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Massenfertigung vs. Maßschneiderung bei Softwaresystemen im Fokus

08.12.2014 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Nachdem Hochschule Harz und Volkswagen Financial Services bereits im Jahr 2013 die Einrichtung einer 50%igen Stiftungsprofessur am Fachbereich Automatisierung und Informatik vertraglich besiegelt hatten, stellte sich der neu gewonnene Hochschullehrer Prof. Dr. Thomas Leich kürzlich Studierenden, Kollegium sowie Partnern und weiteren interessierten Gästen vor. Die Ausgestaltung der Stelle ermöglicht es dem an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg promovierten Wirtschaftsinformatiker Leich zugleich, seine bisherige Geschäftsbereichsleitung bei der METOP GmbH in Magdeburg fortzusetzen.

Eröffnet wurde die Antrittsvorlesung des Inhabers der Volkswagen Financial Services Stiftungsprofessur für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Requirements Engineering durch Prof. Dr. Olaf Drögehorn, Prorektor für Informations- und Kommunikationstechnologien sowie eLearning. Prorektor Drögehorn begrüßte Professor Leich in Vertretung von Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann, der zeitgleich zu Strukturgesprächen in Magdeburg war, im Namen der Hochschulleitung und freute sich besonders, mit dem neuen Stiftungsprofessur-Inhaber einen renommierten Informatik-Experten gewonnen zu haben, dessen Lehr- und Forschungstätigkeit die marktorientierte Ausbildung der Studierenden in den Informatik-Studiengängen weiter unterstützen wird.

Dekan Prof. Dr. Bernhard Zimmermann des Fachbereichs Automatisierung und Informatik betonte in seiner Einführung die Bedeutung von Antrittsvorlesungen und stellte den neuen Kollegen kurz vor: Antrittsvorlesungen sind an Hochschulen immer ein ganz besonderes Ereignis und Professor Leich knüpft damit an eine Tradition an, die seinerzeit auch schon Friedrich Schiller und Stephen Hawking pflegten, so der langjährige Fachbereichsleiter.

Wir freuen uns, dass es uns mit der Einrichtung der Stiftungsprofessur gelungen ist, das erste Lehrgebiet dieser Art bundesweit zu besetzen, sagt Dr. Mario Daberkow, Vorstandsmitglied der Volkswagen Financial Services AG, verantwortlich für Informationstechnologie (IT) und Prozesse. Weltweit sind wir in 50 Ländern tätig, möchten aber trotzdem unsere enge Verbundenheit zur Region und somit auch zur Hochschule Harz weiterhin pflegen und ausbauen. Dabei ist das Thema Requirements Engineering für uns als Finanz- und Mobilitätsdienstleister von großer Relevanz, so Daberkow weiter.

Im Rahmen seiner Antrittsvorlesung setzte sich Prof. Dr. Thomas Leich mit dem spannenden Thema Maßschneiderung von Softwaresystemen: Von den Anforderungen bis zum Code auseinander und erläuterte den zahlreichen Zuhörern, welche Auswirkungen Variabilität auf die Stabilität von Softwaresystemen hat. Weithin bekannte Beispiele aus der Praxis, wie der Baufortschritt am neuen Flughafen Berlin Brandenburg, die Einführung der Autobahn-Maut durch Toll Collect sowie die seinerzeit bereits 40 Sekunden nach dem Start explodierte Ariane-5-Rakete, verdeutlichten den Gästen eindrucksvoll, welch gravierende Auswirkungen sich ändernde Rahmenbedingungen auf den zeitlichen Ablauf und die Zielerreichung haben können. Insoweit unterschied der Inhaber der Volkswagen Financial Services Stiftungsprofessur Leich Massenfertigung von Maßschneiderung und hob hervor, dass zur Vermeidung von Konflikten stets hinterfragt werden muss, um was für eine neue Anforderung es sich handele und welche Voraussetzungen benötigt werden, um ergebnisorientiert arbeiten zu können. Auch heutzutage trifft man allgegenwärtig auf das Problem, dass sich Software-Produktlinien bislang nicht durchsetzen konnten, weil sie größtenteils vom Management entwickelt werden, ohne die Erfahrung der Arbeitsebene einfließen zu lassen, berichtete Prof. Leich von den Herausforderungen des Requirements Engineerings. Dass Variabilität gleichzeitig Komplexität bedeutet, verdeutlichte der 38-jährige Hochschullehrer aus Magdeburg an einem Rechenbeispiel aus 33 optionalen, unabhängigen Merkmalen, die jedem Menschen auf der Erde eine andere Konfiguration verschaffen würden. Dass das Ziel einer merkmalsorientierten Programmierung mit einer konkreten Definition der Anforderung an einer bestimmten Stelle im Code auch tatsächlich zum Erfolg führt, verdeutlichte der Requirements Engineering-Fachmann abschließend auch anhand facettenreicher Beispiele mit Volkswagen-Bezug.

An der Hochschule Harz sind seit 2007 insgesamt vier Stiftungsprofessuren eingerichtet, jeweils zwei an den beiden Fachbereichen Automatisierung und Informatik sowie Wirtschaftswissenschaften. Als eine der kleineren Hochschulen im Lande sind wir besonders stolz, dass sich sowohl regional als auch international tätige Unternehmen entschlossen haben die Lehr- und Forschungstätigkeit der Hochschule Harz aktiv zu unterstützen. Dass diese hierbei auch bereit sind mit nicht unerheblichen Investitionen in die Personal- und Sachausstattung maßgeblich dazu beizutragen die an den Anforderungen des Marktes orientierte Ausrichtung der Studienprogramme stetig weiter zu entwickeln, darf besonders erwähnt werden. Auch in Zeiten der durch die Sparmaßnahmen der Landesregierung verursachten Budgetkürzungen ermöglicht uns dieses Engagement, immer wieder neue Impulse zu setzen, um auch künftig für Studierende ebenso wie für Arbeitgeber als Abnehmer unserer Absolventen attraktiv zu bleiben, so Hochschul-Rektor Prof. Willingmann anlässlich der kürzlich erfolgten Besetzung der Stiftungsprofessur von Volkswagen Financial Services für Wirtschaftsinformatik, insbesondere Requirements Engineering. Weitere Informationen:http://www.hs-harz.de

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