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Antikenmuseum präsentiert wertvolle Sarkophage nach Restaurierung

09.12.2014 - (idw) Universität Leipzig

Die Restaurierung dreier historisch äußerst wertvoller Sarkophage aus dem 6. und frühen 5. Jahrhundert v. Chr. im Antikenmuseum der Universität Leipzig ist abgeschlossen. Damit ist die Originalsammlung des Museums 20 Jahre nach dessen Wiedereröffnung vollständig wiederhergestellt. Am 15. Dezember 2014 wird ein eigens für die Aufstellung der Sarkophage neu gestalteter Ausstellungsraum in der Alten Nikolaischule der Öffentlichkeit übergeben. Dazu sind Sie als Medienvertreter sehr herzlich eingeladen. Dr. Hans-Peter Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums, wird Ihnen die sogenannten Klazomenischen Sarkophage präsentieren. Termin: 15.12.2014, 11:00 Uhr
Ort: Antikenmuseum der Universität Leipzig
Alte Nikolaischule
Nikolaikirchhof 2
04109 Leipzig

Für die Öffentlichkeit sind die Sarkophage ab Dienstag, 16. Dezember, zu den regulären Öffnungszeiten des Museums (Dienstag bis Donnerstag sowie Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr) zugänglich. Anfang November 2014 wurden sie in die Dauerausstellung des Antikenmuseums integriert. "Damit sind diese einzigartigen Zeugnisse frühgriechischer Malerei erstmals seit 1943 für Lehre und Forschung wieder verfügbar", sagt Müller. Bei den sogenannten Klazomenischen Sarkophagen handelt es sich um wannenförmige Tonsarkophage, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hauptsächlich in der namengebenden Stadt Klazomenai an der Westküste Kleinasiens gefunden wurden. Von herausragendem Interesse für die Wissenschaft sind sie aufgrund der prächtigen figürlichen und ornamentalen Bemalung ihres Randes. Weltweit sind nur über 200 Exemplare bekannt. Davon gelangten am Anfang des 20. Jahrhunderts drei restaurierte Sarkophag-Ränder und das Fragment eines vierten nach Leipzig.

Nur ein Sarkophag hat den Zweiten Weltkrieg überstanden, die beiden anderen wurden stark beschädigt. Große Teile von ihnen sind seither verschollen. In ihrem problematischen Zustand waren sie für Lehre, Forschung und eine museale Präsentation nicht geeignet. Der Freundeskreis der Kulturstiftung der Länder bewilligte 2013 die Mittel zur Restaurierung des vollständig erhaltenen Sarkophags. Ausgeführt wurden die Arbeiten in diesem Jahr in der Werkstatt des Münchener Restaurators Silvano Bertolin, der auch die von der Universität unterstützte Restaurierung der Fragmente der beiden anderen Sarkophage übernahm.

Antikenmuseum vor 20 Jahren wiedereröffnet

Am 21. Oktober 1994 wurde das Antikenmuseum der Universität im historischen Gebäude der Alten Nikolaischule wiedereröffnet. Fast alle Objekte in der Dauerausstellung - etwa 450 Exponate - mussten zuvor nach zeitgemäßen konservatorischen und ästhetischen Kriterien restauriert werden. Seit seiner Schließung im Jahre 1968 waren sämtliche Bestände in notdürftig als Depot hergerichteten Räumen untergebracht. Dort lagerten die wertvollen Stücke jahrzehntelang ohne jegliche konservatorische und restauratorische Betreuung. Erst nach der Friedlichen Revolution im Jahr 1989 konnte die Sammlung wieder aufgebaut werden. "In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten wurde die Wiederherstellung der Originalsammlung kontinuierlich fortgesetzt. Als letzte große Herausforderung verblieb die Restaurierung der großformatigen Klazomenischen Sarkophage, die einen Spezialisten und erhebliche finanzielle Unterstützung erforderte", sagt Müller.

In dem neu gestalteten Ausstellungsraum sind der vollständige Sarkophag-Rahmen, die beiden aus Fragmenten restaurierten Seitenleisten eines zweiten und zwei mit Bildfeldern dekorierte Fragmente eines dritten Sarkophags zu sehen. Ihre figürlichen Bilder zeigen unter anderem Löwen und Steinböcke, Sphingen und Greifen, einen Jünglingskopf und ein Pferdegespann mit geflügeltem Wagenlenker. Die Sarkophag-Fragmente wurden in der Ausstellung so montiert, dass sie flexibel sind und zum Studium die uneingeschränkte Betrachtung aller Seiten ermöglichen. Sie sind ab ..Dezember zu den Öffnungszeiten des Antikenmuseums für die interessierte Öffentlichkeit zu sehen.

Einladung zur Winckelmannsfeier

Die restaurierten Sarkophage werden anlässlich der Leipziger Winckelmannsfeier 2014 präsentiert, zu der das Institut für Klassische Archäologie und das Antikenmuseum der Universität am Abend des 15. Dezember 2014 einladen. Der Archäologe Prof. Dr. Wulf Raeck von der Goethe Universität Frankfurt (Main) spricht um 19 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus in der Ritterstraße 8-10 (Hörsaal 301) in seinem Festvortrag zum Thema "Nichts Heroisches beigemischt - Die Botschaft der Form in der frühhellenistischen Kunst". Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Johann Joachim Winckelmann (1717 bis 1768) war ein deutscher Archäologe und Kunstschriftsteller der frühen Aufklärung. Er gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und der Kunstgeschichte sowie als geistiger Begründer des Klassizismus im deutschsprachigen Raum. An seinen Geburtstag, den 9. Dezember, erinnern viele Archäologische Institute in Deutschland alljährlich mit einer Winckelmann-Feier.


Weitere Informationen:

Dr. Hans-Peter Müller
Antikenmuseum
Telefon: +49 341 97-30702
E-Mail: pmueller@rz.uni-leipzig.de
Web: http://www.uni-leipzig.de/antik
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