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Die Sinne verstehen. Sonderforschungsbereich SFB 889 der UMG für weitere 4 Jahre gefördert.

21.11.2014 - (idw) Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert sensorischen Sonderforschungsbereich (SFB 888) unter der Leitung der UMG mit über 9 Millionen Euro für weitere vier Jahre. (umg) Sehen, Hören, Riechen, Tasten die wichtigsten menschlichen Sinne besser verstehen will der Sonderforschungsbereich SFB 889 Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung. Nach einer hervorragenden wissenschaftlichen Leistung in der ersten Förderperiode seit 2011, unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die weitere Erforschung der Sinne ab dem 1. Januar 2015 mit neun Millionen Euro für die nächsten vier Jahre. Sprecher des Sonderforschungsbereichs ist Professor Dr. Tobias Moser, Leiter des InnenOhr-Labors in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Wissenschaftler aus 23 Arbeitsgruppen aus den verschiedenen Bereichen der Neurowissenschaften am Standort Göttingen arbeiten in 21 Projekten zusammen. Beteiligt sind Forscher aus sechs Kliniken und Instituten der Universitätsmedizin Göttingen, aus dem Europäischen Neurowissenschaftlichen Institut (ENI-G), der Biologischen Fakultät der Universität Göttingen, aus dem Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, dem Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin sowie dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation sowie dem Deutschen Primatenzentrum.

Die Verarbeitung sensorischer Information ist die Basis unserer Interaktion mit der Außenwelt. Die normale Verarbeitung von Sinnesreizen wie Bilder, Töne oder Gerüche erfordert von Sinneszellen und sensorischen Nervenzellen erstaunliche Leistungen. Dazu nutzen sie hochspezialisierte Signalmaschinerien, die für die Verarbeitung des jeweiligen Sinnesreizes optimiert sind. Sensorische Defizite bedingen eine schwere Belastung für Betroffene und haben große sozioökonomische Bedeutung. Bei Fehlfunktionen kommt es etwa zu Sinnesbehinderungen wie Sehstörung oder Schwerhörigkeit. Allein von Hörstörungen sind aktuell rund 14 Millionen Menschen allein in Deutschland betroffen, und die Tendenz ist steigend.

Der SFB 889 verfolgt einen multidisziplinären und integrativen Ansatz, um die grundlegenden und komplexen zellulären Mechanismen zu untersuchen, die bei der Verarbeitung von Sinnesreizen ablaufen. Schwerpunkte der Forschungen liegen dabei auf Fragen zur Reizwandlung und zur synaptischen Verarbeitung sowie zur Funktion neuronaler Netzwerke. In Zusammenarbeit erforschen die Forscher des SFBs die sensorische Transduktion, synaptische Übertragung, neuronale Plastizität und die Funktion neuronaler Netzwerke in sensorischen Systemen von der Ebene der Proteinkomplexe bis zum Verhalten des Organismus.

Indem wir molekulare Eingriffe mit Analysen der Morphologie und Funktion sensorischer Systeme und mathematischen Modellen kombinieren, wollen wir die sensorische Verarbeitung und deren Störungen übergreifend verstehen, sagt Prof. Dr. Tobias Moser, Sprecher des SFBs 889. In der Forschung an Modellorganismen wie Fliegen, Nagern und Primaten vergleichen die SFB-Forscher Hören, Sehen, Geruchs- und Tastsinn. So wollen sie gemeinsame Prinzipien sensorischer Systeme erkennen und spezialisierte Mechanismen der sensorischen Verarbeitung aufklären. Enge Interaktionen und Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern aus Universität und außeruniversitären Einrichtungen sind entscheidend, um unser Langzeitziel ein verbessertes Verständnis von Sinnesfunktion und Sinnesstörungen zu erreichen, so Moser.


WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Prof. Dr. Tobias Moser
Telefon 0551 / 39-8968, tmoser@gwdg.de
www.universitaetsmedizin-goettingen.de
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