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Zwei Drittel der Betriebe lassen sich zertifizieren

16.12.2014 - (idw) Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

65 Prozent der deutschen Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten haben 2012 an mindestens einem Zertifizierungsverfahren teilgenommen, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Magazin IAB-Forum 2/2014. Durch extern durchgeführte Zertifizierungen können Unternehmen belegen, dass sie bestimmte Qualitätsstandards einhalten. Allerdings werden die Verfahren unterschiedlich stark genutzt. So ließen sich 88 Prozent der Betriebe im Bereich Prozessqualität zertifizieren, 35 Prozent zur Arbeitsplatzqualität, 21 Prozent zum Gesundheitsmanagement und neun Prozent zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 35 Prozent nahmen an Zertifizierungsverfahren zu weiteren Themen teil. Da Zertifizierungsverfahren mit erheblichen Fixkosten und Dokumentationsaufwand verbunden sind, nutzten eher größere Unternehmen die Möglichkeit. Während sich Betriebe mit 50 bis 99 Mitarbeitern zu 58 Prozent zertifizieren ließen, waren es bei Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern 88 Prozent.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen aus verschiedenen Gründen eine Zertifizierung anstreben: Sie möchten damit beispielsweise das Image bei den Kunden und die Außendarstellung verbessern (85 Prozent), Ergebnisse und Prozesse optimieren (74 Prozent) und die Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung steigern (36 Prozent). Von den Unternehmen, die nicht an Zertifizierungsverfahren teilgenommen haben, gibt jedes zweite an, dass das Verfahren für den erwarteten Nutzen zu aufwändig sei.

Die IAB-Forscher Philipp Grunau und Stefanie Wolter erklären, dass Betriebe, die sich zertifizieren lassen, tatsächlich eine intensivere Personalarbeit betreiben als andere. So ließen sich etwa Betriebe, die regelmäßig Mitarbeitergespräche und befragungen durchführen, deutlich häufiger zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zur Arbeitsplatzqualität und zum Gesundheitsmanagement zertifizieren. Die Wirkungsrichtung ist dabei nicht eindeutig: So können Auditierungsvorgaben zur Einführung neuer Personalinstrumente führen. Ebenso ist denkbar, dass Betriebe, die eine intensivere Personalarbeit betreiben, auch eher geneigt sind, sich einer Auditierung zu unterziehen, betonen Grunau und Wolter.

Mitarbeiter in Betrieben, die sich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auditieren lassen, geben an, zufriedener mit ihrer Arbeit und der Kinderbetreuung zu sein. Die Zertifizierung scheint hingegen nicht mit der Zufriedenheit der Mitarbeiter in Bezug auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Verbindung zu stehen. Bei den Zertifizierungen zur Arbeitsplatzqualität, zum Gesundheitsmanagement und zur Prozessqualität zeigt sich kein Zusammenhang mit der Einschätzung der Mitarbeiter.

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