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Berufstätige Studierende brauchen flexible Studienformate

15.12.2014 - (idw) Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung

Trotz aller politischen Bemühungen um eine Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte ohne Abitur machen nicht-traditionelle Studienanfänger und Studienanfängerinnen mit nur drei Prozent eine relativ kleine Gruppe an den Hochschulen aus. Diesen wichtigen statistischen Befund machen Andrä Wolter und seine Koautoren in der aktuellen Ausgabe der Beiträge zur Hochschulforschung zum Ausgangspunkt ihres Artikels. Angesichts der Tatsache, dass trotz zahlreicher Maßnahmen zur Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte die Effekte bislang moderat ausgefallen sind, stellen sie die Frage, welche Barrieren eine größere Durchlässigkeit bislang verhindert haben. Eine Ursache sehen die Autoren in der starken Konzentration der Bildungspolitik auf formale Kriterien des Hochschulzugangs und der Hochschulzulassung. Sie entwickeln demgegenüber ein erweitertes Konzept von Durchlässigkeit, welches Studienorganisation, Studienbedingungen und begleitende Unterstützung umfasst. Will man wirklich mehr Berufstätige für ein Studium gewinnen, dann muss über eine Öffnung der Zugangsregelungen hinaus vor allem das Studium durch flexiblere Formate (berufsbegleitend, online, Fernstudium, Anrechnung usw.) auf die spezifischen Bedürfnisse von Berufstätigen ausgerichtet werden, so die Schlussfolgerung der Autoren.

Darüber hinaus umfasst dieses Themenheft der Beiträge zur Hochschulforschung weitere spannende Artikel: Tanja Grendel, Holger Lübbe und Iris Haußmann untersuchen den Einfluss der Berufserfahrung auf den Studienerfolg beruflich Qualifizierter. Entscheidend für den Studienerfolg ist nach den Forschungsergebnissen der Autoren die Möglichkeit, berufliche Vorerfahrungen auch tatsächlich in das Studium einzubringen. Welche Qualitätsstandards aus Sicht von Hochschulen und Unternehmen bei der Etablierung erfolgreicher berufsbegleitender Studiengänge relevant sind, zeigt der Artikel von Marlen Arnold, Kathrin Wetzel und Bernd Dobmann. Tobias Brändle untersucht die Studienmotive und Lebensziele nicht-traditioneller und traditioneller Studierender.

Die Beiträge zur Hochschulforschung sind eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochschulforschung im deutschen Sprachraum. Sie nehmen wichtige Entwicklungen im Hochschulbereich aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick. Dabei zeichnen sie sich durch hohe Qualitätsstandards, ein breites Themenspektrum sowie eine große Reichweite aus. Die Zeitschrift veröffentlicht quantitative, und qualitative empirische Analysen, Vergleichsstudien und Überblicksartikel, die ein anonymes Peer Review-Verfahren durchlaufen haben.

Die Ausgabe 4/2014 kann entweder in gedruckter Form per E-Mail bestellt (publikationen@ihf.bayern.de) oder über die Homepage www.bzh.bayern.de als pdf-Datei herunter geladen werden
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