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Mit Verstand ausbilden

10.02.2004 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Wer lebenslang lernt, dient nicht unbedingt seinem Unternehmen. Soll ein Zusammenhang zwischen Aufwand und Nutzen von Bildungsmaßnahmen hergestellt werden, müssen sie mit Geschäftsprozessen gekoppelt werden. Auf der morgen beginnenden Messe LEARNTEC wird das Konzept vorgestellt.

Die meisten Unternehmen wissen, wie wichtig die Qualifikation ihrer Mitarbeiter für den Unternehmenserfolg ist. Nach Trainingsmaßnahmen werden häufig kurzfristig orientierte Kontrollen des Lernerfolgs eingesetzt. Dennoch bleibt es schwierig, einen klaren Zusammenhang zwischen Aufwand für Weiterbildung und einem langfristigen Unternehmenserfolg oder -misserfolg nachzuweisen. Besonders Bildungsverantwortliche müssen sich Nachfragen gefallen lassen: Nach welchen Kriterien investieren Sie in Bildungsmaßnahmen? Welchen Nutzen hat diese Schulung gebracht? Welches Verhältnis von Lernaufwand zu Produktivität halten Sie für gerechtfertigt (return on invest)? Bleiben die Antworten nebulös, fallen Weiterbildungsmaßnahmen gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten schnell dem Rotstift zum Opfer.

Forscher vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO wollen in diesen Zusammenhang mehr Licht bringen. Im Forschungsprojekt "Geschäftsprozessorientiertes Bildungscontrolling" verfolgen sie das Ziel, auf der Grundlage von Fallstudien eine praktikable Methode zu entwickeln. Geschäftsprozessorientierung bedeutet dabei, dass Lernerfolge an einer effizienteren Bearbeitung von Geschäftsprozessen abgelesen werden und nicht daran, wie einzelne Teilnehmer einen Kurs bewerten. Was damit gemeint ist, erläutert IAO-Projektleiter Dr. Christoph Meier: "Bisher werden bei Planung und Erfolgsmessung von Weiterbildungen meist einzelne Rollen - also etwa Software-Entwickler oder Projektleiter - in den Mittelpunkt gestellt. Wir hingegen wollen Bildungsmaßnahmen danach bewerten, inwiefern sich bei geschäftskritischen Prozessen Änderungen in betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie etwa Fehlerquoten oder Zeitaufwand pro Vertragsabschluss ergeben." Dies umfasst jedoch auch die Frage, wie unterschiedliche Rollen zusammenspielen und wie Weiterbildungsangebote daran am besten angepasst werden.

Primäre Zielgruppe für geschäftsprozessorientiertes Bildungscontrolling sind Unternehmen, die umfangreiche Weiterbildungsprogramme etabliert haben und vergleichsweise viel in Personalentwicklung investieren. Auf der Messe LEARNTEC sind es jedoch alle Institutionen, die den Erfolg ihrer Aus- und Fortbildung nicht dem Zufall oder einer diffusen Erfahrung überlassen wollen - oder aus wirtschaftlichen Gründen nicht dürfen. Die Fachmesse für Bildungs- und Informationstechnologie findet vom 10. bis 13. Februar in Karlsruhe statt (Gartenhalle, Stand 354).

Ansprechpartner:
Dr. Christoph Meier
Telefon 07 11 / 9 70-22 18, Fax -22 99, Christoph.Meier@iao.fraunhofer.de

Natascha Koroleva
Telefon 07 11 / 9 70-23 33, Natascha.Koroleva@iao.fraunhofer.de
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