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Menschlichkeit vorleben: Hochschulleitung und Senat setzen auf Selbstverantwortung

16.01.2015 - (idw) Frankfurt University of Applied Sciences

Hochschulleitung und Senat der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS) erklären in einer gemeinsamen Stellungnahme am 15. Januar 2015:

Die Frankfurt University of Applied Sciences bekennt sich angesichts der anhaltenden Demonstrationen neuer ausgrenzender politischer und gesellschaftlicher Bewegungen und deren lokalen Ablegern zu Toleranz zwischen den Religionen, gelebter Integration und einem verantwortungsbewussten, vorurteilsbewussten Umgang miteinander. Die Ereignisse in der vergangenen Woche in Frankreich mahnen erneut, sich der Menschlichkeit bewusst zuzuwenden. In Zeiten wie diesen müssen nicht nur die Freiheit, sondern insbesondere die Werte der Menschlichkeit und der Vielfalt hochgehalten und gestärkt werden. Die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen sind vor allem als ein Angriff auf diese Werte zu verstehen, die gerade die Stärke unseres täglichen Miteinanders ausmachen.

Aufgrund des hohen Anteils an internationalen Studierenden sowie Studierenden mit Migrationshintergrund an der Hochschule, darunter zahlreiche muslimischen Glaubens, nimmt die FRA-UAS die aktuellen Entwicklungen ernst. Diese Stellungnahme soll ein klares Zeichen setzen. Der Islam ist, wie auch die anderen Religionen und Weltanschauungen, Teil des Lebens in Deutschland; sie alle finden sich an der Hochschule wieder.

Es ist uns ein zentrales Anliegen, unseren Studierenden zu vermitteln, wie wichtig es ist, jenseits aller Glaubensfragen die Verantwortung für das eigene Leben sowie für das soziale Miteinander zu übernehmen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass im Namen von Religionen und Weltanschauungen und in ihrer wie auch immer begründeten Auslegung die Werte, die uns ein gemeinschaftliches Leben überhaupt erst ermöglichen, nämlich Selbstverantwortung und Menschlichkeit, in Frage gestellt werden. Genauso wenig ist es hinzunehmen, dass unter dem Deckmantel der Angst vor Überfremdung und der vorgeblichen Rettung des Abendlandes die Grundwerte unserer Demokratie zur Disposition gestellt werden.

Angesichts der Aktualität der Ereignisse ist es verständlich, dass ein Reflex der Betroffenheit durch unser Land geht. Es ist aber wichtig, sich nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft für die Werte der Menschlichkeit und Vielfalt einzusetzen, denn das gemeinsame (Zusammen-)Leben bleibt immer aktuell. Als integrative Hochschule unterstützen wir ausdrücklich eine Studierendenschaft, die sich für diese Werte einsetzt über Religionszugehörigkeit und politische Einstellung hinaus. Hochschulleitung und Senat der FRA-UAS befürworten jeden Beitrag zu einem ernst gemeinten Dialog und das Bemühen um Verständigung. Dies ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, dem Terror und rassistischen Tendenzen nachhaltig zu begegnen.

Die Türen dieser Hochschule stehen allen offen, die sich davon überzeugen wollen, wie sich ein tägliches funktionierendes Miteinander von Diversität gestaltet. Das zu sehen, baut Ängste ab, macht Mut und lässt Chancen erkennen.
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