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Internationaler Kongress Forschungswelten 2014 an der PTHV war voller Erfolg

05.12.2014 - (idw) Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar

Ein Forum zum interdisziplinären Austausch und zu Herausforderungen und Chancen der Pflege (-wissenschaft) Am 3. und 4. Dezember 2014 fand an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Val-lendar (PTHV) der 6. internationale Kongress Forschungswelten zum Thema Herausforderungen und Chancen der Pflege (-wissenschaft) statt. Der Kongress wurde von hps media in Zusammenarbeit mit der PTHV durchgeführt. Der Kongress zählte zirka 260 Teilnehmer. Wir freuen uns, dass der Kongress in diesem Jahr die PTHV als Kongressort ausgewählt hat, sagte Prof. Dr. Paul Rheinbay, Rektor der PTHV, in seiner Eröffnungsrede. Dieser Kongress ist international bekannt und anerkannt und für unsere Pflegewissenschaftliche Fakultät von großer Bedeutung. An der PTHV legen wir besonders viel Wert auf die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis und genau mit diesem Spannungsfeld befasst sich der Kongress.

Der Kongress bot an zwei Tagen insgesamt rund 60 Einzelbeiträge als Hauptvorträge, in Workshops und Symposien von Referenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Themenstellungen waren unter anderem neue Entwicklungen und Erkenntnisse zu Instrumenten und Methoden der Wissenschaften, zur Versorgungsqualität von Pflegeeinrichtungen, zur Demenz, Ethik und Politik. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich auch jenseits der Veranstaltungen an Info- und Büchertischen zu informieren und mit den Referenten zu diskutieren. Prof. Dr. Hermann Brandenburg, Lehrstuhl für Gerontologie, PTHV, und Mitorganisator des Kongresses, ging in seinem Eröffnungsvortrag auf das Verhältnis von Theorie und Praxis in der Pflegewissenschaft und Gerontologie ein. Dabei kommt er zu dem Schluss, dass Theorie und Praxis unterschiedliche Wissensformen sind, es nicht darum geht diese gleich zu setzen und dass die Theorie der Praxis nützen kann, aber sie (allein) nicht zur Veränderung der Praxis führt. Statt einem Theorie-Praxis-Transfer ist eine Transformation von Theorie und Praxis der bessere Weg, so Brandenburg weiter. Im Anschluss daran, hob Prof. Dr. Hanna Mayer, Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Wien, hervor, dass Pflegewissenschaft und Pflegepraxis immer in einem konstruktiven Spannungsfeld zueinander stehen werden. Die Herausforderung liegt im Balanceakt, im Zusammenspiel beider, so Mayer.

Interdisziplinäres Symposium: Was ist Pflege? Was ist gute Pflege?

Die Kernfragen Was ist Pflege? Was ist gute Pflege? wurden innerhalb eines interdisziplinären Symposiums aus theologischer, philosophischer und pflegewissenschaftlicher Sicht diskutiert. Dabei betrachtete Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC die Wurzeln der Pflege sowie christlich-historische Aspekte pflegerischen Tuns (theologische Perspektive). Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Lehrstuhl für Gemeindenahe Pflege, PTHV, befasste sich mit der Frage nach Professionalisierung und Professionalität der Pflege heute was bedeutet dies aus (kritischer) pflegewissenschaftlicher Sicht? (Perspektive der allgemeinen Pflegewissen-schaft). Er kam zu dem Schluss, dass die Frage schon unter systematischen Gesichtspunkten nicht abschließend beantwortet werden kann. Pflege, als soziales Handeln verstanden, realisiert sich im Spannungsfeld von normativen wie pragmatischen Aspekten, kulturell wie biographisch begründete Präferenzen auf der Mikroebene des Handelns spielen dabei eine ebenso gewichtige Rolle wie die je zeitgenössischen rahmenden Bedingungen, sagte Prof. Hülsken-Gießler. Berufliche Pflege ist heute an der Schnittstelle zwischen der Lebenswelt der Hilfeempfänger sowie ihrer Angehörigen und den Bedingungen des Gesundheits- und Pflegesystems zu bestimmen. Wenn wir heute über gute Pflege sprechen, wird es darum gehen müssen, dass Pflege genau an dieser Schnittstelle verbleiben kann. Berufliche Pflege bedarf dazu einer inneren wie einer äußeren Professionalisierung.

