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Virtuelle Biobank für Prostatakrebs online

09.12.2014 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Das Deutsche Prostatakarzinom Konsortium (DPKK) und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI haben gemeinsam eine virtuelle Biobank für Gewebeproben und weitere Biomaterialien von Prostatakrebspatienten entwickelt. Damit können Mediziner und Wissenschaftler des DPKK ab sofort die Daten und Proben der Patienten in den angeschlossenen Kliniken online auffinden und gemeinsam für Forschungszwecke nutzen. Die gespendeten Proben werden bereits seit elf Jahren mit Einverständnis der Patienten und nach einer einheitlichen Verfahrensvorschrift gesammelt. Daran beteiligt sind insgesamt 17 Kliniken, die sich im Deutschen Prostatakarzinom Konsortium zusammengeschlossen haben. Am Potsdamer Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse des Fraunhofer IZI wurden sowohl Konzept als auch Software entwickelt, um den gemeinsamen Datenbestand in einer virtuellen Biobank zusammenzuführen und so entscheidend schneller für Forschungsprojekte verfügbar zu machen.

Die Biobank ist spezifisch an die Datensätze zum Prostatakarzinom angepasst, kann aber bei Bedarf auch jederzeit um Fälle und Daten anderer Erkrankungen erweitert werden. Über die Anbindung an das Projektportal im Deutschen Biobanken-Register stehen die anonymisierten Daten der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Anbahnung von Forschungsprojekten zur Verfügung. »Besonders zukunftsträchtig an der entwickelten Software ist, dass sie ganz unterschiedliche Datenformate integriert und sich jederzeit nahtlos und flexibel erweitern lässt«, so Dr. Christina Schröder, Projektleiterin am Fraunhofer-Institut.

Die Originalproben verbleiben dabei im Bestand der jeweiligen Klinik und stehen vor Ort für diagnostische Zwecke weiterhin zur Verfügung. Die umfangreichen Daten, die jeweils Fall und Probe beschreiben, werden in einer sogenannten Metabiobank auf dem Server der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Düsseldorf zusammengeführt.

»Mit der Fertigstellung der DPKK-Biobank zahlt sich nun aus, dass alle DPKK-Mitgliedszentren das gespendete Material seit Jahren nach denselben Standards aufarbeiten und aufbewahren«, kommentiert Prof. Bernd Wullich, Direktor der Urologischen Klinik in Erlangen. »So ist im DPKK die Vergleichbarkeit und hohe Qualität des Materials von vorn herein gegeben, die ja unabdingbare Voraussetzung klinikübergreifender Forschungsprojekte ist«, ergänzt der DPKK-Vorsitzende Prof. Gerhard Unteregger, Klinik für Urologie und Kinderurologie der Universität des Saarlandes.

Der Deutsche Prostatakarzinom Konsortium (DPKK) e.V. will mit dem Zusammenschluss von klinisch tätigen und grundlagenwissenschaftlich arbeitenden Experten aus den verschiedensten Fachbereichen zur Lösung der Frage beitragen, welche Rolle sowohl genetische Anlagen als auch Umwelteinflüsse bei der Entstehung des Prostatakarzinoms spielen. Unter dem Dach der DGU bündelt das DPKK seine Expertise mit Forschungsnetzwerken weiterer urologischer Tumorerkrankungen. Weitere Informationen:http://www.izi.fraunhofer.de Anhang
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