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Journalistenpreis Informatik wird in Saarbrücken verliehen

12.01.2015 - (idw) Universität des Saarlandes

Die saarländische Staatskanzlei hat den Journalistenpreis Informatik 2014 ausgelobt und gemeinsam mit der Saarbrücker Informatikforschung den Wettbewerb durchgeführt. Am 15. Januar um 18 Uhr wird die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer den Journalistenpreis Informatik an der Universität des Saarlandes verleihen (Exzellenzcluster-Gebäude E 1.7). Die drei Hauptpreise gehen an Christian Weber für einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung, an Michael Stein für einen Beitrag in der Sendung Leonardo im Westdeutschen Rundfunk (WDR5) und an das Produktionsteam um Wolfgang Lemme für die 45-minütige Sendung Quarks & Co: Die Macht der Daten im WDR-Fernsehen. Für den Journalistenpreis, der bereits zum achten Mal ausgelobt wurde, gab es auch diesmal wieder viele hochkarätige Einsendungen von allen führenden bundesdeutschen Medien. Gestiftet wurden die drei Hauptpreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro von der saarländischen Staatskanzlei in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes. Ziel des Journalistenpreises ist es, Beiträge zu honorieren, die in der breiten Öffentlichkeit das Interesse für Themen der Informatik wecken und sich mit den Chancen und Risiken der Informationstechnologie auseinandersetzen. Dieses Jahr haben sich 102 Journalisten um den Journalistenpreis Informatik beworben, in der Kategorie Print bewertete die Jury 57 Artikel, in der Kategorie Hörfunk 19 Beiträge und in der Kategorie Fernsehen sechs Sendungen.

Das Saarland ist ein international anerkanntes Zentrum der Informatik, sowohl durch die Informatik-Forschung und den Exzellenzcluster der Universität als auch die hochkarätigen Forschungsinstitute. Der Journalistenpreis Informatik würdigt sowohl den internationalen Wissenschaftsstandort Saarland und lenkt die Aufmerksamkeit auf die leistungsstarke Informatik, die dies verdient, sagt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die Informatik ist mit über tausend Studenten eine der größten Fachrichtungen der Universität. Mit der internationalen Graduiertenschule der Informatik sowie den beiden Max-Planck-Instituten für Informatik und Softwaresysteme, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit (CISPA) zieht sie Studenten und Doktoranden aus der ganzen Welt an, nach Saarbrücken zu kommen.

Die Preisträger des Journalistenpreises Informatik 2014 im Einzelnen:

Hauptpreis Print (5.000 Euro):

Christian Weber für den Artikel Liebe ist . . . wenn sie sich berechnen lässt,
erschienen am 19. Oktober 2013 in der Süddeutschen Zeitung:
https://www.uni-saarland.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/Chancen/Beitrag.pdf

Begründung der Jury: Christian Weber zeigt mit vielen Beispielen, wie Computer immer besser Gefühle und Stimmungen erkennen können. Sie helfen Callcentern, verärgerte Kunden zu filtern, Online-Partnerbörsen, die Liebe des Lebens zu vermitteln und Börsenmaklern, einen Aktienabsturz vorherzusehen. Der Artikel beeindruckt durch seine sprachliche Finesse, seine besonders ausgeklügelte Struktur und die verständliche Darstellung komplexer Zusammenhänge. Sätze wie Und die Algorithmen filtern den Zufall einfach weg oder Platte Mathematik für das schönste der Gefühle. Geht da nicht aller Zauber verloren? sorgen für Lesespaß über die gesamte Zeitungsseite hinweg. Christian Weber ist es gelungen, die Rationalität, die ein Computer verkörpert, der nur schwer berechenbaren Emotionalität eines Menschen gegenüberzustellen. Er setzt sich dabei auch kritisch mit der Frage auseinander, wie stark wir uns von Computern und ihren Programmen bestimmen und manipulieren lassen.

