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38 Jahre Pflanzenschutzmittelzulassung

15.12.2014 - (idw) Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Dr. Hans-Gerd Nolting geht in den Ruhestand 38 Jahre lang hat Dr. Hans-Gerd Nolting bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland an vorderster Stelle mitgewirkt: Von 1977 bis 2002 bei der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) und seitdem als Abteilungsleiter und Vertreter des Präsidenten beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Wenige Tage vor seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst zum Ende des Jahres ist Dr. Nolting am 11. Dezember in Braunschweig feierlich in den Ruhestand verabschiedet worden.

Der Präsident des BVL, Dr. Helmut Tschiersky, würdigte seinen Stellvertreter bei der Festveranstaltung vor rund 200 geladenen Gästen im Forum des Thünen-Instituts als einen Menschen, der stets wirklichkeitsnahe und pragmatische Lösungen gesucht und sich dabei immer für die Belange seiner Mitarbeiter eingesetzt habe. Sie haben Ihr Fachgebiet nach außen kompetent in allen Lebenslagen vertreten, sei es bei Behördengesprächen, bei der Zusammenarbeit mit Verbänden oder bei Sitzungen des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages. Besonders lobte der BVL-Präsident die Leistung von Dr. Nolting bei der Einführung der elektronischen Antragsbearbeitung. Zulassungsanträge werden seitdem nicht mehr in Lkws angeliefert, sondern in elektronischer Form. Dies sei ein ganz wesentlicher Beitrag zur eGovernment-Initiative gewesen.

Staatsekretär Dr. Robert Kloos aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft überbrachte Dr. Nolting die besten Wünsche von Bundesminister Christian Schmidt. Ihre Erfahrung und Ihr verantwortungsvolles Handeln haben dafür gesorgt, dass die deutsche Pflanzenschutzmittelzulassung weltweit einen hervorragenden Ruf hat. Als besondere Herausforderungen im Berufsleben von Dr. Nolting bezeichnete der Staatssekretär die Umsetzung der Änderungen der europäischen und nationalen Pflanzenschutzgesetzgebung für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln sowie die Einbindung der Einvernehmens- und Benehmensbehörden in den nationalen Zulassungsprozess. Sie haben die Aufgaben mit großer Verantwortung, Verlässlichkeit und hoher Motivation gemeistert und die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vier am Verfahren der Zulassung beteiligten Behörden engagiert vorangetrieben.

Dies unterstrich auch der Präsident des Julius Kühn-Instituts (JKI), Prof. Dr. Georg F. Backhaus. Probleme zwischen den Behörden neben dem JKI sind das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Umweltbundesamt in den Zulassungsprozess eingebunden konnten mit Dr. Nolting rasch, sachlich und fachlich fundiert geklärt werden. Der noch nicht benannten Nachfolge Dr. Noltings gab der JKI-Präsident schon einmal mit auf den Weg: Sie treten in riesige Fußstapfen.

Dr. Hans-Gerd Nolting begann nach seinem Chemiestudium an der Georg-August-Universität in Göttingen und der anschließenden Promotion auf dem Gebiet der organischen Chemie im Jahr 1977 seine Tätigkeit in der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Braunschweig. Im Anschluss an ein Forschungsvorhaben für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Fachgruppe Chemische Mittelprüfung der Abteilung für Pflanzenschutzmittel und Anwendungstechnik wechselte er 1978 in den Bereich Rückstandsanalytik. Im Jahr 1985 übernahm Nolting zunächst kommissarisch die Leitung der Fachgruppe Chemische Mittelprüfung.

Die Entwicklung von Rückstandsanalysemethoden zur Bestimmung von Pflanzenschutzmittelrückständen, Grundsatzfragen im chemischen Bereich der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und die Umsetzung der EU-Pflanzenschutzrichtlinie von 1991 zählten zu den Schwerpunkten der Arbeit Noltings in jener Zeit bei der BBA. Darüber hinaus widmete er sich über viele Jahre zulassungsbegleitenden Forschungen über das Verhalten von Pflanzenschutzmittelrückständen im Boden, im Wasser und in der Luft. Im Auftrag verschiedener nationaler und internationaler Behörden und Organisationen war sein Expertenwissen auch bei verschiedenen Auslandseinsätzen gefragt. So etwa bei der Evaluierung von Rückstandslaboren in Brasilien, bei der Rückbringung von deutschem Pflanzenschutzmüll aus Albanien oder der Evaluierung des Pflanzenschutzgesetzes in Tansania.

Im Jahr 2001 wurde Dr. Hans-Gerd Nolting vom damaligen Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) zum Leiter der Abteilung für Pflanzenschutzmittel und Anwendungstechnik der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) bestellt.

Mit der Neuordnung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes in Folge der BSE-Krise und der damit einhergehenden Trennung von Risikobewertung und Risikomanagement wurde Dr. Nolting im Jahr 2002 die Leitung der Abteilung Pflanzenschutzmittel im neugegründeten Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) übertragen. Außerdem vertrat er über lange Jahre den Präsidenten des BVL bei dessen Aufgaben nach innen und außen.

Die Umsetzung der EU-Pflanzenschutzmittelverordnung von 2009 (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) erforderte unter Noltings Leitung eine neue Ausrichtung der Arbeiten in der Abteilung Pflanzenschutzmittel. Der Chemiker war dabei stets darauf bedacht, die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln EU-konform und im Hinblick auf einen hohen Standard für den Verbraucherschutz und den Schutz des Naturhaushaltes sowie den Bedarf für eine nachhaltige Erzeugung zu gestalten. Als besonders wichtige Aufgabe betrachtete Dr. Nolting die Zusammenarbeit mit Partnerbehörden und staatlichen Organisationen inner- und außerhalb Europas. Anhang

Presseinformation Abschied Dr. Nolting
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