Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSamstag, 16. Dezember 2017 

Frankfurter Nachwuchsforscherin erhält Dentsply-Förderpreis 2014

16.12.2014 - (idw) Universitätsklinikum Frankfurt

Für ihre Doktorarbeit wurde die Frankfurter Zahnmedizinerin Lisa Weickert mit dem renommierten Dentsply-Förderpreis ausgezeichnet. Lisa Weickert, Doktorandin bei Prof. Peter Eickholz, Direktor der Poliklinik für Parodontologie am Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Goethe-Universität Frankfurt, wurde Anfang November auf dem Deutschen Zahnärztetag in Frankfurt mit dem Dentsply-Förderpreis 2014 in der Kategorie Klinische Forschung geehrt. Der Preis wird von der Firma Dentsply gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ausgeschrieben. Er ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro und einer Reise zum Fachkongress der American Dental Association (ADA) 2015 in Washington D.C. dotiert. Die prämierte Forschungsarbeit behandelt die Frage, ob das Symptom Zahnfleischbluten tatsächlich ein Zeichen für Gerinnungsstörungen wie das von-Willebrand-Syndrom (vWS) ist. Hintergrund des wissenschaftlichen Projekts war die Beobachtung, dass Zahnfleischbluten und Bluten auf Sondieren (BOP) neben dem Indiz für Gerinnungsstörungen auch Leitsymptom von Gingivitis und unbehandelter Parodontitis sein können.

Zahnfleischbluten als Ausdruck entzündlicher Parodontalerkrankungen

Über 90 Prozent der Deutschen weisen das Symptom Zahnfleischbluten als Folge von und Zeichen für entzündliche Parodontalerkrankungen auf. In Bezug auf eine solch große Zahl von Zahnfleischblutungen im Zusammenhang mit Parodontalerkrankungen lässt sich nach Weickert nun schlussfolgern, dass Zahnfleischbluten bei Patienten mit vWS eher Ausdruck entzündlicher Parodontalerkrankungen als herabgesetzter Blutgerinnungsfähigkeit ist. Für die Empirie der Arbeit wurden 50 Patienten des Hämophiliezentrums am Universitätsklinikum Frankfurt, das dem Institut für Transfusionsmedizin der Medizinische Klinik III zugeordnet ist, mit Typ-1-vWS rekrutiert und mit 40 hämatologisch gesunden Kontrollpatienten verglichen. Hinsichtlich der Fragen zur parodontalen Gesundheit unterschieden sich die Patienten mit Typ-1-vWS nicht von den Kontrollprobanden, wohingegen sie signifikant häufiger Angaben zu erhöhter Blutungsneigung machten. Diese erhöhte Blutungsneigung konnte aber nicht durch verstärktes Zahnfleischbluten belegt werden. Die Schlussfolgerung aus den angestellten Untersuchungen und das Ergebnis der Arbeit lauten demnach: vWS-Patienten berichten über eine allgemein erhöhte Blutungsneigung, die sich aber nicht in Form erhöhter Werte für Zahnfleischbluten (GBI, BOP) verifizieren lässt.

Über den Dentsply-Förderpreis

Der Dentsply-Förderpreis, 1959 erstmalig in den USA vergeben, fördert Absolventen der Zahnmedizin in Forschung und Entwicklung. An dem heute weltweit ausgeschriebenen Wettbewerb haben bislang über 3.700 Personen teilgenommen. Während die BZÄK den Förderpreis unterstützt, führt die DGZMK den Wettbewerb durch. Die Dentsply Detrey GmbH ist der verantwortliche Sponsor. Von Universitäten in Deutschland, der Schweiz und Österreich kann jeweils ein Vertreter an dem jährlich durchgeführten Förderpreis teilnehmen.
uniprotokolle > Nachrichten > Frankfurter Nachwuchsforscherin erhält Dentsply-Förderpreis 2014
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/290149/">Frankfurter Nachwuchsforscherin erhält Dentsply-Förderpreis 2014 </a>