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Herpes- die harmlosen Bläschen?

11.02.2004 - (idw) Universität Leipzig

Wer kennt es nicht, das unangenehme Kribbeln, das sich meist an der Lippe zu hässlichen Bläschen auswächst? Wir fragten Prof. Dr. Jan C. Simon, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Leipzig, nach den Ursachen:


Prof. Dr. Jan C. Simon Viele nehmen es ergeben hin, wenn sie wieder einmal von den Fieberbläschen heimgesucht werden. Warum kommen diese Bläschen immer wieder?

Auslöser für die Bläschen sind die sogenannten Herpes-simplex-Viren, die nach der ersten, häufig unerkannten, Infektion in Nervenzellen überwintern und bei Erkältungen, Stress oder zu viel Sonne zu einem brennenden juckenden Ausschlag mit den typischen Bläschen, bevorzugt an den Lippen, führen. Sie können aber überall im Gesicht auftreten oder als Herpes genitalis im Geschlechtsbereich.

Ist Herpes simplex ansteckend?

So lange Bläschen vorhanden sind, ist Herpes simplex ansteckend. Die Bläschen sind voller Viren, die leicht durch direkten Kontakt übertragen werden können.

Sind diese Viren gefährlich?

Normalerweise nicht. Aber bei Babys deren Immunsystem noch nicht ausgereift ist oder Patienten mit Neurodermitis bzw. mit einer Störung der Immunabwehr, können die Folgen gravierend sein. Hier können schwere Schädigungen, z.B. des Zentralnervensystems, oder eine schwere Hautkrankheit auftreten. Deshalb sollten Betroffene mit Herpes-Bläschen jeden Kontakt vermeiden. Außerdem kann es zu Komplikationen kommen, wenn sich Bakterien auf dem Ausschlag ansiedeln.

Was kann man gegen die lästigen Bläschen tun?

Das Zauberwort ist Frühzeitig behandeln!. Wenn es anfängt zu kribbeln und noch gar kein Bläschen zu sehen ist, ist der beste Zeitpunkt für das Auftragen der in Apotheken erhältlichen antiviralen Salben. Ist der Ausschlag erst einmal da, helfen Salben und alkoholhaltige Tinkturen, die zusätzlich austrocknen. Beides hilft, damit die hässlichen Bläschen schneller verschwinden und es nicht zu weitergehenden Entzündungen kommen kann. In schweren Fällen, beim Herpes genitalis und bei Komplikationen sollte mit in Apotheken erhältlichen antiviralen Tabletten behandelt werden.

weitere Informationen:
Prof. Jan C. Simon
Telefon: 0341 97 18 600
E-Mail: jan.simon@medizin.uni-leipzig.de
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