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Inklusives Sportfestival geht in die zweite Runde

02.12.2014 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Das no limits! Sportfestival geht am 9. Mai 2015 in seine zweite Auflage. Im Würzburger Uni-Sportzentrum treiben dann behinderte und nicht-behinderte Menschen gemeinsam Sport. Organisiert wird die Veranstaltung vom neu gegründeten Netzwerk Inklusionssport Mainfranken. 2013 gab es auf Initiative der gemeinsamen Stiftung von Freiwasserschwimmer Thomas Lurz und Dieter Schneider mit Unterstützung der Uni Würzburg und weiteren Partnern das erste Sportfestival für Menschen mit und ohne Behinderung. Mittlerweile hat die Idee größere Dimensionen angenommen, die zweite Auflage steht an. "Das hat uns in der Form schon überrascht. Wir haben uns ursprünglich einfach gefragt: 'Können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben?'", sagte Schneider.

Mit Unterstützung des frisch gegründeten Netzwerks Inklusionssport Mainfranken wird das Fest größer als im vergangenen Jahr. Im Netzwerk zusammengeschlossen haben sich die "Thomas Lurz und Dieter Schneider Sportstiftung", das Sportzentrum der Uni und die Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (KIS) der Universität Würzburg, die s.Oliver Baskets Würzburg, der Vital-Sportverein (VSV) Würzburg, der Verein der Rollstuhlfahrer und ihrer Freunde e.V. Würzburg sowie der Fechtclub TBB aus Tauberbischofsheim.

Inklusiver Sport geht nur gemeinsam

Unterstützer sind die Stadt und der Landkreis Würzburg sowie örtliche und überregionale Sponsoren. "no limits!" bietet im Mai 2015 einen ganzen Tag lang die Gelegenheit, viele inklusive und damit weitgehend unbekannte Sportarten aktiv kennen zu lernen. "Der Blindenfußball ist ein gutes Beispiel. Hier geht es nur gemeinsam", sagt Enrico Göbel. Er ist als Sehender Torwart und dirigiert seine gehandicapten Mitspieler unter anderem in der Blindenfußball-Nationalmannschaft.

Julian Wendel, seit früher Kindheit auf einen Rollstuhl angewiesen und bei den Ball Busters Würzburg aktiv im Elektrorollstuhl-Hockey, sagt: "Wir hoffen durch so einen Tag natürlich auf eine große Aufmerksamkeit in der Bevölkerung, die dann zu mehr Empathie und Akzeptanz auch im Alltag führt."

Erleben führt zu Verständnis und Akzeptanz

Uni-Präsident Alfred Forchel zeigte sich begeistert von den sportlichen Leistungen der Behinderten, aber auch von der allgemeinen Motivation und Einstellung zum Leben: "Man kann sich daran ein Beispiel nehmen, wenn man bedenkt, welche Anstrengungen teilweise bereits bei ganz alltäglichen Dingen vonnöten sind."

Weltklasse-Freiwasserschwimmer Thomas Lurz wird auch 2015 wieder persönlich beim Sporttag aktiv sein. "Sportarten wie Handbiken, Rollstuhlrugby oder Rollstuhlbasketball sind unglaublich athletisch", sagt Lurz. Sein Tipp an alle Interessierten: Die angebotenen Sportarten einfach vor Ort ausprobieren. "Gerade beim Mitmachen merkt man, welche große sportliche Leistung Menschen mit Behinderung abliefern", sagte Lurz.

Hohe Bedeutung von Inklusion

Sein Stiftungspartner Dieter Schneider wies darauf hin, wie sehr die Bedeutung des Themas Inklusion gestiegen sei. "Das Engagement und die Zusammenarbeit von Stadt und Land bei 'no limits!' drücken die enorme Bedeutung aus."

Christine Haupt-Kreuzer, stellvertretende Landrätin des Landkreis Würzburg, sagte: "Es ist wichtig zu sehen, wie es ist, gehandicapt zu sein, um dafür ein Verständnis entwickeln zu können." Sie wies in Zusammenhang mit dem bisher noch in einer frühen Planungsphase befindlichen Programm des Sportfestes darauf hin, dass auch Kinder hier früh sensibilisiert werden sollten. "Es ist besonders wichtig, dass Kindern und Jugendlichen dieses Thema ohne Distanz nähergebracht wird", sagte die Politikerin.

Austausch und Kontakte enorm wichtig für die Uni

Olaf Hoos, Leiter des Sportzentrums der Uni, berichtete von dem regen Austausch, der sich in Zusammenhang mit dem ersten no limits! Sportfestival ergeben habe. In der Folge hätten auch bekannte Behindertensportler im Sport Vorlesungen gehalten, wie etwa Blindenfußballer Enrico Göbel. "Enrico kann so Dinge transportieren, die wir unmöglich leisten können", sagte Hoos.

Hoos und seine Mitstreiter hoffen, am 9. Mai 2015 die 1.000-Besucher-Marke aus dem Jahr 2013 noch ausbauen zu können. Anders als 2013 liege der Termin nicht in den Semesterferien, weswegen aus dem Kreis der Studierenden mit deutlich mehr Resonanz zu rechnen sei. Unter anderem wird die zweifache Goldmedaillengewinnerin der Paralympics in London 2012, Birgit Kober, Kostproben ihres Könnens im Speerwurf und Kugelstoßen geben. "Wir werden wieder ein tolles Programm auf die Beine stellen. Da bin ich mir sicher", sagte Hoos.


Kontakt

PD Olaf Hoos, wissenschaftlicher Leiter des Sportzentrums der Universität Würzburg
T (0931) 31-80285, olaf.hoos@uni-wuerzburg.de
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