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Begleiterkrankungen der Parkinson´schen Krankheit

11.02.2004 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Start einer wissenschaftlichen Studie an der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Gießen - Pressekonferenz am 17. Februar 2004 um 10.30 Uhr

Aus Anlass des Starts einer wissenschaftlichen Studie zu Begleiterkrankungen von Morbus Parkinson laden Prof. Dr. Manfred Kaps, der Leiter der Neurologischen Klinik der Justus-Liebig-Universität Gießen, und Staatsminister a.D. Armin Clauss, Erster Vorsitzender der Pitzer Stiftung (Bad Nauheim), zu einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag, den 17. Februar 2004, um 10:30 Uhr im Konferenzraum der Neurologischen Klinik (Am Steg 14, 35394 Gießen, 1. Obergeschoss) ein. Die hier vorgestellte Studie befasst sich mit einem bislang unterschätzten Problem der Parkinsonerkrankung: den Begleiterkrankungen.

Die Parkinson´sche Erkrankung, im Volksmund auch Schüttellähmung genannt, ist charakterisiert durch eine reduzierte Motorik, Steifigkeit der Muskulatur (Rigor), Tremor und einen Verlust der Gleichgewichtsreflexe. In Deutschland leiden circa 200 000 Menschen an dieser Erkrankung, die mit ansteigendem Lebensalter in ihrer Häufigkeit zunimmt. Im höheren Lebensalter steigt ebenso die Häufigkeit von Herz-Kreislauferkrankungen, Durchblutungsstörungen im Gehirn und Diabetes mellitus. Entsprechend hoch ist die Koinzidenz von Parkinsonerkrankung und einer dieser Begleiterkrankungen. Neuere Studien weisen sogar auf eine überproportionale Häufigkeit dieser Erkrankungen bei Parkinsonkranken hin.

In der nun anlaufenden Studie sollen die Wechselwirkungen zwischen Parkinsonerkrankung und Begleiterkrankungen und deren Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten untersucht werden. Zudem soll ermittelt werden, welcher medizinische Bedarf bei der Versorgung dieser Patienten entsteht und ob eine parallele Versorgung von Begleiterkrankungen und Parkinsonerkrankung einer sequentiellen Versorgung medizinisch und wirtschaftlich überlegen ist.

Die Durchführung der Studie obliegt dem Soemmerring-Institut für Bewegungsstörungen und Verhaltensneurologie mit Sitz in Bad Nauheim (Ärztliche Leitung: Dr. Iris Reuter), das im Jahre 2002 als gemeinnützige Einrichtung von der Parkinson Klinik Bad Nauheim, der Parkinsonhilfe Bad Nauheim und der Universität Gießen gegründet wurde. Da eine stationäre Beobachtungszeit über etwa drei bis vier Wochen erfolgt, werden größtenteils Patienten der Parkinson Klinik Bad Nauheim für die Studie ausgewählt. Zusätzlich zur allgemein üblichen neurologischen Untersuchung werden die Patienten eingehend hinsichtlich kardiologischer, pulmonologischer und endokrinologischer Begleiterkrankungen untersucht. Außerdem werden eine Kernspintomographie des Kopfes und eine Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße durchgeführt, um eventuell begleitende Hirngefäßerkrankungen zu erkennen. Im Rahmen der Studie erhalten alle Patienten eine ausführliche Patientenschulung. Am Ende des stationären Aufenthaltes können sie eine CD mit allen Untersuchungsergebnissen, Therapieempfehlungen und den Schulungsinhalten mit nach Hause nehmen.

Diese für die praktische Versorgung von Parkinsonpatienten wichtige Untersuchung wurde durch eine großzügige finanzielle Unterstützung der Willy-Robert Pitzer-Stiftung, Bad Nauheim, ermöglicht. Die Stiftung, die im Februar 2001 gegründet wurde, fördert satzungsgemäß Projekte im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens, der Forschung und Wissenschaft und des Rehabilitationswesens.

Kontakt:

Dr. Iris Reuter

Neurologische Klinik, Universitätsklinikum Gießen
Tel.: 0641/99-45305 oder
Soemmerring Institut, Bad Nauheim
Tel.: 06032/867973
Email: Iris.Reuter@neuro.med.uni-giessen.de
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