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Fußball, Finanzen und Frauenquote

03.12.2014 - (idw) Hochschule Bochum

Bochumer Studierende des Fachbereichs Wirtschaft besuchen die Hauptversammlung von Borussia Dortmund Von Rüdiger Kurtz
Am 24. November hatte mit der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA der einzige börsennotierte Fußballclub in Deutschland zur Hauptversammlung seiner Kommanditaktionäre geladen. Angereist waren allerdings nicht nur Anteilseigner sondern auch eine Gruppe von Bachelor- und Masterstudierenden der Hochschule Bochum. Das im Hörsaal erworbene Theoriewissen über die Durchführung sowie die Inhalte einer Hauptversammlung sollte mit der Praxis abgeglichen werden. Diskutiert wurden die gewonnenen Eindrücke dann eine Woche später wieder im Hörsaal.
Dass die diesjährige Hauptversammlung des BVB unter besonderer Brisanz stehen würde, war bei der Semesterplanung durch Professor Lars Renner noch nicht absehbar gewesen. "Die emotionale Rede von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und seine Forderung nach 'Blut, Schweiß und Tränen' war ein spannender Einstieg", so Masterstudent Tim Rensing. Neben der finanziellen Situation stand von Anfang an der bislang unbefriedigende Saisonverlauf des BVB im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Als Geschäftsführer Thomas Treß die detaillierten Wirtschaftsdaten präsentierte, lichteten sich die Reihen schnell. "Viele der Anwesenden interessierten sich kaum für die Zahlen", so Artur Ratz: "Die angebotenen Speisen und Getränke stießen da auf deutlich größeres Interesse." Dabei boten die finanziellen Fakten durchaus Grund zur Freude. So war der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen, der operative Gewinn ebenfalls. Allerdings interessierte die Vergangenheit an diesem Tag kaum jemanden. "Das macht die Besonderheit einer Fußballaktie aus", sagte Masterstudent Alexander Niehues: "Sportlicher und finanzieller Erfolg sind gekoppelt und die Perspektive bei der nun vermutlich ausbleibenden Qualifikation für die Champions League ist natürlich nicht so toll."
Interessant war auch die zweite Hälfte der Hauptversammlung, als die Aktionäre Fragen stellen durften. "Ich war schon überrascht, was einige Anteilseignern vom Vorstand wissen wollten", wunderte sich Tim Rensing. Das andernorts viel diskutierte Thema einer Frauenquote wurde ebenso eingebracht wie der Vorschlag, Bundesligaspiele im Ausland stattfinden zu lassen. "Manche Fragen wurden gleich mehrfach gestellt, andere zeugten von wenig Fachkompetenz", berichtete Studentin Elisa Krahe. "Ich war überrascht, dass der Vorstand auch nach gut vier Stunden noch alle Fragen geduldig beantwortet hat", bestätigte Kommilitone Alexander Niehues: "Bei einigen Beiträgen hätte ich vermutlich etwas genervter reagiert."
Wirtschaftsprofessor Lars Renner wollte bei der Nachbetrachtung des Besuchs nicht wertend eingreifen, freute sich aber über die engagierte und kritische Diskussion. Einig waren sich Studierende und Dozent, dass die Teilnahme an der Hauptversammlung eine sehr gute Ergänzung zur Wissensvermittlung an der Hochschule war.
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