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Untersuchung regionaler Klimaveränderungen in Deutschland

08.12.2014 - (idw) Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Start des BMBF-Projekts ReKliEs-De
Am 4. Dezember 2014 fand in Hamburg das Auftakttreffen
der Projektpartner im neuen Forschungsverbund ReKliEs-De
Regionale Klimaprojektionen Ensemble für Deutschland statt. Gemeinsame Pressemitteilung von Brandenburgische Technische
Universität Cottbus-Senftenberg, Climate Service Center 2.0,
Deutsches Klimarechenzentrum, Deutscher Wetterdienst,
Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Potsdam-Institut
für Klimafolgenforschung und Universität Hohenheim

Ziel des gemeinsamen Projektes ReKliEs-De ist es, Bandbreiten und Extremwerte aus den Ergebnissen hochaufgelöster regionaler Klima-projektionen für Deutschland zu ermitteln und diese für die Klimafolgen-forschung und die Politikberatung aufzubereiten. Auf dieser Basis
können detailliertere Untersuchungen z.B. zu Veränderungen im
Auftreten von Starkniederschlag, Trockenheit oder großer Hitze
durchgeführt werden. Durch das neue Projekt werden mögliche
Bandbreiten und extreme Ausprägungen dieser Wetterereignisse
für die Zukunft besser einschätzbar. Die Aussagen sind belastbarer
und dadurch besser nutzbar in der Politikberatung und der Klimafolgen-forschung.

An dem Projekt ReKliEs-De sind die folgenden Partner beteiligt:
Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie
(Projektkoordination)
Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Climate Service Center 2.0 des Helmholtz-Zentrums Geesthacht
Deutsches Klimarechenzentrum
Deutscher Wetterdienst
Potsdam Institut für Klimafolgenforschung
Universität Hohenheim

Gemeinsam mit den Partnern bilden Wissenschaftler des Lehrstuhls Umweltmeteorologie von Prof. Dr. Eberhard Schaller unter der Projekt-leitung von Dr. Klaus Keuler mit Hilfe neuester Technologien das Klima in Europa über einen Zeitraum von 150 Jahren nach. In unterschiedli-chen Szenarien wird Tag für Tag die Zusammensetzung der Atmosphä-re simuliert, um künftig auf den Ergebnissen des Projekts aufbauend Klimafolgen untersuchen und erforderliche Anpassungsmaßnahmen einleiten zu können.

ReKliEs-De ist auf Initiative der Bundesländer entstanden
und wird von diesen inhaltlich begleitet.

Zu der Projektbegleitgruppe gehören VertreterInnen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie als Koordinationsstelle sowie des Umweltbundesamtes und des Landesamtes für Umwelt, Gesund-heit und Verbraucherschutz Brandenburg als Vertreter der Bund-Länder-Fachgespräche Klimafolgen und Anpassung und Interpretati-on regionaler Klimamodelldaten. Zusätzlich sind der Deutsche Wetter-dienst und das Climate Service Center 2.0 des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in der Projektbegleitgruppe vertreten. Diese Gruppe berät die Projektpartner aus Nutzersicht und unterstützt die Projektaus-richtung und -umsetzung sowie die Abstimmung zwischen den
Projektpartnern.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) mit insgesamt 3 Mio gefördert. Die Laufzeit
des Projektes beträgt drei Jahre.

Hintergrund
Im September 2013 erschien der erste Teil des 5. Sachstandsberichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimawandel Intergovern-mental Panel on Climate Change (IPCC). Am 31. Oktober 2014 wurde der abschließende Synthesebericht der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin wurden neue sozio-ökonomische Szenarien definiert, die im Unter-schied zu den bisher verwendeten besser mit den aktuellen Emissions-daten für Treibhausgase und Luftpartikel übereinstimmen und in denen gezielte Klimaschutzmaßnahmen abgebildet werden können. Die neuen Szenarien sind durch repräsentative Pfade der Entwicklung der Treib-hausgaskonzentrationen gekennzeichnet sogenannte Representative Concentration Pathways (RCPs). Eine Reihe globaler Ergebnisse für die neuen Szenarien liegt bereits vor. Höher aufgelöste regionale Kli-maprojektionen werden dagegen derzeit für ausgewählte Regionen z.B. im Rahmen der Initiative EURO-CORDEX durchgeführt. Diese werden durch das Projekt ReKliEs-De um zusätzliche statistische und dynami-sche Modellsimulationen sinnvoll ergänzt. Ein Teilziel des Projektes ReKliEs-De ist der Vergleich der neuen Ergebnisse mit den bisher ver-wendeten Klimaprojektionen um die bisherigen Ansätze zur Abschät-zung künftiger Gefahren durch den Klimawandel in die neuesten wis-senschaftlichen Erkenntnisse einzuordnen.

Für die Nutzung in der Klimafolgenforschung sowie zur Beratung von Politik und Wirtschaft ist eine möglichst belastbare Abschätzung der Bandbreite der zu erwartenden Klimaänderung erforderlich. Zusätzlich sind Kenntnisse über Extremereignisse wichtig, da diese große Schä-den verursachen können. Um solche Aussagen treffen zu können,
werden möglichst viele unterschiedliche Ergebnisse kombiniert. Dies
ist notwendig, da verschiedene Modelle das Klima und seine zukünftige Entwicklung leicht unterschiedlich darstellen. Für die Erarbeitung und Planung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel sind Mo-dellensembles mit hoher räumlicher Auflösung notwendig, da regionale spezifische Maßnahmen aufgrund unterschiedlicher wirtschaftlicher,
naturräumlicher oder klimatischer Besonderheiten den jeweils größten Nutzen bei vergleichbaren Kosten bringen können.

Der Fokus in diesem Projekt liegt auf dem Szenario mit starkem An-stieg der Treibhausgaskonzentrationen, das dem derzeitigen Verlauf der Emissionen näherungsweise entspricht. Die Ergebnisse dienen der Präzisierung von erforderlichen Anpassungsmaßnahmen an den Kli-mawandel in Deutschland. Zusätzlich werden Simulationen für ein

Szenario durchgeführt, das auf die Einhaltung des Zwei-Grad-Zieles ausgelegt ist. Ein Vergleich der Ergebnisse mit den erwartbaren Klima-folgen bei der Weiterentwicklung der Emissionen wie bisher erlaubt
eine Abschätzung von vermeidbaren Klimafolgen in den deutschen Bundesländern bei Einhaltung des Zwei-Grad-Zieles.
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