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Maßnahmen des Luftreinhalteplans greifen besonders im Zentrum

19.01.2015 - (idw) Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Pressemitteilung der Stadt Leipzig in Zusammenarbeit mit dem TROPOS

Leipzig. Immer mehr der insgesamt 48 Maßnahmen des 2009 in Kraft getretenen Luftreinhalteplans Leipzigs erzielen die erhoffte Wirkung. Dies geht aus dem heutigen Pressegespräch zur Umsetzung des Plans sowie der Entwicklung der Schadstoffbelastung hervor. Der uberwiegende Teil an Maßnahmen des Luftreinhalteplans ist bereits umgesetzt oder befindet sich in der laufenden Umsetzung, konstatiert Umweltburgermeister Heiko Rosenthal. Im Jahr 2013 und vorbehaltlich auch im Jahr 2014 konnte an der Messstation Leipzig-Mitte die zulässige Zahl an PM10-Feinstaububerschreitungstagen eingehalten werden. Dies ist bemerkenswert, da der Wert zuvor seit dem Jahr 2005 an dieser Station permanent uberschritten worden war. Einzige Ausnahme war, auch aufgrund eines längeren Ausfalls der Messung, das Jahr 2009. Eine der begunstigenden und bereits umgesetzten Maßnahme ist die Ende 2013 erfolgte Inbetriebnahme des City-Tunnels.

Die Verminderung des besonders toxischen Feinstaubanteils hat sich trotz Wiederanstiegs des Verkehrsaufkommens fortgesetzt, sagt Prof. Dr. Alfred Wiedensohler, Leiter der Abteilung Experimentelle Aerosol- und Wolkenmikrophysik am Leibniz-Institut fur Troposphärenforschung (TROPOS). In Leipzig-Mitte haben wir einen Ruckgang des schwarzen, toxischen Kohlenstoffs, also Ruß, von circa 40 Prozent gemessen. Die Minderung der Toxizität des Feinstaubes an der Straße ist signifikant und letztlich nur aus der Verbesserung der Fahrzeugflotte durch die Umweltzone erklärbar, so der Wissenschaftler. Er und sein Team untersuchen in Kooperation mit dem Sächsischen Landesamt fur Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) die Entwicklung der Aerosolbelastung in Leipzig.

Die Belastung mit Stickstoffdioxid reduzierte sich in Leipzig-Mitte im Jahr 2013 gegenuber den Vorjahren weiter geringfugig, blieb aber noch oberhalb des seit dem Jahr 2010 geltenden Grenzwertes fur das Jahresmittel. Im zuruckliegenden Jahr konnte der Grenzwert an der Station Leipzig-Mitte erstmals seit dem Jahr 1995 eingehalten werden. Ein anderes Bild ergibt sich fur die Messstation in der Lutzner Straße. Zwar ging hier die Stickstoffdioxid-Belastung seit dem Jahr 2011 deutlich zuruck, was auf das durch die Baustelle bedingte geringere Verkehrsaufkommen zuruckzufuhren war. Die zulässige Zahl von Überschreitungstagen bei PM10- Feinstaububerschreitungstagen konnte dennoch nicht eingehalten werden und bedarf weitergehender Untersuchungen.

Derzeit läuft gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren der EU. Grund hierfur sind die PM10-Grenzwertuberschreitungen im Jahr 2011 und den Folgejahren. Die Bundesrepublik hat noch etwa eine Woche Zeit, eine entsprechende Antwort auf die mit Schreiben vom November 2014 mit Grunden versehene Stellungnahme der EU-Kommission zu erarbeiten, sagt Heiko Rosenthal. Bestandteile der Antwort werden unter anderem der heute vorgestellte Umsetzungsbericht zum Luftreinhalteplan sowie der aus wissenschaftlicher Sicht erzielte Gesundheitsgewinn durch die Minderung der Rußbelastung sein.

Die Maßnahmen des Luftreinhalteplans sind an verschiedene Adressaten der Luftverschmutzung gerichtet. Zentrale Bestimmung des Luftreinhalteplans war die Einfuhrung einer Umweltzone zum 1. März 2011. http://www.leipzig.de/news/news/massnahmen-des-luftreinhalteplans-greifen-besond...

Weitere Infos zum Luftreinhalteplan der Stadt Leipzig
http://www.leipzig.de/luftqualitaet
Jahresbericht 2013 zur Umsetzung der Maßnahmen des Luftreinhalteplans der Stadt Leipzig
http://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/luft-und-laerm/luftreinhaltung/luftrein...
Umweltzone Leipzig
http://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/luft-und-laerm/umweltzone/

Kontakte:
Stadt Leipzig Referat Kommunikation
Telefon: +49-341-123-2040
http://www.leipzig.de/presse/
und
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Prof. Alfred Wiedensohler, Leiter der Abteilung Experimentelle Aerosol- und Wolkenmikrophysik
Tel. +49-341-2717-7062
http://www.tropos.de/institut/ueber-uns/mitarbeitende/alfred-wiedensohler/
sowie
Tilo Arnhold, TROPOS-Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49-341-2717-7189
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/

Links zur Forschung
Studie von LfULG und TROPOS zur Wirkung der Umweltzone in Leipzig
http://www.tropos.de/forschung/atmosphaerische-aerosole/langzeit-prozess-und-tre...
German Ultrafine Aerosol Network (GUAN)
http://wiki.tropos.de/index.php/GUAN

bisherige Pressemitteilungen zum Thema:
Wissenschaftliche Belege für Wirkung der Umweltzone (Pressemitteilung vom 20.03.2014):
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/wissenschaftliche-bele...
Erste gesundheitsrelevante Effekte durch die seit zwei Jahren bestehende Umweltzone nachgewiesen (Pressemitteilung vom 06.03.2013):
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/erste-gesundheitsrelev...
Strafminderung für Umweltzonenverstöße wäre ein falsches Signal (Pressemitteilung vom 16.02.2012):
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/strafminderung-fuer-um...
Umweltzonen können Sinn haben, selbst wenn sie ihren eigentlichen Zweck nicht erfüllen (Pressemitteilung vom 29.09.2011):
http://www.tropos.de/aktuelles/pressemitteilungen/details/umweltzonen-koennen-si...

Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, die 89 selbständige Forschungseinrichtungen verbindet. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der WissenschaftsCampi - , mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.000 Personen, darunter 7.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro. http://www.leibniz-gemeinschaft.de

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