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Regionale Verankerung und globale Offenheit

10.12.2014 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Jörg Stadelbauer hat eine Geschichte des Fachs Geographie an der Universität Freiburg geschrieben Innerhalb der Disziplin hat sie viele wegweisende Beiträge geleistet, auch wenn sie vielleicht nie führend innerhalb Deutschlands war: Zu diesem Fazit kommt Prof. Dr. Jörg Stadelbauer in seiner neuen Geschichte des Fachs Geographie an der Universität Freiburg. Wichtige Impulse sind seiner Darstellung zufolge vor allem von der Landeskunde, der Klimatologie, der Geomorphologie der Lehre von den Formen und formbildenden Prozessen der Erdoberfläche , der Wasserforschung, der geographischen Entwicklungsforschung sowie, in jüngerer Zeit, von der Geokommunikation ausgegangen. Letztere nutzt Geodaten und digitale Medien, um Informationen mit räumlichem Bezug für unterschiedliche Zielgruppen aufzubereiten.

Die Geographie wurde an der Universität Freiburg wie an vielen anderen Universitäten im ausgehenden 19. Jahrhundert als eigenständige Disziplin eingerichtet. Das junge Fach hatte drei Aufgaben: Es sollte einen naturwissenschaftlichen Beitrag zur Erklärung räumlicher Strukturen leisten, regionale Bevölkerungs-, Siedlungs- und Wirtschaftsverhältnisse erfassen sowie Lehrkräfte ausbilden, die Erdkunde am Gymnasium unterrichten. Die Schwerpunkte haben sich in den mehr als hundert zurückliegenden Jahren verändert und ausdifferenziert. Im Kern jedoch ist die Geographie in Freiburg, ebenso wie an anderen Universitäten, eine Disziplin mit einem naturwissenschaftlichen und einem geistes- und sozialwissenschaftlichen Standbein sowie einem gesellschaftlich eingeforderten Bildungsauftrag geblieben, berichtet Stadelbauer.
Der Autor stützt sich in seinem Buch vor allem auf Quellen aus dem Universitätsarchiv, dem Alemannischen Institut und dem Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig. Er behandelt den Zeitraum bis zum Beginn der 1960er Jahre besonders ausführlich. Eine zentrale Figur ist Prof. Dr. Friedrich Metz, von 1936 bis 1938 Rektor der Universität Freiburg. Die politischen Kontroversen um seine Person führten nach dem Zweiten Weltkrieg zur Parallelgründung eines zweiten geographischen Instituts. Von 1970 an waren beide bislang in unterschiedlichen Fakultäten angesiedelten Institute der damaligen Geowissenschaftlichen Fakultät zugeordnet. Die Gründung der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen 2013 führte die Disziplin wieder in einem Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie zusammen.

Jörg Stadelbauer hat in Freiburg studiert und war von 1991 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2009 Professor für Geographie und Landeskunde am damaligen Institut für Kulturgeographie der Universität Freiburg. Zu den Schwerpunkten seiner Forschung zählen die Transformationsprozesse in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, Aspekte der Politischen Geographie, die Entwicklung der Kulturlandschaft in ländlichen Räumen Baden-Württembergs und die Hochgebirgsforschung.

Publikation:
Stadelbauer, Jörg: Regionale Verankerung und globale Offenheit. Zur Geschichte des Faches Geographie an der Universität Freiburg i. Br. Freiburg/München 2014 (= Freiburger Beiträge zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Neue Folge, Bd. 7). ISBN 978-3-495-48698-6

Kontakt:
Prof. Dr. Jörg Stadelbauer
Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3577
E-Mail: joerg.stadelbauer@geographie.uni-freiburg.de
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