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UKJ ist Vorreiter bei betrieblicher Eingliederung

01.12.2014 - (idw) Universitätsklinikum Jena

Uniklinikum Jena mit Landespreis für vorbildliches Engagement ausgezeichnet Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist für die Einführung eines herausragenden Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) in der Kategorie öffentliche Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Ministerin Heike Taubert überreichte im Thüringer Sozialministerium den Preis, den für das UKJ die BEM-Koordinatorin Myriam Dorsch entgegennahm. Der Landespreis für vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderungen sowie für die Einführung eines herausragenden betrieblichen Eingliederungsmanagements ist mit 10.000 Euro dotiert. Hierbei handelt es sich um Mittel der Ausgleichsabgabe, die diejenigen Betriebe oder Behörden mit mehr als 20 Beschäftigten abführen müssen, wenn sie nicht eine bestimmte Anzahl schwerbehinderter Menschen beschäftigen.

Das UKJ liegt über der gesetzlichen Mindestquote der mit schwerbehinderten Menschen besetzten Arbeitsplätze von fünf Prozent. Bundesweit allerdings liegt die Quote bei 4,6 Prozent, wobei Thüringen mit 4,5 Prozent im Vergleich der ostdeutschen Länder noch die beste Quote aufweist. Die Zahlen zeigen, dass die Situation insgesamt noch verbesserungswürdig ist, so Ministerin Heike Taubert. Umso wichtiger sei es daher, Unternehmen auszuzeichnen, die sich in besonderer Weise um die Wiedereingliederung von schwerbehinderten Menschen in das Berufsleben bemüht haben und ein herausragendes betriebliches Eingliederungsmanagement in ihren Unternehmen eingeführt haben. Der Preis ist eine Ehre für uns und verpflichtet uns zugleich, die bestehenden Maßnahmen zur betrieblichen Eingliederung weiter auszubauen, so Dr. Brunhilde Seidel-Kwem, Kaufmännischer Vorstand am UKJ.

Seit 2010 existiert das Betriebliche Eingliederungsmanagement am Uniklinikum Jena. Allen Mitarbeitern, die 42 Kalendertage innerhalb der letzten 12 Monate arbeitsunfähig waren, bietet Myriam Dorsch umfangreiche Hilfe bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben an. Die Lösungen sind so individuell wie die Menschen und ihre Probleme, sagt Dorsch. Manchmal sind es organisatorische Veränderungen, so dass Mitarbeiter für eine Übergangsphase oder dauerhaft ihre Arbeitszeit verkürzen können, manchmal helfen technische Veränderungen, den Arbeitsplatz so einzurichten, dass er die Gesundheit nicht beeinträchtigt. Wenn dies nicht möglich ist, wird gemeinsam nach einem neuen Einsatzgebiet gesucht. Die Maßnahmen sollen der Prävention dienen. Dorsch: Wir wollen dafür sorgen, dass die betroffenen Mitarbeiter nicht nach kurzer Zeit wieder arbeitsunfähig werden.

Ideen zur Verwendung des Preisgeldes gibt es bereits. Um den Pflegekräften in der Klinik für Geriatrie die zum Teil körperlich schwere Arbeit zu erleichtern, könnte für das Team eine Hebehilfe angeschafft werden damit aus den Rückenproblemen keine dauerhafte Behinderung wird.

Hintergrund:
Insgesamt haben sich 13 Betriebe beziehungsweise Dienststellen beim Thüringer Landesverwaltungsamt Integrationsamt beworben. Das Integrationsamt hat sich im Rahmen eines Betriebsbesuches über die Aktivitäten und Dokumentation der Betriebe zum betrieblichen Eingliederungsmanagement und bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen überzeugt und eine Auswertung nach einem Punktesystem vorgenommen. Der Beratende Ausschuss beim Integrationsamt Thüringen hat in seiner Sitzung am 27. Oktober 2014 über die Vergabe des Landespreises beraten und die Preisträger bestimmt.


Bei der Ausgleichsabgabe handelt es sich um finanzielle Mittel, die diejenigen Betriebe oder Behörden mit mehr als 20 Beschäftigten abführen müssen, wenn sie nicht eine bestimmte Anzahl schwerbehinderter Menschen beschäftigen. Die Höhe der Ausgleichsabgabe liegt je nach Erfüllung der Beschäftigungspflicht bei 105, 180 oder 260 Euro pro nicht besetztem Pflichtplatz und Monat. Die Ausgleichsabgabe darf nur für besondere Leistungen zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben einschließlich begleitender Hilfe im Arbeitsleben verwendet werden. Sie wird durch das Integrationsamt verwaltet.
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