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Chinesische Gastwissenschaftlerin forscht zur griechischen Antike

17.12.2014 - (idw) Universität Leipzig

Die Chinesin Sun Yanping lernt und forscht in den kommenden Monaten am Leipziger Lehrstuhl für Alte Geschichte der Universität Leipzig. Ihr Schwerpunkt ist die griechische Antike. Die Universität Leipzig ist damit durch ein Stipendium der Chinesischen Akademie der Wissenschaften um eine engagierte Gastwissenschaftlerin reicher. Ein Jahr lang wird sich Sun Yanping besonders mit dem kulturellen Transfer der antiken Ionischen Poleis beschäftigen. Sun Yanping ist Professorin für Globalgeschichte mit Forschungsschwerpunkt europäische und besonders antike griechische Geschichte. Die Historikerin hat an der Beijing Normal University in China promoviert und arbeitet seit 2007 am Department of History der Hebei Universität, wo sie unter anderem zur Sklaverei im klassischen Athen forscht. An der Universität Leipzig möchte sie sich nun vor allem den Stadtstaaten des antiken Ionien widmen, einer antiken Landschaft zwischen Griechenland und der heutigen Türkei, die auf den griechischen Stamm der Ionier zurückgeht.

Für ihre derzeitigen Studien untersucht Sun Yanping die Beziehungen der beiden wichtigen Stadtstaaten Milet und Samos. "Milet war ein Kulturzentrum, das seine Blütezeit in der archaischen griechischen Wissenschaft und Philosophie hatte. Samos war ein Zentrum des Handels mit vielen Inseln und somit nahe an den Handelswegen. Obwohl beide Staaten Ionischer Herkunft waren, gab es wohl auch eine dauerhafte Feindschaft und große Konkurrenz", beschreibt sie die Faszination für ihre Forschung.

Die Möglichkeit, an der Universität Leipzig zu sein, schätzt die Chinesin sehr, vor allem wegen der historischen und kulturellen Atmosphäre. Besonders gefallen ihr die Bibliotheken der Universität, wo sie momentan viel Zeit verbringt. Hier sammelt sie Material, recherchiert und schreibt wissenschaftliche Artikel. Lediglich das verhältnismäßig geringe Angebot an englischen Schriften zu ihrem speziellen Forschungsgebiet sei eine Hürde, so Sun Yanping. Deshalb lernt sie bereits seit Wochen Deutsch an der Research Academy Leipzig und besucht darüber hinaus einige Seminare am Lehrstuhl für Alte Geschichte. "Ich werde dieses Forschungsjahr nutzen und viel von europäischen Gelehrten über antike griechische Geschichte sammeln und lesen, mich mit anderen Historikern austauschen und auch neue Unterrichtsmethoden an der Universität lernen", erklärt die 35-Jährige.

Für die Gastwissenschaftlerin ist ihre Arbeit an der Universität Leipzig eine Kombination aus forschen und lernen. Sun Yanping möchte sich auch mit ihrem Wissen einbringen. "Ich freue mich schon darauf, an Projekten von Professor Charlotte Schubert teilzunehmen", sagt sie. Zum Beispiel biete das "Portal eAQUA" eine spannende Zusammenarbeit zwischen Historikern und Informatikern. "Da geht es um die Erforschung antiker Transfer-Phänomene und parallel um die Entwicklung digitaler Corpora". erläutert sie. Das Projekt "Portal eAQUA: Visualisierung und Wissensrepräsentation" dient der Entwicklung einer neuen Methode der geisteswissenschaftlichen Forschung.
Sun Yanping kann sich durch ihr Stipendium ganz auf ihre Forschung konzentrieren.

Auch die Stadt bietet für sie die richtigen Voraussetzungen. "Leipzig ist eine wunderschöne Stadt, voller künstlerischer Atmosphäre und sehr viel Ruhe", findet die Chinesin. Nicht zuletzt liebt sie ihr neues Apartment im Werner-Heisenberg-Gästehaus der Universität Leipzig. Für ihren persönlichen Kulturtransfer möchte Sun Yanping die kommenden Monate auch zum Reisen nutzen. "An Wochenenden oder Feiertagen werde ich durch ganz Europa reisen. Ich will Land und Leute kennen lernen, das interessiert mich."


Weitere Informationen:

Prof. Dr. Charlotte Schubert
Telefon: +49 341 97-37050
E-Mail: histsem@rz.uni-leipzig.de
Web: http://www.uni-leipzig.de/~historik
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