Prof. Dr. Dr. Holger Zaborowski, Lehrstuhl für Geschichte der Philosophie und philosophische Ethik, PTHV, fragte Was ist das Gute? Was ist das gute Leben? (Perspektive der Philosophie) und stellte dabei den Begriff des Glücks, sowie damit zusammenhängende Miss-verständnisse, vor. Helen Güther, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gerontologie, PTHV, beantwortete die Frage nach Guter Pflege alter Menschen wie stellt sich dies aus der Perspektive der Gerontologischen Pflege dar? (Perspektive der spezifischen Pflegewissenschaft). Ihre These lautet: Bei der Gerontologischen Pflege rückt der Aspekt der Langzeitpflege in den Vordergrund und daher ist es von besonderer Relevanz die Zielsetzung nicht allein auf die medizinische Pflege, sondern auf die Beziehungspflege, auszurichten.

Aktuelles Thema Ethische Fragen am Lebensende diskutiert

Das aktuelle Thema der Sterbebegleitung wurde in dem Workshop Ethische Fragen am Lebensende und Palliative Care, moderiert von Prof. Dr. phil. Helen Kohlen, Lehrstuhl für Care Policy und Ethik, PTHV, diskutiert. Neben Manfred Baumann, wissenschaftlicher Mitar-beiter am Lehrstuhl Care Policy und Ethik äußerten sich zu der Thematik Prof. Dr. Margit Haas, Prof. für Pflege und Gesundheit, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, Prof. Dr. Dr. Doris Nauer, Lehrstuhl für Pastoraltheologie und Diakonische Theologie, PTHV, Maria Peters, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Dekanat der Pflegewissenschaftlichen Fakultät, PTHV, und JProf. Sonja Sailer-Pfister, Lehrstuhl für christliche Gesellschaftswissenschaften und Sozialethik, PTHV. Das Anliegen des Workshops war die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen zu Praktiken im Umgang mit Sterben und Tod, so Prof. Kohlen. Auf der Basis empirischer Befunde wurde in den Beiträgen die pflegerische Notwendigkeit sorgender Aktivitäten für und mit sterbenden Menschen einschließlich ihrer Angehörigen evident. Eine zentrale Frage lautete: Sollten die Bedingungen und Kompetenzen hierfür lediglich in einem palliativen Setting vorhanden sein?

Symposium zum Thema Demenz

Weiterer Schwerpunkt des Kongresses war ein Symposium zum Thema Demenz als gesellschaftliche Herausforderung. Prof. Brandenburg diskutierte mit Matthias Brünett, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Pflegewissenschaft, PTHV, und Manfred Schnabel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Methodologie und Qualitative Methoden in der Pflege- und Gesundheitsforschung, PTHV. Die eigentliche Problematik bei der Demenz ist nicht die Krankheit, sondern unser Umgang damit, sagte Prof. Brandenburg. Wenn wir Menschen mit Demenz als seelenlose Hüllen betrachten, dann sind sie bereits gestorben, bevor ihr physischer Tod eingetreten ist. Es ist also ganz entscheidend, mit welchem Blick wir auf die Demenz schauen, in welcher Art und Weise wir diese Personen in unser Gemeinwesen einbeziehen und was wir von ihnen zu lernen bereit sind. Manfred Schnabel ergänzte diese Perspektive durch die Ansicht, dass sich die biomedizinische Interpretation der Alzheimer-Demenz nicht widerspruchsfrei mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen begründen lässt. Der Beitrag von Matthias Brünett thematisierte die Entwicklung einer demenzfreundlichen Kommune (DfK) in England. Sein Beitrag zeigte auf, dass die DfK-Konzeption in England an medikale Deutungsmuster anknüpft und sich so wesentlich von zivilgesellschaftlichen Konzeptionen in Deutschland unterscheidet.


Forschungsmethodische Aspekte der Pflege- und Gesundheitsforschung

Prof. Dr. Albert Brühl, Lehrstuhl für Statistik und standardisierte Verfahren der Pflegefor-schung, PTHV, befasste sich mit der Frage, wie Pflege und Versorgungsqualität in Pflegeeinrichtungen gemessen werden kann. Ihn interessierte insbesondere die Frage, wie ein Qualitätsvergleich zwischen Pflegeeinrichtungen über Ergebnisindikatoren möglich wird. Dabei spielt die Frage nach standardisierten Instrumenten und Verfahren eine zentrale Rolle.

(Pflege-) wissenschaftlich fundierte Politikberatung wie geht das?

Unter dem Titel Pflege. Macht. Politik. (Pflege-
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