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Henry Chapman erhält den Leibniz-Preis 2015

10.12.2014 - (idw) Universität Hamburg

Prof. Dr. Henry Chapman, Leiter der Abteilung Kohärente Röntgenbildgebung am CFEL an der Universität Hamburg, erhält als einer von insgesamt acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Leibniz-Preis, den höchstdotierten Forschungspreis in Deutschland. Diese Gelder können die Preisträgerinnen und Preisträger bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden. Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben und zeichnet herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen Gebieten der Wissenschaft aus.

Henry Chapman ist seit 2007 Professor für Physik an der Universität Hamburg und Leiter der Coherent Imaging Group am Center for Free-Electron Laser Science (CFEL) beim DESY in Hamburg. Seine Forschungen zu Freie-Elektronen Lasern (FEL) tangieren viele Wissenschaftsfelder. Er entwickelte unter anderem neue Abbildungsverfahren unter Nutzung extrem intensiver und kurzer Röntgenpulse, wie sie an modernen Beschleunigeranlagen erzeugt werden. Die Anwendungen reichen von der Strukturbiologie über die Festkörper- bis zur Plasmaphysik. Seine Forschungsarbeiten sind stets höchstinnovativ, u. a. gelang es ihm zu beschreiben, wie kohärente Röntgenmikroskopie, die letztlich nur limitiert ist durch die Lichtwellenlänge, genutzt werden kann, um nichtperiodisch angeordnete, isolierte Objekte abzubilden. Die mit hoher Auflösung rekonstruierten 3D Formen und 2D Tiefenprofile zählen zu den großen innovativen Höchstleistungen der internationalen Forschung auf diesem Gebiet. Von besonderem Interesse sind heute die Untersuchungen an biologischen Molekülverbänden, bei denen die Minimierung von Strahlenschädigung durch die Verwendung von Femtosekunden-Pulsen essentiell ist.

Der 47-jährige Wissenschaftler, für seine Forschungen vielfach ausgezeichnet, wurde in England geboren und studierte Physik in Melbourne, Australien, wo er auch promovierte. Danach hat er als Postdoktorand an der Stony Brook University gearbeitet. Später war er am renommierten Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Livermore, USA, tätig, bevor er von der Universität Hamburg und dem DESY nach Hamburg berufen wurde.

Henry Chapman hat nicht nur die Fortschritte zur Auslotung des wissenschaftlichen Potentials von Freie-Elektronen Röntgen-Lasern international entscheidend geprägt, sondern hat auch durch seine ausgezeichnete fachliche Kompetenz und Lehrbefähigung zur Weiterentwicklung der Lehre an der Universität Hamburg beigetragen, in dem er traditionelle Elemente wie Vorlesungen, Übungen, Praktika mit Ansätzen zu einem Projektstudium fortgeschrittener Studierender verband. Er betreut seit Jahren intensiv Doktoranden.

Der Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen: Ich gratuliere Herrn Professor Chapman zu dieser herausragenden Auszeichnung. Durch seine innovative Forschungsstrategie, sein Integrations- und Kooperationsvermögen ist es ihm gelungen, international herausragende Forschungsleistungen zu erbringen und eine ebensolche Wertschätzung zu erlangen. Die Auszeichnung zeigt auch, wie hoch die Qualität unseres Exzellenz-Clusters CUI ist, das von solch herausragenden Wissenschaftlern unterstützt wird.

Für Rückfragen:

Christiane Kuhrt
Universität Hamburg
Referentin des Präsidenten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 040 42838-1804
E-Mail: Christiane.Kuhrt@uni-hamburg.de
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