Hauptpreis Hörfunk (5.000 Euro):

Michael Stein für seinen 16-minütigen Beitrag E-Mail und die Detektive. Wie die Werbeindustrie uns im Netz verfolgt, der am 20. Mai 2014 in der Sendung Leonardo im Westdeutschen Rundfunk (WDR5) gesendet wurde:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/emailunddiedetektive100.html

Begründung der Jury: Michael Stein vermittelt auf unkonventionelle Art, wie die Werbeindustrie persönliche Daten von Internetnutzern sammelt und Profile erstellt. Wie von Geisterhand erscheinen individuell passende Anzeigen auf den Bildschirmen der Nutzer. Der Autor hat dafür kurze Hörspielszenen kreiert, die dem Hörer eine Idee geben, wie leicht die Datenbanken sich füllen lassen, während unbedarfte Anwender im Internet nach Urlaubszielen suchen, ihre E-Mails durchsehen oder nach Fotos suchen. Die lebendig erzählte Rahmengeschichte durchmischt Michael Stein mit Sachbeiträgen, in denen Experten die technische und rechtliche Seite der Datensammelwut erläutern und zeigen, woran aktuell geforscht wird. Der abwechslungsreiche Erzählstil macht den Beitrag kurzweilig, zugleich werden auf unterhaltsame Weise vielfältige Informationen allgemein verständlich vermittelt. Beim Zuhörer löst Michael Stein damit sehr subtil ein Unbehagen über das Allwissen diverser Online-Plattformen aus. Man hört die Programme förmlich arbeiten.

Hauptpreis Fernsehen (5.000 Euro):

Wolfgang Lemme und das Team von Quarks & Co für die 45-minütige Sendung Die Macht der Daten, die am 27. Mai 2014 im WDR-Fernsehen gesendet wurde:

www.ardmediathek.de/tv/Quarks-Co/Die-Macht-der-Daten/WDR-Fernsehen/Video?documentId=21546508

Begründung der Jury: Wolfgang Lemme hat gemeinsam mit dem Team von Quarks & Co eine Sendung über die dramatischen Folgen der allumfassenden Digitalisierung veröffentlicht. Die Sendung fesselt bereits durch ihren Aufbau: Roter Faden ist ein Gespräch im Studio, das den Zuschauer sofort in seinen Bann zieht und sich dann noch in punkto Spannung und Brisanz sogar steigert. Moderator Ranga Yogeshwar und der inzwischen verstorbene FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher analysieren das Thema als kongeniales Duo und gehen pointiert und sehr verständlich auf brisante Aspekte der digitalen Welt ein. Ihr Gespräch wird dabei immer wieder durch das Einspielen kurzer Filme unterbrochen, die ebenfalls aufgrund der erzählten Geschichten und der visuellen Gestaltung fesseln. Sie handeln von einem durch Computerprogramme ausgelösten Börsencrash oder von fraglicher Selbstoptimierung mit Hilfe von Sportler-Apps. Im Laufe der Sendung wachsen das Bedrohungsgefühl und die Zweifel, ob die umfassende Daten-Analyse nicht mehr Übel als praktischen Nutzen bringt. Wolfgang Lemme und seinem Team ist es gelungen, selbst dem unbedarften Fernsehzuschauer zu vermitteln, welche Macht die Datensammler heute über uns haben und was die Konsequenzen sind, will man sich dem entziehen. Der Beitrag endet jedoch nicht mit einer entmachteten Gesellschaft, sondern er macht dem Zuschauer Mut, auf politischer und sozialer Ebene dem entgegenzuarbeiten und mehr Transparenz in erhobene Daten zu geben: durch die Bereitstellung dieser an alle.

Der Jury des Journalistenpreises gehörten Dr. Christina Beck, Pressesprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, Dr. Wolfgang Pohl, Geschäftsführer des Bundeswettbewerbs Informatik, Beatrice Lugger, stellvertretende wissenschaftliche Direktorin des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation (NaWik), Martin Schneider, Vorsitzender der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) und stellvertretender Leiter der Fernseh-Wissenschaftsredaktion des Südwestrundfunks, Reinhard Wilhelm, Informatik-Professor der Universität des Saarlandes und Gründungsdirektor des Leibniz-Zentrums für Informatik, Schloss Dagstuhl, Peter Welchering, freier Technik- und Wissenschaftsjournalist und Dr. Christel Weins, Gründerin des Journalistenpreises an. Die Organisation des Journalistenpreises Informatik hatte das Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Informatik übernommen.


Fragen beantwortet:

Gordon Bolduan
Wissenschaftskommunikation
Kompetenzzentrum Informatik der Universität des Saarlandes
Tel: 0681 302-707
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