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Alles für den klaren Blick Aufgaben und Erfolge klinischer Augenheilkunde

15.01.2015 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Dank moderner Kunstlinsen und Laserverfahren lassen sich heute eine Vielzahl von Fehlsichtigkeiten und Augenerkrankungen korrigieren bzw. behandeln. Was in der Augenheilkunde aktuell alles möglich ist und wohin die Entwicklung geht, stellt Professor Dr. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Heidelberg, bei Medizin am Abend am 21. Januar 2015 vor. Die Augenheilkunde hat sich in den letzten 30 Jahren rasant weiterentwickelt. Beispiel Grauer Star: Der Ersatz der getrübten Linse des Auges durch eine künstliche ist heute ein Routineeingriff. Neue Materialien und Schliffe bei Kunstlinsen verhelfen dabei nicht nur wieder zu einem klaren Blick, sondern erlauben je nach Modell scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen und gleichen sogar Sehfehler aus. Eine sogenannte akkommodative Linse, die in ihren Eigenschaften der natürlichen Linse sehr nahe kommt, wird in Studien erprobt. Beim Eingriff selbst kommen gerade in größeren Zentren wie der Heidelberger Universitäts-Augenklinik kaum noch Skalpelle zum Einsatz: Laser setzen hochpräzise Schnitte und zerkleinern die getrübte Linse. Professor Dr. Gerd Auffarth, Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik, spricht im Rahmen der Vortragsreihe Medizin am Abend am Mittwoch, 21. Januar 2015, über Augenerkrankungen, Probleme mit dem Sehen und moderne Behandlungsmöglichkeiten. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik, Im Neuenheimer Feld 400. Alle Interessierte sind herzlich eingeladen!

Die modernen Methoden und Techniken in der Augenheilkunde lassen sich kaum noch mit denen in den 1980er Jahren vergleichen, sagt der weltweit angesehene Augenchirurg. Modernste Technik macht die Eingriffe sicherer, schneller und damit auch schonender für die Patienten. So nutzt das Team der Heidelberger Augenklinik etwa verschiedene Laser, die das jeweilige Patientenauge anhand der eingegebenen Daten erkennen, für hochpräzise Einschnitte in der Hornhaut nur wenige Sekunden benötigen und Augenbewegungen automatisch ausgleichen, oder ein Navigationsgerät, das Informationen und Untersuchungsbilder des Patientenauges direkt in das OP-Mikroskop einspiegelt.

Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Grünem Star und Makuladegeneration

Zusammen mit neuen Medikamenten verbessern diese High-Tech-Geräte auch die Therapie von Erkrankungen, die bis vor einigen Jahren kaum behandelbar waren, dem Grünen Star (Glaukom) zum Beispiel. Bei dieser Erkrankung sterben Teile des Sehnervs ab. Ursache ist häufig ein erhöhter Augeninnendruck, aber auch Durchblutungsstörungen oder Entzündungen des Sehnervs können schuld sein. Bei früher Diagnose kann man heute beim Grünen Star noch einiges machen, um die Erblindung abzuwenden, sagt der Experte. So sind in den letzten Jahren eine Vielzahl von mikrochirurgische Operationsverfahren und Implantaten entwickelt worden, um den erhöhten Augeninnendruck abzubauen. Auch neue Medikamente tragen zu einer Besserung bei.
Auch bei altersbedingten Erkrankungen der Netzhaut (Makuladegeneration), die unbehandelt zu schweren Sehbehinderungen führen, sind Fortschritte zu verzeichnen: So gibt es inzwischen mehrere Medikamente, die, direkt in den Glaskörper des Auges injiziert, das weitere Absterben der Netzhaut aufhalten oder zumindest hinauszögern können. Eine spezielle Kunstlinse mit hohem Vergrößerungsfaktor, die bei dieser Erkrankung das Sehen in der Nähe verbessern soll, wurde bereits erfolgreich den ersten Heidelberger Patienten implantiert. Eine Studie soll zeigen, ob die Linse die Erwartungen erfüllt.

Laserkorrekturen bei Fehlsichtigkeit

In seinem Vortrag wird Professor Auffarth allerdings nicht nur die häufigsten Erkrankungen des Auges vorstellen, sondern auch auf die Behandlung der Kurz- und Weitsichtigkeit eingehen. Verschiedene Laser-Verfahren, bei denen dünne Gewebeschichten der Hornhaut verdampft und so deren Brechkraft innerhalb weniger Sekunden verändert wird, haben sich seit Jahren gut bewährt. Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, dass man sich `mal eben´ lasern lassen kann, wenn man der Brille überdrüssig ist. Die Eingriffe bedürfen sorgfältiger Voruntersuchungen und eignen sich nicht für jeden, weist Auffarth hin. Eine Alternative können dann die erwähnten Kunstlinsen sein. Auch bei Alterssichtigkeit, die früher oder später jeden trifft, ist seit einigen Jahren eine Laserkorrektur möglich.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. Weitere Informationen:http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Willkommen.325.0.html Universitäts-Augenklinik Heidelberghttp://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Pressemitteilungen.136514.0.html?&ifab... Pressemitteilung vom 16.09.14

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