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Rückblick zum FHM-Symposium 2014: Betriebliches Gesundheitsmanagement

28.11.2014 - (idw) Fachhochschule des Mittelstands (FHM)

Am Donnerstag, den 27. November 2014 fanden sich über 80 Teilnehmer, darunter viele Experten aus dem Gesundheitsbereich und auch eine große Anzahl Studierender, im Forum der FHM zum 5. Symposium der Gesundheitswirtschaft zusammen. Das Symposium wurde in diesem Jahr hauptverantwortlich von Studierenden der Gesundheitswirtschaft (BA-GW07-VZ) organisiert und trug den Titel Betriebliches Gesundheitsmanagement - Der gesunde Mitarbeiter als Ressource für morgen. Nach einem kommunikativen Come Together ging Fynn Moritz Baßmann, der zusammen mit Yannick Schmidt die Moderation des Events übernahm, in einer kurzweiligen Einleitung auf die grundlegenden Aspekte von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) ein. Er erwähnte dabei den aktuellen Stellenwert des Themas und erklärte, dass zwei Dimensionen betrachtet werden sollten: Einerseits müsse klar gestellt werden, welche Faktoren in Unternehmen bei der Ausübung der Arbeit demotivieren und so für krankheitsbedingte Ausfälle der Mitarbeiter sorgen. Andererseits müsse auch definiert werden, welche Ressourcen im Unternehmen vorhanden sind, die die Gesundheit der Beschäftigten aufrechterhalten.

Dr. Jan-Christoph Kattenstroth von der QUIRIS Healthcare GmbH & Co. KG sprach sich als erster Referent ausdrücklich für die Einführung eines BGMs aus. Schließlich entstünden durch eine hohe Zahl von Arbeitsunfähigkeits-Tagen unter Mitarbeitern im Betrieb große volkswirtschaftliche Schäden. Weiterhin ging er auf die Notwendigkeit von präventiven und fördernden Maßnahmen bei sitzenden und stehenden Tätigkeiten ein. Als theoretisches Beispiel nannte er u.a. die Einführung von angepassten Stehtischen in Unternehmen. Sehr wichtig sei für ihn auch der Aspekt, dass die Angebote in Unternehmen so attraktiv gestaltet würden, dass sich die Mitarbeiter aus freien Stücken dafür entscheiden.

Im Anschluss berichtete Dr. Mechthild Echterhoff ihrer Position als Projektkoordinatorin für die AOK NordWest, dass auch die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) eine zentrale Position einnehmen sollte. Diese beinhalte vor allem die soziale Unterstützung, wie ein respektvolles Miteinander, sodass in der Folge ein angenehmes Betriebsklima für alle Abteilungen entstehe. Dabei sollten Führungskräfte die Hauptverantwortlichen für die Einführung von spezifischen Gesundheitsmaßnahmen sein. Frau Dr. Echterhoff unterstrich hierbei vor allem das Konzept der Sinnhaftigkeit als Führungsaufgabe.

Fabian Gehring, studierender Sportökonom der Sporthochschule Köln und Fitness-Trainer, ging in seiner Präsentation auf Beispiele von körperlichem Leiden am Arbeitsplatz ein. Er stellte heraus, dass sich Mitarbeiter zu jeweils einem Drittel am häufigsten über Nacken- und Rückenschmerzen beklagen würden, wie auch über Haltungsschwächen, die durch funktionelle Fehlbelastungen zu Stande kämen. In Gesundheitsstudios seien gezielte Übungen gegen diese Probleme möglich und es bestünden auch bereits Kooperationen zwischen Studios und Betrieben. Abgerundet wurde sein Vortrag mit mehreren, spannenden interaktiven Praxisübungen für das Publikum, vor allem zum Thema Beweglichkeit.

Nach einer gut einstündigen Mittagspause mit Buffet, wurde im 2. Teil des Events verstärkt die praktische Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements in den Vordergrund gerückt.

Inga Hepermann, die bei der Firma Hettich diese Rolle übernimmt, stellte klar, dass der Ausgangspunkt von BGM u.a. eine Gefährdungsanalyse sein muss. Die Einführung von Betrieblicher Suchtberatung als Form der Beschäftigtenberatung hält sie für eine sehr sinnvolle Maßnahme. Weitere fördernde Programme, wie sie bei Hettich auch bereits verankert sind, seien allgemeine Sensibilisierungsmaßnahmen bzgl. der Gesundheit für Mitarbeiter, spezielle Angebote für Führungskräfte und auch Arbeitsplatz-Trainings. Erfahrungsgemäß seien insbesondere zielgerichtete BGM-Maßnahmen unter Nutzung unterschiedlicher Kommunikationswege durch Führungskräfte zur Integration aller sehr erfolgreich.

Frau Lorena Israel von der Bertelsmann SE & Co. KGaA stellte die Relevanz eines strategischen Gesundheitsmanagements heraus. Bisher gäbe es noch zu hohe Kosten, steigende Fehlzeiten, unzureichende Kommunikation und keine flächendeckenden Angebote für BGM. Es müsse demnach mehr Struktur in die Konzerne gebracht werden und ein Weg von BGF zu integriertem Gesundheitsmanagement eingeschlagen werden. Als zentrale Erfolgsfaktoren für Unternehmen nannte Frau Israel die Präsenz von gesunden Mitarbeitern und gesunden Rahmenbedingungen. Konzernweite Mindeststandards könnten zum Beispiel eingeführt werden. Ähnlich, wie bereits die Referenten zuvor, erwähnte sie die Notwendigkeit einer top-down Verankerung. Die Geschäftsführung müsse also mit gutem Beispiel vorangehen.

Angrenzend an diesen Vortrag wurden erneut einige Lockerungsübungen, diesmal besonders für Kopf, Hände und Koordination von Frau König von der Firma Buschjost GmbH durchgeführt.

Prof. Dr. Michael Fantini, ärztlicher Direktor und Chefarzt im Klinikum Lübbecke-Rahden, Dozent und Studiengruppenbetreuer gab einen Ausblick über die zukünftige Entwicklung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Er erwähnte, dass BGM eine endlose Aufgabe sei, die ständig vorangetrieben werden müssen, letztendlich alle Ebenen in Unternehmen dabei aber eigentlich nur gewinnen könnten. Auch Prof. Fantini erwähnte die Relevanz einer effizienten Führung, die führen müsse, aber nicht delegieren dürfe. Eine überlegte, strukturierte Einführung mit realistischen, langfristigen Zielen werde auf Dauer in Betrieben vermehrt für Erfolg sorgen.

In einer abschließenden, lebhaften Podiumsdiskussion, die vom GW-Studierenden Yannick Schmidt moderiert wurde, untermauerten alle Referenten noch einmal ihren Standpunkt. Überraschenderweise stellte sich hierbei große Übereinstimmung unter den Beteiligten heraus. Alle waren der Meinung, dass das Konzept BGM eine bedeutende Zukunft besitzt, vor allem durch den ständig wachsenden Druck bzgl. Arbeitsanforderungen für Mitarbeiter. Auch über das Thema der betriebswirtschaftlichen Finanzierung war man sich einig, hier würden noch Lücken und Nachholbedarf bestehen.


Mit einer lecker-süßen Überraschung wurden schließlich nach Ende der Diskussionsrunde alle Gäste verabschiedet. Insgesamt war das diesjährige Symposium der Gesundheitswirtschaft erneut eine hochspannende Veranstaltung und lässt die Vorfreude auf das nächste Jahr bereits steigen. Weitere Informationen:http://www.fh-mittelstand.de/symposium
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