Bedeutung dieser Signale im Sonderforschungsbereich (SFB) 894 Ca2+-Signale: Molekulare Mechanismen und Integrative Funktionen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Nun hat die DFG die Förderung für weitere vier Jahre zugesagt. Damit fließen bis 2018 weitere 9,9 Millionen Euro ins Saarland. Sprecher des SFB ist Jens Rettig, Professor für Physiologie. In dem SFB, der 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt wurde, betreiben die Wissenschaftler Grundlagenforschung. Diese ist essentiell, um die Auswirkungen der Calcium-Signale auf die Funktion des Gehirns, des Herzens, der sensorischen Systeme und des Immunsystems zu untersuchen, sagt Jens Rettig. Perspektivisch sollen die im SFB 894 erarbeiteten Erkenntnisse dazu dienen, Erkrankungen dieser Organe wie zum Beispiel Parkinson und Alzheimer besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu eröffnen, erklärt der Physiologe. Diese Zielsetzung ist nur durch langfristige Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Fachdisziplinen möglich; Biologen, Mediziner, Biochemiker, Pharmakologen, Biophysiker und Anatomen arbeiten in insgesamt 19 Projekten daran. Wir freuen uns sehr über die zweite Förderperiode, zumal wir uns nach Aussage der Gutachter in vielen Projekten qualitativ noch gesteigert haben., zeigt sich Jens Rettig sehr zufrieden.

Die Ergebnisse der ersten Phase sind vielversprechend: So wurde in einem Teilprojekt um den Molekularbiologen Professor Richard Zimmermann eine Strategie entwickelt, um bei einem neuen Therapieansatz für Prostatakarzinompatienten Resistenzen zu überwinden und möglicherweise auch die Zellmigration, also die Wanderung von Krebszellen, zu unterdrücken.
Wie Schmerzempfinden und die Wahrnehmung von Gerüchen auf genetischer Ebene zusammenhängen, hat der Physiologe Professor Frank Zufall in einem weiteren Teilprojekt mit Kollegen aus Großbritannien und Frankreich herausgefunden. Im renommierten Fachmagazin Nature konnten sie zeigen, dass ein einziges Gen dafür verantwortlich ist, dass Menschen sowohl Schmerz als auch Düfte wahrnehmen können.
Wie das Gehirn die Fortpflanzung steuert, erforscht der experimentelle Pharmakologe Professor Ulrich Boehm in zwei weiteren Teilprojekten. Um die Zielzellen von Hormonen zu untersuchen, hat die Arbeitsgruppe neue genetische Methoden entwickelt. Zusammen mit Kollegen aus den USA konnten sie dadurch zeigen, wie das Sexualhormon Östrogen den Beginn der Pubertät steuert.

Universitätspräsident Volker Linneweber zeigt sich angesichts der Fortsetzung nach der ersten erfolgreichen Förderperiode höchst zufrieden: Die Fortsetzung des SFB ist der beste Beweis für die außergewöhnliche Forschungsleistung, die Jens Rettig und seine Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Jahren erbracht haben. Dass dies aber möglich ist, verdanken wir auch der vielen Detailarbeit, die im Hintergrund erfolgte und erfolgt. Solche Spitzenforschung kostet auch eine Menge Geld und Engagement, sowohl in der Vorbereitung, in der Verwaltung und natürlich insbesondere in der Forschung. Daher freut es mich, dass uns gerade angesichts drohender Sparmaßnahmen noch einmal ein großer Wurf mit der Verlängerung des SFB gelungen ist. Man darf aber nicht übersehen, dass eingeworbene Drittmittel die Grundfinanzierung nicht ersetzen können, sondern solche Erfolge nur auf solider Finanzbasis möglich sind. Die Fördersumme für die kommenden vier Jahre Laufzeit wird rund 9,9 Millionen Euro betragen. In den Jahren 2011 bis 2014 flossen bereits 9,2 Millionen Euro ins Saarland.

Jens Rettig und seine Kollegen aus Medizin und Biowissenschaften streben an, den Sonderforschungsbereich über zwölf Jahre an der Saar-Uni zu halten. Das ist die maximale Laufzeit für einen SFB.

Hintergrund:
Folgende Fachrichtungen der Saar-Uni arbeiten am Sonderforschungsbereich mit:

- Anatomie und Zellbiologie (zwei Teilprojekte)
- Physiologie (fünf Teilprojekte, ein Plattformprojekt)
- Medizinische Biochemie und Molekularbiologie (ein Teilprojekt, ein Plattformprojekt)
- Klinische und Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie (vier Teilprojekte, ein Plattformprojekt)
- Biophysik (drei Teilprojekte)
- Innere Medizin (ein Teilprojekt)

Kontakt:
Prof. Dr. Jens Rettig
Tel.: (06841) 1626485
E-Mail: jrettig@uks.eu Weitere Informationen:http://sfb894.uni-saarland.de/start/
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