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Leben mit psychischen ErkrankungenGewinner des DGPPN-Medienpreises für Wissenschaftsjournalismus

24.11.2014 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)

Depression, Alzheimer, Borderline-Persönlichkeitsstörung: Psychische Erkrankungen haben viele Gesichter und können jeden treffen. Doch was bedeutet es für Betroffene und deren Angehörige, mit einer psychischen Erkrankung zu leben? Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus würdigt in diesem Jahr vier Beiträge, die einen eindringlichen Einblick in das Leben psychisch erkrankter Menschen geben. Die Preisverleihung findet im Rahmen des DGPPN Kongresses 2014 statt. Wie hilft die Tiefe Hirnstimulation bei Depressionen, wenn konventionelle Therapien keine Linderung mehr bringen? Was bedeutet die Diagnose Alzheimer für eine 42-jährige Frau und ihre Familie? Wie erleben Betroffene und Therapeuten den Alltag in einer auf Borderline-Persönlichkeitsstörung spezialisierten Klinik? Und wie kommt es, dass immer wieder psychisch erkrankte Menschen bei Polizeieinsätzen verletzt werden oder sterben? Ein Printbeitrag, ein Hörfunkfeature und zwei TV-Dokumentationen erhalten den DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus 2014. Die Jury aus Psychiatern und Journalisten hat die Gewinner aus mehr als 40 anspruchsvollen Beiträgen ausgewählt.

Print
Stefanie Schramm: Immer auf der Kippe
Borderline-Patienten gelten als besonders schwierige und anstrengende Kranke. Warum das so ist, wie Therapeuten damit umgehen und so den Patienten helfen können, hat Stefanie Schramm ganz aus der Nähe in einer Klinik in Hamburg beobachtet. Jenseits der Schicksale der Betroffenen zeigt ihr fundiert recherchierter und einfühlsam geschriebener Artikel, wie deren Probleme im Prinzip jenen ähneln, die auch alle umtreiben: Wie viel Nähe kann ich ertragen? Wie viel Distanz brauche ich? Der Artikel erschien in der ZEIT (47/2013).

Hörfunk
Jochen Paulus: Hirnstimulation gegen Depression: Strom vertreibt Schwermut
Manchen Patienten mit schweren Depressionen ist mit konventionellen Therapien nicht dauerhaft zu helfen. Daher erproben Forscher der Universität Bonn eine neue Methode: Zusammen mit Neurochirurgen implantieren sie Elektroden, die bis tief ins Gehirn reichen. Dort stimulieren sie eine Region, die dabei hilft, Freude zu empfinden. Doch die ersten Erfolge sind, wie Jochen Paulus in dem dramaturgisch spannend umgesetzten Hörfunkfeature dokumentiert, vielversprechend. Der Beitrag wurde auf WDR 5 gesendet (18.06.2014).

TV
Dr. Thomas Liesen: Leben, lieben, vergessen Alzheimer mit 40
Als Yvonne Herber immer häufiger ihr Handy verlegt und Passwörter vergisst, ist sie selbst nicht allzu beunruhigt. Doch ihr Mann spürt, dass etwas nicht stimmt. Die Untersuchung an der Uniklinik ergibt schließlich die unfassbare Diagnose: Alzheimer im Frühstadium mit gerade mal 42 Jahren. Über drei Jahre begleitet Dr. Thomas Liesen in seinem Film Yvonne Herber und ihre Familie. Entstanden ist dabei ein intensives Porträt einer Familie, das dem Zuschauer lange in Erinnerung bleibt. Der Film wurde erstmals in der ARD ausgestrahlt (06.11.2013).

TV
Dr. Norbert Siegmund: Tödliche Polizeikugeln. Wenn psychisch Kranke Opfer sind
Alle zehn Tage schießt in Deutschland ein Polizist auf einen Menschen. Nur ein kleiner Teil der Opfer sind Schwerverbrecher oder Terroristen. Zwei Drittel sind psychisch Kranke oder Verwirrte, die eigentlich Hilfe bräuchten. Exemplarisch rekonstruiert Dr. Norbert Siegmund in seinem eindringlichen Film, was hinter dieser traurigen Bilanz steht und bringt ein Thema an die Öffentlichkeit, das bisher kaum beachtet wurde. Der Film wurde erstmals im RBB gezeigt (27.05.2014).

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Die Preisverleihungen finden im Rahmen des diesjährigen DGPPN Kongresses im CityCube Berlin statt. Mit dem Leitmotiv Herausforderungen durch den demographischen Wandel steht ein hochaktuelles Thema im Zentrum. Rund 10.000 Teilnehmer werden erwartet. Damit ist der DGPPN Kongress Europas größte Fachtagung im Bereich der psychischen Gesundheit. Der Kongress greift auch aktuelle gesundheitspolitische und gesellschaftliche Themen auf. Als Journalistin und Journalist können Sie sich direkt vor Ort für den Kongress akkreditieren und Interviews mit Experten vereinbaren. Beachten Sie bitte auch die Presseveranstaltungen.

Hintergrund
Mit dem Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus würdigt die DGPPN engagierte Journalistinnen und Journalisten im Bereich Wissenschaftsberichterstattung für hervorragende Leistungen. Der Medienpreis wird in den Kategorien Print- und Onlinemedien, TV und Hörfunk verliehen. Die Jury, zu der u. a. Ulrike Eichin (ZDF, Mainz), Jochen Niehaus (Focus, München), Christian Weber (Süddeutsche Zeitung, München) sowie Volker Weinl (Bild am Sonntag, Berlin) gehören, hat die preiswürdigen Kandidaten in diesem Jahr aus insgesamt 40 Einsendungen ausgewählt. Voraussetzung für die Bewerbung sind Beiträge, die zur Popularisierung wissenschaftlicher Sachverhalte aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie sowie seelische Gesundheit beitragen. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit verliehen. Weitere Informationen:http://www.dgppn.de Anhang
DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus

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