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TU Berlin: Das Steinerne Haus im Fokus der Forschung

14.01.2015 - (idw) Technische Universität Berlin

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Projekt Ein hochmittelalterlicher jüdischer Wohn- und Handelskomplex in Erfurt und seine Raumfassung mit circa 370.000 Euro Das sogenannte Steinerne Haus in Erfurt rückt in den Fokus der Wissenschaft. Die Untersuchung des Gebäudes startet im Frühjahr 2015 eine grundlegende Voraussetzung für die Bewerbung um den Titel Unesco-Welterbe der Stadt Erfurt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Projektantrag Ein hochmittelalterlicher jüdischer Wohn- und Handelskomplex in Erfurt und seine Raumfassung bewilligt.

Das gemeinsame Projekt von Dr.-Ing. Barbara Perlich vom Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte der TU Berlin und Prof. Dr. Christoph Merzenich, Fachrichtung Konservierung und Restaurierung an der Fachhochschule Erfurt, wird über zwei Jahre mit circa 370.000 Euro unterstützt. Neben der Stadt Erfurt ist die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg ein weiterer Projektpartner.

Die Deckenbemalung im ersten Obergeschoss ist die älteste bekannte profane Architekturfassung nördlich der Alpen, hebt Prof. Dr. Christoph Merzenich die Bedeutung des Bauwerks hervor. Im Rahmen des Projekts soll herausgefunden werden, ob auch an den Wänden oder in anderen Räumen Reste mittelalterlicher Bemalung erhalten sind. Denn es wird nicht nur das Steinerne Haus selbst untersucht, sondern der komplette Gebäudekomplex. Wir wissen bereits, dass hier mehrere hochmittelalterliche Bauten dichter beieinander und besser erhalten sind, als sonst in Erfurt und anderen Städten, sagt Dr.-Ing. Barbara Perlich. Die Bauforschung soll herausfinden, wie sich das Quartier baulich entwickelt hat und wie die einzelnen Bauten in den verschiedenen Bauphasen ausgesehen haben. In der Zusammenarbeit mit den anderen Disziplinen können wir am Ende unserer Forschungen vielleicht sogar den verschiedenen Bauphasen einzelne Bewohner zuordnen im besten Fall finden wir heraus, wer die Deckenbemalung in Auftrag gegeben hat. Die Ausmalung eines Raumes bezeichnen Kunsthistoriker und Restauratoren übrigens als Raumfassung.

Auch Dr. Maria Stürzebecher, Beauftragte für das Unesco-Welterbe der Stadt Erfurt, freut sich über die Bewilligung und den Beginn des Projektes: Das Steinerne Haus ist das dritte Gebäude im Erfurter Welterbe-Antrag neben der Alten Synagoge und der Mikwe. Und im Gegensatz dazu noch weitgehend unerforscht. Die Förderung durch die DFG ermöglicht nun eine umfassende Untersuchung, die sicher zahlreiche spannende Erkenntnisse liefern wird, so Maria Stürzebecher.

Fotomaterial zum Download
www.tu-berlin.de/?id=155430

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Dr.-Ing. Barbara Perlich
TU Berlin
Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte
Tel.: 030/314- 21951, 21946
E-Mail: perlich@baugeschichte.a.tu-berlin.de
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