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Ein Blick sagt mehr als tausend Worte - DFG-Projekt Ebiss bewilligt

12.01.2015 - (idw) Fachhochschule Dortmund

Die vielleicht größte Errungenschaft der digitalen Vernetzung ist die Möglichkeit, mit Menschen an ganz unterschiedlichen Orten sehr schnell in Austausch zu treten. Computervermittelt kann dies schriftlich und zeitlich unabhängig, z.B. per E-Mail, geschehen, lässt sich aber auch koordinieren, um zur selben Zeit an verschiedenen Orten mit einander zu kommunizieren. Aber für diese vergleichsweise neuen Formen von Kommunikation gelten andere Regeln: Wer kommuniziert wann und mit wem? Was im persönlichen Gespräch mit Blicken und Gesten geregelt wird, braucht im digitalen Austausch technische Lösungen. Daran arbeitet Prof. Dr. habil. Andrea Kienle mit ihrem Team an der Fachhochschule Dortmund. Für ihr Projekt Ebiss - Eyetrackingbasiertes Interaktionsmanagement synchroner Schriftkommunikation erhielt die Informatik-Professorin gerade die Förderzusage der Deutsche Forschungsgemeinschaft, die das Projekt für zwei Jahre mit rund 240.000 Euro fördert. Dieses Projekt entstand in Diskussion im DFG-Netzwerk Empirische Erforschung internetbasierter Kommunikation (empirikom), in dem Frau Prof. Kienle Mitglied war. Neben dieser Mitgliedschaft waren die innovative Projektidee, weitreichende Vorarbeiten, die auf renommierten Konferenzen veröffentlicht wurden, sowie ein detaillierter Arbeitsplan entscheidend für die Bewilligung des Projektes.

Als technisches Hilfsmittel setzt Frau Prof. Kienle für das Interaktionsmanagement unter anderem auf die Blickbewegungsverfolgung mittels Eyetracking-Sensoren. Diese erfassen die Blickposition auf dem Bildschirm und können mit der Benutzeroberfläche korreliert werden. So lassen sich Rückschlüsse ziehen, was die Person gelesen und verarbeitet hat. Die notwendigen Geräte werden immer günstiger und verbreiten sich derzeit stark. Sind die technischen Voraussetzungen gegeben, können alle Teilnehmer einer Konferenz sehen, wer sich gerade mit welchen Inhalten befasst oder selbst gerade einen Beitrag verfasst und deshalb neue Aspekte der laufenden Kommunikation ggf. noch nicht mitbekommen hat.
Frau Prof. Kienle wird mit ihrem Team im Projekt Ebiss in unterschiedlichen Formen von synchroner Schriftkommunikation verschiedene wiederkehrende Muster untersuchen und Fehlerquellen identifizieren, um dafür technische Lösungen anzubieten. Wir können z.B. Textstellen, die noch nicht von allen Teilnehmern gelesen wurden, hervorheben, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Dann können daraufhin alle die Kenntnis dieser Informationen voraussetzen und auf diesem gemeinsamen Wissensstand aufbauen.

Kontakt für redaktionelle Nachfragen:
Prof. Dr. Andrea Kienle, andrea.kienle@fh-dortmund.de; 0231-755-6826
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