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Kompetenzbereiche stärken, neue Forschungsformate etablieren Jahressitzung 2014 der BAdW

08.12.2014 - (idw) Bayerische Akademie der Wissenschaften

Grußwort von Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle / Bericht des Präsidenten / Preisverleihungen über 46.000 Euro / Vortrag von Markus Schwaiger über Medizinische Bildgebung: Von der Diagnostik zur Therapie In Anwesenheit des Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle, der ein Grußwort sprach, fand heute die Jahrfeier der Akademie statt. Präsident Prof. Dr. Karl-Heinz Hoffmann informierte in seinem Bericht insbesondere über den Stand der Akademiereform, die unter anderem zur Einrichtung von Ad-hoc Arbeitsgruppen als neue Elemente der Forschungsstruktur führen wird. Damit öffnet sich die Akademie für innovative Vorhaben mit flexibleren Laufzeiten, so der Akademiepräsident. Auch in der Organisationsstruktur der Kommissionen und der Klassen werde es Neuerungen geben, die den interdisziplinären Dialog innerhalb der Akademie stärken werden, erklärte Hoffmann. Er präsentierte auch das neue Akademieprojekt Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, das 2015 die Arbeit aufnehmen wird. Die beiden Klassensekretare Prof. Dr. Arndt Bode und Prof. Dr. Arnold Picot stellten die 2014 zugewählten Mitglieder vor.

Festvortrag
Prof. Dr. Markus Schwaiger, Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar und seit 2005 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, sprach über die zentrale Rolle der medizinischen Bildgebung in der Krankenversorgung. Bildgebende Verfahren haben sich nicht nur als Screening-Methode, beispielsweise bei der Mammographie oder dem Lungen-CT durchgesetzt, sondern werden zunehmend auch für Therapieentscheidungen eingesetzt, so Markus Schwaiger. Damit könne die Therapie auf den individuellen Patienten angepasst, der Erfolg einer Behandlung routinemäßig durch Bilddaten überprüft und die Wirkung neuer Medikamente objektiviert werden. Moderne Datenverarbeitung kommuniziert die Bildinformation in dreidimensionaler Form und spielt eine zunehmende Rolle bei der Navigation von chirurgischen Eingriffen, führte Markus Schwaiger in seinem Vortrag aus. Er forderte innovative, interdisziplinäre Forschung, die Physik, Ingenieurwissenschaften, Chemie und Lebenswissenschaften bündelt, um den Wissenschaftsstandort Deutschland in Bezug auf Medizintechnik weiter zu stärken. Dies werde die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie erweitern und dazu beitragen, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse der Medizin schneller auf die Behandlung der Patienten übertragen werden können.

Preise und Auszeichnungen 2014
Die Akademie vergab 2014 Preise im Gesamtwert von 46.000 Euro. Sie zeichnete damit herausragende Leistungen, insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses in Bayern, aus.

Der Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling-Preis ging an den Kosmologen Prof. Dr. Viatcheslav F. Mukhanov (Jg. 1956, LMU München) für seine bahnbrechenden Forschungen zur Entstehung und der Struktur des Universums. Mit dem Schelling-Preis zeichnet die Akademie Spitzenforscher für herausragende Leistungen oder ihr Lebenswerk aus. Er wird seit 2006 alle zwei Jahre abwechselnd zwischen Geistes- und Naturwissenschaften vergeben, ist mit 25.000 Euro dotiert und wird unter anderem von E.ON Bayern gestiftet.

Der Robert Sauer-Preis ging an Prof. Dr. Stefan M. Huber (Jg. 1977, Universität Bochum) für seine Beiträge zu Halogenbrücken und zu ihrer Nutzung in der Organischen Synthese. Der Preis wird für herausragende Leistungen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Den Akademiepreis, der an Personen verliehen wird, die nicht hauptamtlich in der Forschung tätig sind, erhielt der Unternehmer Dr. h.c. Thomas J. Witt (Jg. 1947). Die Akademie würdigt damit seine Verdienste um die Erforschung von Schmetterlingen und sein herausragendes Engagement zur Förderung wissenschaftlicher Projekte im Bereich der Biodiversitätsforschung. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird aus Mitteln der Stiftung zur Förderung der Wissenschaften in Bayern finanziert.

Den Arnold Sommerfeld-Preis verlieh die Akademie der Chemikerin Prof. Dr. Sonja Herres-Pawlis (Jg. 1979, LMU München) für ihre experimentellen und theoretischen Beiträge zum Mechanismus der Lactid-Polymerisation, einem bedeutsamen Verfahren zur Chemie biologisch abbaubarer Polymere. Der Preis würdigt besondere Leistungen in den Naturwissenschaften, ist mit 4.000 Euro dotiert und wird aus Spenden finanziert.

Der Max Weber-Preis ging an Dr. Markus Hien (Jg. 1983, Universität Würzburg) für seine Dissertation Altes Reich und Neue Dichtung. Zum Verhältnis von Literatur und Reichsidentität in der Sattelzeit. Der Preis wird für besondere Leistungen in den Geisteswissenschaften vergeben, ist mit 4.000 Euro dotiert und wird aus Mitteln der Stiftung zur Förderung der Wissenschaften in Bayern finanziert.

Der Akademiepreis der Karl Thiemig-Stiftung ging an Dr. Johannes John
(Jg. 1957), für seine Arbeit im Projekt Historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke und Briefe von Adalbert Stifter (Kommission für Neuere deutsche Literatur) und für sein herausragendes Engagement als Mitglied des Sprecherkollegiums der Akademie. Der Preis dient der Förderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Akademie und ist mit 3.000 Euro dotiert. Er wird aus Mitteln der Karl Thiemig-Stiftung zur Förderung von Kunst und Wissenschaft in Bayern finanziert.

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, gegründet 1759, ist die größte und eine der ältesten Akademien in Deutschland. Sie ist zugleich Gelehrtengesellschaft und Forschungseinrichtung von internationalem Rang. Mit rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreibt sie Grundlagenforschung in den Geistes- und Naturwissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf langfristigen Vorhaben, die die Basis für weiterführende Forschungen liefern und die kulturelle Überlieferung sichern. Sie ist ferner Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, eines der größten Supercomputing-Zentren Deutschlands, und des Walther-Meißner-Instituts für Tieftemperaturforschung. Seit 2010 betreibt sie ein Junges Kolleg für den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern. Weitere Informationen:http://www.badw.de/aktuell/pressemitteilungen/archiv/2014/PM_2014_37/index.html - Hier finden Sie die Redemanuskripte und Laudationes der Veranstaltung

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